Was Femizide in jungen Frauen auslösen
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Gespräch über Gewalt und Angst:Was Femizide in jungen Frauen auslösen

Hinter verschlossenen Türen
Wenn Frauen sterben, weil sie Frauen sind

Femizide passieren vielfach dort, wo Frauen sich am sichersten fühlen sollten: zu Hause. Häufig sind es Männer aus ihrem engsten Umfeld, die töten – Partner, Ex-Partner, Ehemänner. Wie im Fall von Ivana L. Und es passiert regelmässig.
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Die ehemalige Miss-Schweiz-Finalistin Ivana L. (†38) soll von ihrem Ehemann getötet worden sein.
Foto: Facebook

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Alle zwei Wochen stirbt in der Schweiz eine Frau durch Gewalt
  • 2025 registrierte die Polizei 22'066 Fälle häuslicher Gewalt, 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr
  • Femizidfall Ivana L.: Mordanklage gegen Ehemann, Hauptverhandlung 2026 geplant
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Gina Grace ZurbrüggRedaktorin News

In der Schweiz stirbt im Schnitt etwa alle zwei Wochen eine Frau an den Folgen von häuslicher Gewalt oder Gewalt gegen Frauen, wie das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann schreibt.

Femizid ist die extremste Form von Gewalt gegen Frauen. Meist geschieht diese Gewalt genau dort, wo Frauen sich am sichersten fühlen sollten: in den eigenen vier Wänden. Häusliche Gewalt ist oft die stille Vorstufe, die Vorzeichen von Femiziden bleiben häufig unbemerkt oder werden ignoriert. Femizide sind die tragische Spitze eines langen Eskalationsprozesses, der Kontrolle, Drohungen und Misshandlungen umfasst – besonders gefährlich ist die Phase der Trennung.

Wenn das eigene Zuhause zur Todesfalle wird

Der Fall von Ivana L.* ist das wohl bekannteste Beispiel eines Femizids in den vergangenen Jahren. Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft hat am 10. Dezember 2025 Anklage gegen den Schweizer Thomas L.* (43) wegen Mordes und Störung des Totenfriedens erhoben. Er soll seine Ehefrau Ivana L. (†38), ehemalige Miss-Schweiz-Finalistin, am 13. Februar 2024 in der gemeinsamen Wohnung in Binningen erwürgt und zerstückelt haben.

Das Paar lebte mit den beiden kleinen Kindern in einem Haus in einem noblen Quartier. Wie ein Freund von Ivana L. damals erzählte, habe nichts auf das Verbrechen hingedeutet, das sich nun abspielte. Er sagte zu Blick: «Für mich wirkten sie wie die perfekte Familie.»

Trennungsphase besonders gefährlich

Ein anderes Bild zeichnete der Partner einer Freundin von Ivana L. «Seit Monaten kriselte es bei den beiden. Anscheinend musste die Polizei auch schon wegen Handgreiflichkeiten ausrücken.» Für seine Freundin sei Ivana L. seit einigen Tagen nicht mehr erreichbar gewesen sein. 

Der Beschuldigte befindet sich in Sicherheitshaft. Die Hauptverhandlung ist für dieses Jahr am Strafgericht Basel-Landschaft angesetzt, wie auf Anfrage bestätigt wurde.

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Häusliche Gewalt als Vorstufe zu Femiziden

Häusliche, sexualisierte und geschlechtsbezogene Gewalt ist in der Schweiz ein ernstes Problem. Im Jahr 2025 wurden 22'066 Straftaten im Bereich häuslicher Gewalt verzeichnet, ein Anstieg von 4,4 Prozent gegenüber 2024. NGOs berichten zudem, dass die Zahl der Femizide 2026 gestiegen ist.

Der Ausschuss für die Koordination der Umsetzung der Istanbul-Konvention intensivierte im Juni 2025 die Massnahmen zum Schutz von Frauen und Mädchen. Das internationale Abkommen soll Frauen vor Gewalt und häuslicher Gewalt schützen. Schwerpunkt: Schutz von Gewaltbetroffenen, Prävention, Aus- und Weiterbildung von Fachpersonen.

Trennungen sind Hochrisikophasen. Häusliche Gewalt früh zu erkennen, kann Leben retten. Der Fall Ivana L. ist kein Einzelfall. Er ist Teil einer erschütternden Realität, die sich in der Statistik widerspiegelt. Hinter jeder Zahl steht ein Leben und jedes verlorene Leben ist eines zu viel.

* Namen geändert 

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