Darum gehts
- Apple gibt die öffentliche Beta von iOS 27 frei
- Neue Siri läuft auch in der Schweiz, aber nur auf Englisch
- Die fertige iOS-Version folgt im Herbst, läuft ab iPhone 11
Jetzt kann jede und jeder iOS 27 installieren: Apple hat die öffentliche Beta in der Nacht auf Dienstag freigegeben. Wer mitmachen will, aktiviert unter Einstellungen > Allgemein > Softwareupdate die Beta-Updates. Vorab muss man seine Apple-ID noch auf beta.apple.com für den Test anmelden.
Aber: Eine Warnung vorweg – Beta heisst unfertig. Einzelne Apps können abstürzen, der Akku kann sich mal schneller leeren, viele Details ändern sich wohl noch bis zum Herbst. Vor der Installation sollte man unbedingt ein Back-up machen. Besser noch: die Beta auf einem Zweitgerät testen statt auf dem Haupt-iPhone.
Siri wird schlau!
Siri wird zum Chatbot – und schlau: Die neue Siri AI durchsucht das Web, kennt deine Daten, sieht, was auf dem Display läuft, und führt Aktionen in Apps aus. Dazu gibt es eine eigene App mit Gesprächsverlauf – wie bei ChatGPT. Der Haken: Wer die neue Siri will, muss sich in den Einstellungen unter «Siri» auf eine Warteliste setzen. Nötig sind ein iPhone ab 15 Pro und Englisch als Gerätesprache. In der EU fehlt Siri AI auf dem iPhone vorerst – die Schweiz ist davon nicht betroffen. Ein ausführlicher Test von Siri AI folgt.
KI-Bilder
Die App Image Playground erzeugt neu Bilder in viel mehr Stilen, erstmals auch fotorealistische Bilder. Jedes KI-Bild trägt ein unsichtbares Wasserzeichen, das es als KI-generiert kennzeichnet.
Kurzbefehle ohne Bastelei
Bisher war die Kurzbefehle-App etwas für Tüftler. Man musste sich Automationen und Routinen mühsam zusammenklicken. Neu beschreibst du in natürlicher Sprache, was der Kurzbefehl tun soll, den Rest baut dann die KI.
Der Kalender versteht dich
Du tippst beim Erstellen eines Termins einfach ins Titelfeld «Mittagessen mit Andrea am Freitag um 12». Die App erkennt Datum, Zeit und Person beim Tippen und trägt alles in die richtigen Felder ein.
Speed!
Apps starten laut Apple mit iOS 27 bis zu 30 Prozent schneller. Eine neue Prozessorsteuerung macht hier besonders ältere iPhones schneller. Auch Fotos öffnen und Airdrop-Übertragungen laufen nun flotter.
Glas nach Geschmack
Das transparente Liquid-Glass-Design, das Apple in iOS und Co. eingeführt hat, spaltete die Nutzer. Einige fanden es todschick, andere hingegen potthässlich. Neu regelt ein Schieberegler in iOS die Transparenz: dezenter für bessere Lesbarkeit oder voll durchsichtig.
Widgets in XL
Bisher gab es Widgets in drei Grössen (klein, mittel, gross). iOS 27 führt eine vierte, extragrosse Stufe ein. Das Widget füllt dann fast den halben Homescreen. Praktisch für Kalender, Wetter oder Fotos.
Kompakte Uhr
Auf dem Sperrbildschirm rückt die Uhrzeit auf Wunsch in iOS 27 klein nach oben, neben das Datum und die Widgets. So kommt das Hintergrundbild besser zur Geltung. Den Schalter findest du so: Sperrbildschirm lange drücken, «Anpassen» wählen, auf die Uhr tippen. Rechts oben gibt es ein neues Symbol, um die Uhrzeit zu verkleinern.
Hintergrund nach Mass
Passt dein Lieblingsfoto nicht aufs Display, erweitert die KI das Bild in iOS 27 auf Wunsch über den Rand hinaus. Der Sperrbildschirm ist dann gefüllt, ohne dass du am Ausschnitt etwas herumschieben musst. Beim Wählen des Hintergrunds einfach mit zwei Fingern rauszoomen.
Bildausschnitt ändern
Mit Spatial Reframe passt du den Ausschnitt eines Fotos mit KI an, nachdem du abgedrückt hast. Die neue Funktion ist in der Fotos-App unter Tools zu finden.
Fotos mit KI erweitern
Die gleiche Technik wie beim Hintergrundbild steckt auch in der Fotos-App. Die Funktion «Erweitern» vergrössert Bilder per KI an den Rändern. Zu eng geschnittene Aufnahmen füllen so das ganze Format. Dafür ist zwingend eine Internetverbindung notwendig, da es in der Cloud errechnet wird. Alle neuen Fotofunktionen in iOS 27 haben wir hier ausprobiert.
Standbilder aus Videos
Schluss mit Screenshots: Die Fotos-App zieht nun einzelne Bilder aus Videos und speichert sie als Foto. So kann man den perfekten Moment aus dem Wackelvideo festhalten. Einfach gewünschte Stelle im Clip anhalten, dann über die drei Punkte das Frame als Foto speichern.
Diashows aus allem
Diashows lassen sich neu aus Fotos und Videos erstellen – mit wählbarer Dauer, Übergängen und Musik. Das Resultat kann als Video gespeichert oder verschickt werden.
Alben für Android
Apropos Teilen: Geteilte iCloud-Alben funktionieren neu auch mit Android- und Windows-Nutzern und das in voller Auflösung.
Kundenkarte per Foto
Fotografiere den Barcode einer Kundenkarte ab und das iPhone macht daraus einen Pass in der Wallet-App. Praktisch: Der Plastik kann dann zu Hause bleiben. In unserem Test klappte das mit dem Swisspass oder der Cumulus-Karte problemlos, nicht aber mit der Supercard. Das Feature funktioniert nur ab dem iPhone 15 Pro wegen Siri AI, manuell kann man die Karte aber auch ohne Siri erstellen.
Facetime hoch zwei
In iOS 27 kannst du während eines Facetime-Anrufs beide Kameras gleichzeitig aktivieren. Du zeigst dein Gesicht und das Bergpanorama in einem Anruf.
Musik wegwischen
Das Wiedergabe-Widget für Musik lässt sich vom Sperrbildschirm mit iOS 27 wegwischen wie eine Mitteilung. Android kann das längst.
1 Nummer, 2 Phones
Dieselbe Telefonnummer läuft neu auf zwei Geräten. Praktisch für alle mit Geschäfts- und Privathandy. Allerdings ist zum aktuellen Zeitpunkt unklar, ob diese Funktion auch ausserhalb der USA funktioniert oder abhängig ist vom Netzbetreiber.
Wimmernder Wecker mit Wumms
Endlich! Der Wecker bekommt mit iOS 27 eine eigene Lautstärke, getrennt vom Klingelton – also ganz leise oder mit viel Wumms. Es ist wohl eine der meistgewünschten Funktionen überhaupt. Du kannst die Lautstärke des Weckers unter Einstellungen > Töne und Haptik von dem Klingelton-Volumen entkoppeln.
Endlich ausschlafen
Hat man geplante Wecker für alle Wochentage eingerichtet, pausiert das iPhone den Wecker an offiziellen Feiertagen neu automatisch. Ob das iPhone Schweizer Feiertage erkennt? Am 1. August kann man das gleich einmal ausprobieren.
Airpods mit Equalizer
Tiefen, Mitten und Höhen lassen sich neu in den Airpods-Einstellungen per Equalizer anpassen. Dafür braucht es zusätzlich die Beta-Firmware für die Airpods, die sich nach der iOS-Installation laden lässt. Deren Installation muss man erst in den Einstellungen der Airpods triggern.
Filme im Auto
Hollywood im Kleinformat: Carplay spielt neu Videos ab – aber nur im parkierten Zustand. Fürs Warten vor der Autoverladung am Furka oder während einer Fährenfahrt aber praktisch.
Strenger Kinderschutz
Eltern erhalten mit iOS 27 altersbasierte Empfehlungen für Apps und Websites, bessere Filter gegen heikle Inhalte und neue Zeitkontingente in der Bildschirmzeit.
Besseres Zyklustracking
Die Health-App erweitert das Zyklus-Tracking um Perimenopause und Menopause.
Standort verbergen
In «Wo ist?» stoppst du die Standortfreigabe neu mit einem Knopf, ohne dass die andere Person dabei benachrichtigt wird.
Tschüss, Funkloch-Frust
Fehlgeschlagene Nachrichten verschickt das iPhone automatisch neu so lange, bis es klappt. So gibt es keinen Funkloch-Frust mehr. Dazu schlägt die Nachrichten-App passende Kurzantworten zum Antippen vor oder auch Inhalte, die man zuvor kopiert hat. Im Alltag ist das äusserst praktisch.
Untertitel für Videos
iPhone als Babelfisch: Apples Smartphone erstellt neu und auf Wunsch automatisch synchronisierte Untertitel für jedes Video – und übersetzt bestehende Untertitel in andere Sprachen.
iOS 27 unterstützt alle iPhones, die schon iOS 26 erhalten haben: ab dem iPhone 11 (2019) und dem iPhone SE der 2. Generation (2020). Anders bei der neuen Siri: Siri AI setzt Apple Intelligence voraus und läuft ab dem iPhone 15 Pro. Konkret: iPhone 15 Pro und Pro Max, die komplette 16er- und 17er-Reihe samt iPhone 16e sowie das iPhone Air. Dazu kommen aktuell zwei Hürden: Englisch als Systemsprache und die Warteliste in den Einstellungen.