Darum gehts
- Das Nothing Phone (4a) Pro kostet 499 Franken und überrascht mit Design
- Die «Glyph Matrix» mit 137 LEDs ist einzigartig und individualisierbar
- Zwölf GB RAM, 256 GB Speicher – aber nur drei Jahre Software-Support
499 Franken. Wenn man das Nothing Phone (4a) Pro zum ersten Mal in die Hand nimmt, kann man den Preis kaum glauben. Das Gerät ist das eigenwilligste Mittelklasse-Handy des Jahres – mit einem kleinen, aber wichtigen Haken.
Nothing ist ein junges Unternehmen, gegründet 2021 von Carl Pei, einem Mitgründer der Handy-Firma OnePlus. Die Firmen-Philosophie: Handys sind zu langweilig geworden, zu poliert, zu vorhersehbar. Das will der Hersteller ändern, mit eigenem Design, eigener Software, eigenem Stil. Das Phone (4a) Pro ist das bislang überzeugendste Argument dafür, dass Peis Projekt mehr ist als nur eine Designübung.
137 kleine LEDs
Das Gehäuse des Nothing (4a) Pro ist aus Alu: schlank, 7,95 Millimeter dick, 210 Gramm schwer. Die Rückseite: ein Hingucker. Wo andere Hersteller nichts haben, hat Nothing ein beleuchtetes Dot-Matrix-Display im Gehäuse. 137 Mini-LEDs, die Glyph Matrix, leuchten auf, wenn jemand anruft, eine Nachricht kommt oder der Akku lädt. Man kann einstellen, welche App welches Muster auslöst. Das ist verspielt. Das macht Spass. Und es ist ein Alleinstellungsmerkmal.
Auf dem Handy läuft Android 16 mit eigener Oberfläche: NothingOS. Die ist konsequent minimalistisch, auf Wunsch komplett schwarz-weiss. Das schaut toll aus, braucht aber etwas Eingewöhnung. Auf der linken Seite sitzt der sogenannte Essential Key. Kurz drücken, und man landet in einem KI-Assistenten, der Notizen aufnimmt, Kalendereinträge erstellt und Erinnerungen setzt. Auch der Rest der Oberfläche kann man mit KI-generierten Hintergründen bis zu eigenen Glyph-Mustern für besondere Kontakte individualisieren.
3 Linsen, gemischte Bilanz
Auf der Rückseite sitzen drei Kameras. Die Hauptkamera macht bei Tageslicht zuverlässig gute Fotos. Was auffällt: die Farben. Nicht übersättigt, nicht steril – sondern natürlich, fast ein wenig analog. Porträts gelingen, die Schärfe stimmt. Das Tele mit 3,5-fachem optischem Zoom ist praktisch für Konzertfotos, Landschaften und Details auf Distanz. Das Ultraweitwinkel nutzt man eher für Gruppenbilder und kleine Innenräume: Es ist die schwächste Linse der drei. Bei schwachem Licht gilt: Die Hauptkamera hält sich wacker, das Tele überrascht positiv. Wermutstropfen: Der Autofokus patzte im Test mehrmals. Er verlor den Fokus, waberte kurz. Gerade bei Motiven, die sich bewegen, ist das störend. Das klingt nach einem Software-Problem, das Nothing per Update beheben könnte. Bleibt zu hoffen, dass sie es tun.
Der Akku (5080 mAh) hält problemlos den ganzen Tag. Wer sparsam ist, kommt auf zwei. Geladen wird mit 50 Watt am Kabel. Drahtloses Laden gibt es nicht. Das ist bei 499 Franken ein Manko, das man kennen sollte, bevor man kauft. Alternativen im gleichen Preissegment: Das Google Pixel 10a und das iPhone 17e können beide Wireless Charging.
Ein Handy, das auffällt
Das Nothing Phone (4a) Pro ist hierzulande bei Digitec, Sunrise, Interdiscount und Mediamarkt erhältlich. Das Gerät gibt es in Schwarz, Weiss und Pink, mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher für 499 Franken. Das Blick-Fazit nach dem Test: In dieser Preisklasse bauen Google und Apple technisch die runderen Pakete. Sie haben den besseren Wasserschutz (IP68 statt IP65), drahtloses Laden und bieten mit je rund sieben Jahren deutlich längeren Software-Support als die drei Jahre, die Nothing garantiert. Wem das wichtig ist, greift besser nicht zu einem Nothing Phone. Wer aber ein Handy will, das man aus der Tasche nimmt, und Blicke auf sich zieht: Das macht Nothing besser als alle anderen. Das Phone (4a) Pro fühlt sich nach 1000 Franken an, kostet aber halb so viel. Und wenn Nothing so weitermacht, sollten sich andere Hersteller beim nächsten Modell warm anziehen.