Verlassene Orte locken
Schweizer Schwefelquelle birgt tödliche Gefahren

Schweizer «Lost Places» boomen, doch der Trip in die Ruinen ist lebensgefährlich. Ob die morsche Schwefelquelle Linthal, Geister-Lifte in San Bernardino oder das tückische Mondmilchloch – hier lauern tiefe Abgründe.
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Die Rega musste einen Einheimischen retten, der auf dem Weg zu Schwefelquelle Luchsingen war.
Foto: Google maps

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Rega rettet Mann in Linthal, der sich bei Schwefelquelle verstieg
  • Wurzel rettete ihm das Leben, unter ihm 50 Meter Abgrund
  • Mindestens drei Rettungen an diesem Ort, zuletzt seit den 2000er-Jahren
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Gina Grace ZurbrüggRedaktorin News

Ein falscher Schritt hätte tödlich enden können: Im Brummbachtobel bei Linthal GL musste die Rega einen Einheimischen aus steilem Gelände retten. Der Mann war auf dem Weg zu einer alten Schwefelquelle abgestürzt und konnte sich laut Bergführer Hans Rauner im letzten Moment an einer Wurzel festhalten. Unter ihm ging es rund 50 Meter in die Tiefe. Zuerst berichtete die «Südostschweiz» über diesen spektakulären Fall. 

Der Wanderer hatte demnach offenbar auf dem Weg zur Quelle die falsche Seite des Bachs gewählt. Statt umzukehren, wagte er sich weiter ins abschüssige Gelände – bis er ausrutschte. Für die Bergrettung ist der Einsatz kein Einzelfall: In den vergangenen Jahren mussten bereits mehrere Personen rund um die Quelle gerettet werden.

Früher mondäner Kurbetrieb, heute Lost Place

Früher war die Quelle sogar weltberühmt. Im schwefelhaltigen Wasser badeten einst Napoleon III., der preussische General Moltke und sogar Richard Wagner. Rund um die Quelle entstand im 19. Jahrhundert das luxuriöse «Bad Stachelberg» mit Hotelanlage, Park und Badebetrieb. Mit dem Ersten Weltkrieg verschwand jedoch der mondäne Kurbetrieb.

Heute ist vom einstigen Glanz kaum noch etwas übrig. Der Zugang führt über schmale, teils rutschige Pfade. Vor Ort stehen verfallene Bretterverschläge, rostige Sicherungsseile sowie einsturzgefährdete Eisenbrücken und Treppen. 

Die abgelegene Schwefelquelle gilt heute als mystischer Lost Place. Nur wenige kennen ihren genauen Standort, im Internet kursieren teils falsche Angaben. Gerade das macht den Ort für Abenteuerlustige besonders reizvoll, wie die «Südostschweiz» schreibt. Es ist nicht der einzige Lost Place in der Schweiz, der Abenteuerlustige anzieht. 

Verlassenes Skigebiet von Super San Bernardino

Das ehemalige Skigebiet von Super San Bernardino im Kanton Graubünden: Früher war es ein kleiner, aber bekannter Wintersportort mit mehreren Skiliften, Pisten und touristischer Infrastruktur. Seit den 2010er-Jahren wurde der Betrieb aufgrund wirtschaftlicher Probleme schrittweise eingestellt und das Gebiet letztlich stillgelegt. Heute holt sich die Natur das Areal langsam zurück. Gleichzeitig stehen noch technische Relikte wie Liftmasten, Stützen, Betonfundamente und alte Stationsgebäude im Gelände.

Bergbau- und Steinbruchzone Lochezen

Die ehemalige Steinbruch- und Bergbauzone Lochezen bei Walenstadt im Kanton St. Gallen liegt direkt am Walensee. Bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde hier über Jahrzehnte Gestein abgebaut, verarbeitet und abtransportiert. Inzwischen ist der Betrieb längst eingestellt. Doch Vorsicht, denn das Gebiet gilt als besonders gefährlich. Steile Felswände machen Lochezen anfällig für Steinschlag und Erosion. Zusätzlich können verlassene, nicht mehr gewartete Anlagen instabil sein.

Mondmilchloch

Das Mondmilchloch im Pilatusmassiv oberhalb des Vierwaldstättersees ist eine natürliche Karsthöhle im Kalkgestein. Die Höhle gehört zu einem weit verzweigten Karstsystem, das über Tausende Jahre durch Wasser geformt wurde und sich teils mehrere Dutzend Meter tief in den Berg zieht. Einige Bereiche sind bis heute nicht vollständig erforscht. Bei starkem Regen kann der Wasserstand schnell steigen und Teile der Höhle überfluten. Zudem gibt es rutschige Passagen, enge Durchgänge und erhöhte Sturzgefahr.

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