Konflikt am Bodensee eskaliert
Schweizer Schiffe fahren nicht mehr nach Konstanz

Streit auf dem Bodensee: Schweizer Schiffe meiden diese Saison den deutschen Hafen Konstanz. Uneinigkeit über Ticketgelder und Tarife sorgt für Spannungen mit den deutschen Bodensee-Schiffsbetrieben.
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Schweizer Schiffe meiden diese Saison den Hafen Konstanz. (Im Bild: Romanshorn)
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Streit um Tarife bei Bodensee-Schifffahrt eskaliert zwischen Schweiz und Deutschland
  • SBS transportierte 5400 Passagiere mit BSB-Tickets, erhält aber kein Geld
  • Politik schaltet sich ein: Konflikt Thema bei IPBK-Sitzung Ende Mai
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Céline ZahnoRedaktorin Politik

Der Bodensee verbindet die Schweiz, Deutschland und Österreich – dementsprechend sind aus allen Ländern Schifffahrtsgesellschaften auf dem Gewässer tätig. Hinter den Kulissen gibt es nun Streit, wie die «Thurgauer Zeitung» berichtet. Es geht um Ticketgelder und Tarifsysteme – im Zentrum stehen die Schweizerische Bodensee Schifffahrt (SBS) und die deutschen Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB).

Benno Gmür ist Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer der SBS. Laut Gmür beförderte die Schweizer Flotte im vergangenen Jahr über 5400 Passagiere, die eigentlich im Besitz eines Billets der deutschen BSB waren. «Wir haben die Leistung erbracht, die BSB hat kassiert.» Das haben man aus Kulanz getan, weil man im Hintergrund die Zusammenarbeit im Bodenseeraum fördern wollte. Damit ist aber jetzt Schluss: Die SBS steuert in dieser Saison den Hafen Konstanz nicht mehr an. 

«Knallharte Machtpolitik»

Die beiden Betriebe hätten keine Einigung zu der Abgeltung der Billete erreicht, wie die Zeitung schreibt. Zusätzlich schwelt auch noch ein weiterer Konflikt zu den verschiedenen Tarifsystemen: Die Vereinigten Schifffahrtsunternehmen (VSU), in denen Deutsche, Schweizer und österreichische Betriebe vertreten sind, tun sich schwer damit, eine einheitliche Tageskarte anzubieten. 

Dass nun die Deutschen und die Österreicher nun einen gemeinsamen Seepass eingeführt haben, liess die Situation eskalieren. «Die SBS hatte keine Möglichkeit, Stellung zu beziehen», so Gmür. Es herrsche knallharte Machtpolitik, sagt er, und führt diese auf alte Feindseligkeiten zurück. 

Politik greift ein

Die Gegenseite weist die Vorwürfe zurück. Norbert Reuter, Geschäftsführer der BSB, findet: Dass Fahrgäste mit einem deutschen Ticket auf SBS-Schiffe gehen, habe nicht etwa mit einer Überlastung oder einer Fehlplanung der BSB zu tun, sondern mit der Fahrgastinformation. Das Problem müssten die Schweizer lösen.

Nun ist auch die Politik aktiv geworden. Der St. Galler SVP-Kantonsrat Philipp Köppel war im vergangenen Oktober an der Sitzung der Internationalen Parlamentarischen Bodenseekonferenz (IPBK). «Wir sind aus allen Wolken gefallen und schockiert über die Zustände, die auf dem Bodensee herrschen», so Köppel. Der Kanton St. Gallen hat nun eine Arbeitsgruppe initiiert, die vermitteln soll. 

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