«Schwarzer Peter» sorgt für Diskussionen
«Das Spiel hatte für uns nie etwas mit Hautfarbe zu tun!»

Ist «Schwarzer Peter» ein harmloser Klassiker oder ein Begriff mit problematischer Vergangenheit? Nachdem eine Kindergartenlehrerin wegen des Spiels angezeigt wurde, diskutiert nun auch die Blick-Community über Tradition und Rassismus.
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Chindsgi-Lehrerin Carla C. soll eine Rassistin sein, wegen einem Kartenspiel.
Foto: Karin Frautschi

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Kindergartenlehrerin Carla C. aus dem Kanton Zürich wegen Rassismus angezeigt
  • Klassenassistent fühlte sich durch das Spiel «Schwarzer Peter» diskriminiert
  • Community hält an Tradition fest

Ein Kartenspiel, das fast jedes Kind kennt, beschäftigt plötzlich Polizei und Staatsanwaltschaft. Kindergartenlehrerin Carla C.* (44) liess ihre Klasse «Schwarzer Peter» spielen – ein Klassenassistent empfand das als rassistisch und erstattete Anzeige. Er warf der Pädagogin Diskriminierung vor und forderte Schadenersatz. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren inzwischen ein, nachdem der Anzeigesteller kein Interesse mehr an einer Weiterführung hatte. Der Fall wirft dennoch Fragen auf: Ist «Schwarzer Peter» ein harmloser Spieleklassiker oder nicht mehr zeitgemäss?

Community hält am Klassiker fest

Für die Blick-Community ist die Sache klar: Eine deutliche Mehrheit spricht sich dafür aus, dass «Schwarzer Peter» weiterhin in Kindergärten und Schulen gespielt werden soll. In der Umfrage mit über 5600 Teilnehmern stimmten 91 Prozent dafür und bezeichneten das Kartenspiel als traditionellen Klassiker.

5 Prozent finden, das Spiel könne weiterhin genutzt werden – allerdings nur, wenn Kindern der historische Hintergrund des Begriffs altersgerecht erklärt wird. Lediglich 4 Prozent sprechen sich dafür aus, auf Spiele mit unverfänglichen Namen auszuweichen, um mögliche Verletzungen oder Kontroversen zu vermeiden.

«Das Spiel ist nicht diskriminierend!»
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Anwalt äussert sich zum Fall:«Das Spiel ist nicht diskriminierend!»

Leser sehen keine rassistische Absicht

Auch in der Blick-Kommentarspalte wird darüber kontrovers diskutiert. Viele Leserinnen und Leser können die Anzeige gegen die Lehrerin nicht nachvollziehen. So schreibt Beat Probst: «Das Spiel ist legal zu kaufen und es wird nie eine Person mit dunkler Hautfarbe abgebildet. Selbst mein Vater hat in den 50ern noch gerufen ‹Wer hat Angst vor dem schwarzen Mann?›, wenn der Kaminfeger durchs Dorf ging. Ich bin vollkommen dafür, dass rassistisches Verhalten geahndet wird, aber nicht in jedem Satz, in dem ‹schwarz› vorkommt, ist auch ein böser Gedanke dahinter.» 

Auch Norbert Koller sieht keinen Zusammenhang zwischen dem Spiel und Rassismus: «Ich bin mit diesem Spiel aufgewachsen, wie viele andere auch, und für uns hatte es nie etwas mit der Hautfarbe eines Menschen zu tun. Je nach Ausgabe zeigt die Karte einen Kaminfeger, eine schwarze Katze oder eine andere Figur – nicht eine Aussage über Menschen.» Rassismus sei ein ernstes Thema und müsse auch ernst genommen werden. «Gerade deshalb sollte man sorgfältig unterscheiden zwischen tatsächlicher Diskriminierung und traditionellen Spielen, die ohne rassistische Absicht gespielt werden.»

Stefan Urwyler sieht zudem die Verantwortung nicht bei der Lehrerin: «Wenn dieses Spiel wirklich ein Problem darstellt, ist nicht die Lehrerin die Verantwortliche, sondern der Hersteller und Verkäufer des Spiels. Solange das legal in der Schweiz gekauft werden kann, sollte niemand dafür bestraft werden.»

Die andere Seite der Debatte

Doch nicht alle sehen den Klassiker so unproblematisch. Für Thomas Schneider ist klar: «Natürlich ist das ‹Schwarzer-Peter›-Spiel rassistisch! Die ursprüngliche Version zeigte einen kleinen Jungen mit dunkler Hautfarbe und übertrieben stereotypen Merkmalen, den niemand haben wollte. Da nützt es auch nichts, bei neuen Versionen lediglich die Darstellung anzupassen.»

Leserin Sandra Meier findet, die Diskussion müsse über die Lehrerin hinausgehen: «Das Problem liegt weniger bei der Person, die das Spiel verwendet, sondern bei der Geschichte dahinter. Heute sieht man auf vielen Karten vielleicht Tiere oder andere neutrale Figuren. Früher wurden aber teilweise klar schwarze Menschen in rassistisch-stereotyper Weise dargestellt.» Eine Anpassung der Abbildungen ändere für sie nichts an der belasteten Vergangenheit des Spiels: «Der Name und die ursprüngliche Bedeutung bleiben bestehen.»

* Name geändert

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