Darum gehts
- Max Küng hat ein Ferienhaus im Misox, wo – wie in seinem neusten Roman – immer wieder Freunde zu Gast sind
- Küng betont die klaren Regeln: Aufgaben teilen, Streit vermeiden
- Wichtig: Wer zahlt was – am besten alles fair aufteilen
Ferien faszinieren Max Küng (57). «Supertoskana» ist bereits sein zweiter Roman, der während der schönsten Zeit des Jahres spielt. Sie sei ein ideales Bühnenbild für seine Figuren: «Im Alltag kann man sich verstecken. In den Ferien lernt man sich richtig kennen.»
Im Roman lädt ein Paar im mittleren Alter zwei andere Paare in ihr Haus in der Toskana ein. Der «Magazin»-Kolumnist und seine Frau, die Künstlerin Zilla Leutenegger, besitzen ein Ferienhaus im Bündner Misox, wohin sie auch öfter Leute einladen. Küng schreibt also aus Erfahrung – auch wenn er betont, dass er bei seinen Figuren nicht von konkreten Leuten inspiriert wurde.
Hier Küngs wichtigste Ratschläge für alle, die sich ans Abenteuer Päärli-Ferien wagen:
Mit wem soll man Ferien machen?
Das Gastgeberpaar lädt ein Paar ein, in deren Ferienhaus es vor Jahren einmal eingeladen war, dazu einen Bekannten, der damals mit seiner Frau dabei war und jetzt seine neue, viel jüngere Partnerin samt Baby mitbringt.
Ins Misox lädt Küng lieber Menschen ein, die er gut kennt. «Da ist die Chance besser, dass man klarkommt.» Es sei selbstverständlich, einen neuen Partner oder eine neue Partnerin zu akzeptieren. «Schwierig wirds, wenn man mit der Ex gut befreundet ist.» Grundsätzlich brauche es in jeder Konstellation eine gewisse Erfahrung, wie man miteinander umgehen soll.
Wie verbringt man die Zeit?
In «Supertoskana» isst man gemeinsam und liegt am Pool, sonst machen alle ihr eigenes Ding. Einer wird zum Kochen abkommandiert, der Gastgeber ist ständig am Arbeiten, und das junge Paar zofft sich oder hat Sex im Keller.
Max Küng freut sich über Gäste, die Gesellschaftsspiele mögen, denn seine Frau hasst sie. Er liebt es, zu kochen, und mag nicht, wenn jemand mithilft. Sein Tipp: «Nicht zu viel wollen. Wer jeden Abend einen Fünfgänger kreieren will, stresst sich nur.» Ansonsten gilt: Aufgaben klar verteilen. Wer kauft ein, wer räumt auf? Ohne Klarheit ist böses Blut vorprogrammiert. Ebenfalls unbedingt am Anfang klären: Wer zahlt was? «Ich bin Fan davon, alles einfach zu splitten, auch wenn man gemeinsam essen geht. Auch wenns halt nicht immer zu hundert Prozent fair ist.»
Schwieriges Thema: in den Ferien arbeiten. «Ich lege viel Wert auf die Trennung zwischen Arbeit und Freizeit», sagt Küng. «Aber in den letzten Sommerferien musste ich das Buch fertig schreiben. Ich habe mir jeweils morgens um sechs Uhr den Wecker gestellt und bis elf Uhr gearbeitet. Das hat gut funktioniert.»
Küng empfiehlt, Streit so gut wie möglich zu vermeiden oder direkt zu lösen. «Man kann ihn nicht offen austragen, aber die Disharmonie merken alle.» Und Sex? Darf man das in einem fremden Haus? Küng: «Vielleicht nicht gerade auf dem Küchentisch, aber sonst – ja klar, gehört ja zum Leben.»
Worüber spricht man – und worüber nicht?
Während die einen in Küngs Roman möglichst viel über alle wissen wollen, versuchen die anderen, möglichst wenig preiszugeben. Dafür lassen sie sich mal auf eine politische Diskussion ein.
Ein No-Go für Max Küng. «Politik ist extrem heikel. Ausser, man kennt sich sehr gut und diskutiert das auch sonst zusammen.»
Für Tratsch und Klatsch hingegen ist auch der Autor nicht unempfänglich. «Das ist Psychohygiene. Getratscht wird immer, und man hofft dann oft, die anderen reden nicht so über einen selbst, wie man über sie redet», sagt er lachend. Sein Tratsch über andere sei auch schon auf ihn zurückgefallen, gesteht Max Küng. «Das lässt sich halt nicht vermeiden.» Und wie siehts damit aus, Infos übers eigene Leben zu teilen? Da hat Küng eine klare Meinung: «Von den meisten will ich lieber nicht zu viel wissen.»
Und worüber soll man denn nun reden, wenn im Ferienhaus in der Toskana abends alle gemeinsam am Tisch sitzen? «Gute Frage», so der Autor. «Man spricht über Ferien. Dafür eignen sich Ferien am besten.»