Darum gehts
- Streit zwischen Schweizerischer Bodensee Schifffahrt und deutscher BSB eskaliert
- SBS befördert 5400 BSB-Ticketinhaber, klagt über fehlende Einnahmen
- Leser fordern rasche Einigung, um Kundeninteressen zu wahren
Am Bodensee ist ein Streit zwischen der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt (SBS) und den Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) eskaliert. Hintergrund sind Uneinigkeiten bei Ticketgeldern und Tarifsystemen. Laut SBS transportierte die Schweizer Flotte im vergangenen Jahr über 5400 Passagiere, die eigentlich ein Ticket der deutschen BSB hatten. Bezahlt wurde die Leistung jedoch nicht. Die deutsche BSB hätte die Einnahmen aus den Verkäufen an die SBS weitergeben müssen, argumentiert Geschäftsführer Benno Gmür. Die bisherige Kulanz endet nun: Die SBS steuert den Hafen Konstanz in dieser Saison nicht mehr an.
Während die Schweizer von entgangenen Einnahmen sprechen, weist die deutsche Seite den Vorwurf zurück und sieht die Ursache eher in Missverständnissen bei der Fahrgastinformation. Das Problem müssten die Schweizer lösen. Die BSB betont zudem, dass es keine systematischen Ticketverkäufe für Schweizer Kurse gegeben habe und dass Fahrgäste korrekt über Abfahrten informiert worden seien.
Kein Verständnis für den Streit
Der Konflikt sorgt nicht nur in der Politik, sondern auch in unserer Leserschaft für Diskussionen. Viele Leserinnen und Leser zeigen wenig Verständnis, dass sich die beteiligten Schifffahrtsbetriebe nicht einigen können. Dabei steht vor allem die Schweiz in der Kritik: «5400 Personen im Jahr heisst circa 15 Personen pro Tag. Das ist ja nicht alle Welt. Dass man wegen dieser Summe Konstanz auslässt, ist absolut unbegreiflich!», schreibt Roland Greter. Er spricht von einem Eigentor, von dem vor allem die Konkurrenz profitiere. «Da sollte doch mit etwas Goodwill ein Kompromiss möglich sein.»
Auch Jochen Hellmuth betont: «Die Schweizer Flotte hätte ja die Kunden darauf hinweisen können, dass diese Tickets auf ihren Schiffen nicht gültig sind und die Kunden dort eigene Tickets lösen müssen.» Man habe ohne klärende Rücksprachen Kunden mit BSB-Tickets gratis fahren lassen und versuche nun im Nachgang, Gelder für den eigenen Fehler zu bekommen. «Dass die Schweizer Seite nicht Teil des neuen gemeinsamen Seepasses ist, wird wohl auch ihre Gründe haben.»
Andere sehen die Verantwortung wiederum bei den BSB. «Wenn man sich anschaut, wie mit den Ticketverkäufen und der ganzen Situation umgegangen wurde, drängt sich schon der Verdacht auf, dass dahinter ein klares Kalkül steckt: die Schweizer Schiffe langfristig aus dem Hafen Konstanz fernzuhalten», schreibt Leser Urs Becker.
Leserschaft fordert Lösung
Ein grosser Teil der Userinnen und User fordert vor allem eines: eine rasche Einigung zwischen den Beteiligten – unabhängig von der Schuldfrage. Für Henry Erhard steht dabei der Kundennutzen im Vordergrund: «Solche Konflikte unter Nachbarn müssen jetzt echt nicht sein. Die Beteiligten sollen sofort eine geeignete Lösung finden, egal, wer Schuld hat. Es geht nämlich nicht um sie, sondern um die Kunden, die die Fähren benutzen.»
Auch Kurt Pfeffer betont die Notwendigkeit von Kompromissbereitschaft und pragmatischen Lösungen: «Einfach unglaublich! Solche Verträge sind immer ein Geben und ein Nehmen, bis man einen gemeinsamen Nenner findet! Gesunder Menschenverstand und Konsensfähigkeit sind hier gefragt!»
Etwas persönlicher und mit Blick auf die Konsequenzen für die eigene Nutzung äussert sich Markus Steiner. «Unabhängig davon, wer hier letztlich die Verantwortung trägt oder im Recht ist, hat dieser Streit mein Vertrauen in die Zusammenarbeit rund um den Bodensee nachhaltig beschädigt. Für mich war es das mit dem Bodensee, meine Ausflüge werde ich künftig wohl anders planen.»