Neue Tarife sorgen für Ärger
«Jetzt muss ich mir Brieftauben anschaffen!»

Die Post erhöht ab 2027 die Briefpreise erneut – und sorgt damit für hitzige Diskussionen. Viele Leserinnen und Leser wollen wegen der Preiserhöhung künftig noch seltener Briefe verschicken.
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Ab 2027 werden Briefe in der Schweiz teurer.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ab 2027 steigen die Portokosten: A-Post kostet 1.40, B-Post 1.10 Franken
  • Leserumfrage: 75 Prozent der Befragten lehnen die Erhöhung ab
  • 47 Prozent verschicken selten Briefe, 39 Prozent mehrmals monatlich
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Der Gang zum Briefkasten wird teurer. Ab 2027 kostet ein Standardbrief mit A-Post neu 1.40 Franken statt 1.20 Franken. Auch B-Post wird teurer und kostet neu 1.10 Franken statt bisher 1 Franken. Die Post und der Preisüberwacher haben sich auf die neuen Tarife geeinigt. Als Begründung nennt die Post den starken Rückgang der Briefmengen: Seit 2010 seien zwei von fünf Briefen verschwunden, während die Kosten für die Grundversorgung weiterhin hoch blieben.

Umfrage zeigt deutliche Kritik

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Der Entscheid sorgt bereits für Reaktionen. In einer Leserumfrage mit über 3900 Teilnehmenden wollte Blick wissen, wie die Community die höheren Portokosten einschätzt. Das Ergebnis fällt deutlich aus: 75 Prozent finden, dass der Service public nicht noch teurer werden dürfe. Nur 25 Prozent sehen die Erhöhung gelassen und sagen, ein paar Rappen würden für sie keinen Unterschied machen.

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Die höheren Preise könnten zudem Auswirkungen auf das Versandverhalten haben. 55 Prozent der Befragten geben an, dass sie künftig weniger Briefe verschicken würden, je teurer das Porto wird. 21 Prozent sagen hingegen, dass die höheren Kosten ihr Verhalten nicht verändern würden. Weitere 24 Prozent verschicken ohnehin kaum Briefe.

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Generell zeigt die Umfrage: Der Brief gehört für viele nicht mehr zum Alltag. 47 Prozent verschicken heute selten bis nie Briefe, während 39 Prozent noch mehrmals pro Monat zur Post gehen. 13 Prozent greifen sogar mehrmals pro Woche zum Briefumschlag.

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Bei der Frage, was ihnen bei der Post wichtiger wäre, steht der Preis an erster Stelle: 43 Prozent wünschen sich günstigere Tarife. Für 33 Prozent sind mehr Poststellen entscheidend, während 25 Prozent eine schnellere Zustellung bevorzugen.

Leser ziehen Konsequenzen

Auch in der Kommentarspalte überwiegt die Kritik. «Die Post war während 45 Jahren mein Arbeitgeber. Aber sie schafft sich selber ab», schreibt etwa Monika Weber. Die Konsequenz sei für sie klar: «Somit werde ich noch weniger per Post verschicken, leider.»

Ähnlich sieht es Nici Müller. «Ich werde versuchen, nichts mehr verschicken zu müssen. Das ist meine Konsequenz», schreibt sie. Bereits heute seien die Preise zu hoch: «Ich musste letzte Woche für ein A4-Kartoncouvert mit 100 Gramm 9 Franken bezahlen. Einfach jenseits!»

Kritisiert wird zudem, dass die Post trotz steigender Preise weniger Angebote bereitstelle. Giuseppe Li Pira verweist auf geschlossene Filialen und weggefallene Dienstleistungen: «Die Postomaten wurden entfernt – man muss ja fast eine Suchaktion starten, um noch einen zu finden. Und trotzdem erhöhen sie jedes Mal die Preise?»

Auch Tinu Gerber spart nicht mit Kritik: «Jetzt muss ich mir doch Brieftauben anschaffen. So schiesst sich die Post selbst ins Knie.» Der Service lasse schon lange zu wünschen übrig. «Ausbaden dürfen dies natürlich die Kunden und die Postangestellten an der Front. Das ist kein Service public mehr.»

Nicht alle lehnen die Erhöhung ab

Es gibt jedoch auch Stimmen, die den Entscheid nachvollziehen können. Sie argumentieren, dass die Post ihre Infrastruktur und die Grundversorgung auch bei sinkenden Briefmengen finanzieren müsse. So schreibt Leser Daniel Kuhni: «Es bestehen Infrastrukturen und Organisationen, welche Fix- und Lohnkosten verursachen. Bei geringeren Mengen an Briefen verteilen sich die Kosten auf weniger Sendungen. Das Ergebnis ist ein höherer Preis je Brief. Wer das nicht einsieht, lebt hinter dem Mond.»

Ähnlich argumentiert Rolf Wiederkehr. Für ihn ist die Preiserhöhung ein «unternehmerischer Entscheid, der nachvollziehbar ist». Weniger Volumen bedeute zwangsläufig höhere Kosten pro Sendung, «auch wenn es uns Konsumenten nicht passt».

Auch Ryan Kand widerspricht der verbreiteten Kritik. «Nicht die Post schafft sich ab, sondern die Leute versenden immer weniger Briefe, weshalb die Post zu wenig Einnahmen hat, um profitabel zu wirtschaften.» Der Preis sollte seiner Meinung nach deshalb nicht sinken, sondern steigen. «Der Aufwand für die Grobsortierung der Post am Zielort, den Transport quer durch die Schweiz sowie die Feinverteilung und Zustellung bleibt gleich. Die Arbeit und die Kosten für einen einzelnen Brief steigen entsprechend, und die Post verdient damit kein Geld mehr.»

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