Pixel 11 Pro enthüllt
Google gibt seinen Handys wieder ein Blinklicht

Beim neuen Pixel 11 Pro glüht die Rückseite, wenn die Schwester anruft oder Gemini nachdenkt. Google holt damit ein Bauteil zurück, das der Konzern selber abgeschafft hat. Blick-Digitalredaktor Tobias Bolzern hat das Gerät bereits ausprobiert.
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Blick-Digitalredaktor Tobias Bolzern konnte das Google Pixel 11 Pro an einem Pressetermin in die Hand nehmen. Vorbestellen kann man es ab dem 12. August.
Foto: Tobias Bolzern

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Leuchtring am Pixel 11 Pro zeigt Anrufe und Gemini-Antworten
  • Neue Kamera prägt den gewählten Bildstil direkt ins Foto ein
  • Pixel 11 Pro ab 1049 Franken, Vorbestellung ab 12. August
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Tobias BolzernRedaktor Digital

Das Handy liegt mit dem Display nach unten auf dem Tisch. Es klingelt nicht. Es leuchtet. Im Blitz im Kamerabalken des neuen Pixel 11 Pro sitzt ein Ring aus bunten Leuchtdioden. Google nennt ihn HiLight und macht ihn zum auffälligsten Merkmal seiner neuen Modelle. Pro, Pro XL und das faltbare Pro Fold bekommen ihn, das günstigere Pixel 11 bleibt allerdings dunkel.

Zwei Dinge kann der Ring. Ruft eine Person an, die man vorher festgelegt hat, glüht er in ihrer Farbe. Eine für die Schwester, eine für die Eltern, eine für die Freundin – als Beispiel. Für Kontakte gibt es keine Muster, nur Farben. Und wer mit Gemini plappert, sieht den Ring nun blau pulsieren, solange der KI-Chatbot arbeitet, ähnlich wie in der Gemini-App.

Blick konnte die neuen Geräte an einem Pressetermin vor der Präsentation kurz ausprobieren. Der erste Eindruck: Bei Tageslicht leuchtet der Ring doch sehr dezent. Ob er mehr ist als nur Spielerei, muss sich erst zeigen. Vor allem, weil er wenig darf. Eine Schnittstelle für andere Apps gibt es bisher nicht. Auf die Frage danach sagte Google nur, HiLight arbeite derzeit direkt mit Gemini zusammen.

20 Jahre Vorgeschichte

Sowieso: Neu ist die Idee nicht. Die Benachrichtigungs-LED blinkte zwei Jahrzehnte lang auf fast jedem Gerät, bei Blackberry wurde das rote Lämpchen zum Markenzeichen. Google selbst strich es beim Pixel 3 im Herbst 2018. Wieder en vogue gemacht hat es ein anderer Hersteller: Nothing verbaute im Jahr 2022 gleich Hunderte Leuchtdioden auf der Rückseite seines ersten Smartphones. Sie zeigen den Akkustand beim Laden, dienen als Zusatzlicht für Fotos, jeder Kontakt bekommt sein Muster. Und Nothing öffnete das System für fremde Entwickler – das tut Google allerdings nicht.

Stil entsteht vor dem Foto

Die zweite Neuerung beim Pixel 11 Pro betrifft die Kamera. Camera Looks dreht ein Gewohnheitsmuster um. Bisher schoss man ein Bild und legte danach einen Filter darüber. Neu wählt man den Stil vorher – wärmere Töne, tiefere Schatten, weniger Schärfe. Was im Sucher zu sehen ist, soll auch genau so im Foto herauskommen. Google bietet mehrere Voreinstellungen an, darunter Vanilla für einen warmen, weichen Ton mit goldigem Schimmer. Dazu kommen sechs weitere Looks, einige davon Filmemulationen.

Was sonst noch neu ist

Der Akku bei den neuen Geräten hält laut Google rund 30 Stunden, das Pro XL lädt in einer halben Stunde auf 75 Prozent. Das Display leuchtet mit rund 3600 Nits – laut dem Hersteller das hellste in einem Smartphone. Der Zoom reicht beim Pro neu bis 120-fach. Ab einem gewissen Punkt rechnet die Software aber mehr, als die Linse hergibt – das erledigt der neue Tensor-G6-Chip direkt auf dem Gerät. Am Pressetermin zielte ich aus einigen Metern Entfernung auf eine Android-Figur, das Licht war mässig. Das Bild kam zuerst unscharf und flau heraus, wurde dann aber nachgeschärft und aufgehellt. Praktischer dürfte Live Translate sein: Die Funktion übersetzt Videos auf Youtube und in Podcast-Apps in Echtzeit und legt die fremde Sprache dann als Tonspur darüber.

Was die Geräte kosten

Das Pixel 11 Pro gibt es ab 1049 Franken, das Pro XL ab 1249, das faltbare Pro Fold ab 1799. Das Pixel 11 ohne Leuchtring startet bei 899 Franken. Vorbestellen kann man sie alle ab dem 12. August. Trotz der weltweiten RAM-Krise sind die Geräte kaum teurer geworden. Bei gleichem Speicher kosten Pixel 11 und Pixel 11 Pro exakt gleich viel wie die Vorgänger. Das Pro XL legt 70 Franken zu, das Fold 100. Trotzdem zahlen Einsteiger mehr: Die Variante mit 128 Gigabyte gibt es nicht mehr. Alle Modelle starten bei 256 Gigabyte.

Google Pixel Watch 5 hat ein verbessertes GPS-Tracking.
Foto: Tobias Bolzern

Finder und neue Uhr

Nebenbei zeigte Google noch sein erstes eigenes Schlüsselanhänger-Ortungsgerät. Der Pixel Tag findet Portemonnaie oder Koffer über das Android-Netz «Find Hub» – fünf Jahre nach Apples Airtag. Klingeln lassen kann man ihn auch von der Pixel Watch aus. Die kommt gleich mit. Die Watch 5 (ab 369 Fr.) soll Laufstrecken genauer aufzeichnen als jede Pixel-Uhr zuvor. In Häuserschluchten prallen Satellitensignale von Fassaden ab und verfälschen die Route. Die Uhr rechnet die Signale deshalb durch 3D-Modelle von Gebäuden und korrigiert den Fehler. Laut Google ist sie damit doppelt so genau wie die Vorgängerin und schlägt die Apple Watch Ultra 3 sowie die Garmin Fenix 8 Pro. Unabhängig bestätigt wurde dies noch nicht. Ab September erfasst die Uhr zudem Blutdruck- und Insulinresistenz-Trends, die erste Auswertung kommt im Oktober. Vorbestellen kann man sie ab dem 12. August, im Laden steht sie ab dem 20. August.

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