Darum gehts
- Der Kanton St. Gallen will die Schiffsverbindung nach Quinten SG streichen, um jährlich rund 250'000 Franken zu sparen
- In der Blick-Umfrage sprechen sich 91 Prozent für den Erhalt der Verbindung aus
- Leser kritisieren die Sparpläne und betonen die Bedeutung des Kursschiffs für die Bevölkerung und den Tourismus
Das abgelegene Dorf Quinten SG steht vor einer ungewissen Zukunft: Der Kanton St. Gallen will die Schiffsverbindung zum Walensee-Dorf streichen und damit jährlich rund 250'000 Franken sparen. Für die Einwohnerinnen und Einwohner wäre das ein harter Einschnitt – denn Quinten ist nur zu Fuss oder per Schiff erreichbar. Die Ortschaft wäre mit der Massnahme quasi von der Welt abgeschnitten.
Der Kanton begründet die Sparmassnahme mit den geltenden Erschliessungsregeln: Er sei lediglich verpflichtet, Siedlungsgebiete mit mehr als 300 Einwohnerinnen und Einwohnern zu erschliessen. Für Quinten mit seinen gut 40 Bewohnerinnen und Bewohnern gelte diese Pflicht deshalb nicht. Gegen die geplante Streichung regt sich allerdings Widerstand.
Streit um Quintens Zukunft
Die geplante Streichung der Schiffsverbindung bewegt auch die Blick-Community. In einer Leserumfrage mit über 3600 Teilnehmenden sprechen sich 91 Prozent dafür aus, das Kursschiff zu erhalten. Nur 9 Prozent finden die Sparmassnahme nachvollziehbar.
Besonders deutlich wird der Unmut in den Kommentaren. Viele Leserinnen und Leser kritisieren die Sparpläne und betonen, wie wichtig die Schiffsverbindung für das abgelegene Dorf ist. So schreibt Hans Scheidegger: «Ein weiteres Beispiel, wie mit der einheimischen Bevölkerung umgegangen wird. Der eingesparte Betrag steht in keinem Verhältnis zu anderen Ausgaben, z. B. für die Sozialindustrie. Quinten braucht zweifellos die Unterstützung des Kantons!»
Für Leser Kurt Steiner ist klar: «Quinten gehört zur Kultur der Schweiz – ist ein Kulturgut und sollte als solches behandelt werden! Und damit es ein Kulturgut bleibt, muss es am Leben erhalten werden.» Dazu gehöre auch die Anbindung an den öffentlichen Verkehr – in diesem Fall per Schiff. Die geplante Einsparung kann er nicht nachvollziehen: «Wenn man an den gesparten Betrag denkt und wo überall hineingebuttert wird, dann kommt mir dies lächerlich vor!»
«Langsam reicht es!»
René Becker sieht in der geplanten Streichung ein Zeichen dafür, dass die St. Galler Regierung das Sarganserland vernachlässige. «Langsam reicht es! Das Sarganserland scheint für die Regierung in St. Gallen nur dann interessant zu sein, wenn es ums Steuernzahlen geht. Sobald unsere Region etwas braucht, wird gespart!», kritisiert er. Dass ausgerechnet die «lebenswichtige Schiffsverbindung» nach Quinten wegen 250'000 Franken gestrichen werden soll, stösst ihm sauer auf.
Auch Ruedi Ranz kann die geplante Streichung nicht nachvollziehen. Der Vorschlag sei «weder durchdacht noch einfach mal so umsetzbar». Die Schiffsverbindung und der Steg seien «aus touristischer Sicht eine der wichtigsten am Walensee». Mit einem Seitenhieb auf die Regierung schreibt er: «Eine Idee mit besserer Akzeptanz wäre, den Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements zu streichen – da wäre wahrscheinlich dieselbe Summe eingespart.»