Panne beim FBI
Hacker griff auf Epstein-Akten zu – und hinterliess Notiz

Ein Hacker drang 2023 in einen FBI-Server ein und stiess auf Dateien aus den Epstein-Ermittlungen. Er drohte dem FBI – ohne zu wissen, wo er eingedrungen war. Wer er ist, bleibt ungeklärt.
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Ein Hacker drang 2023 in FBI-Server ein und fand Akten über Jeffrey Epstein.
Foto: MARTIN BUREAU

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ein Hacker durchsuchte 2023 einen FBI-Server mit Epstein-Akten
  • Der Hacker dachte, er tue Gutes – und drohte dem FBI
  • Wer die Person ist, bleibt bis heute unbekannt
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Tobias BolzernRedaktor Digital

Als Special Agent Aaron Spivack am 13. Februar 2023 seinen PC einschaltete, fand er eine neue Notiz. Darin stand, dass sein Netzwerk kompromittiert worden sei.

Der digitale Einbruch geschah am 12. Februar. Ein unbekannter Hacker hatte sich Zugang zu einem Server im New Yorker Büro des FBI verschafft. Genauer: zum Child Exploitation Forensic Lab, einer Abteilung, die Beweise in Fällen von Kindesmissbrauch auswertet. Auf dem Server lagen zu der Zeit Dateien aus den Epstein-Ermittlungen. Der Hacker durchsuchte «einige Dateien» – welche genau, ist unbekannt. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, gestützt auf Auswertungen der bisher veröffentlichten Epstein-Dokumente des US-Justizministeriums und Quellen. 

Peinliche Panne

Doch wie kam der Hacker rein? Spivack hatte den Server versehentlich angreifbar gemacht, heisst es im Bericht. Er sprach später von einem Sündenbock, den man aus ihm machen wolle. Schuld seien jedoch widersprüchliche Vorschriften und mangelhafte IT-Anleitung gewesen. Der Hacker selbst ahnte offenbar nicht, wo er gerade gelandet war. Als er auf dem Server CSAM (Child Sexual Abuse Material) fand, reagierte er mit Abscheu. Er hinterliess die Nachricht und drohte, den Besitzer beim FBI zu melden.

Videocall mit Hacker

Dann klärte das FBI ihn auf. FBI-Beamte sollen den Hacker überzeugt haben, dass sie tatsächlich das FBI seien – und zwar per Videochat: Die Beamten hielten dafür ihre Dienstausweise in die Webkamera, heisst es im Artikel. Wer der Hacker war, aus welchem Land er operierte und was er mit den abgerufenen Daten gemacht hat: Das ist bis heute unbekannt. Reuters konnte es nicht ermitteln. Auch ob er je identifiziert oder verfolgt wurde, ist nicht klar. Laut einer mit dem Fall vertrauten Quelle handelte es sich um einen ausländischen Cyberkriminellen nicht um einen staatlichen Akteur. Die FBI-Untersuchung läuft noch.

Epsteins Netzwerk

Jeffrey Epstein war ein US-Finanzier und bekannter Sexualstraftäter. 2008 bekannte er sich schuldig, unter anderem wegen der Beschaffung sexueller Dienstleistungen einer Minderjährigen. 2019 wurde er erneut verhaftet, diesmal wegen Menschenhandels mit Minderjährigen. Kurz darauf wurde er tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden. Der Tod wurde als Suizid eingestuft. Epsteins Netzwerk umfasste prominente Namen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Die schrittweise Veröffentlichung der Akten zum Fall hat in den letzten Monaten Ermittlungen in mehreren Ländern ausgelöst. Viele Dokumente bleiben allerdings geschwärzt oder unter Verschluss.

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