Neue Brot-Regel sorgt für Kritik
«Was will man mit diesem Deklarationswahnsinn bezwecken?»

Seit Anfang 2025 muss die Herkunft von Gipfeli, Brot und Weggli deklariert werden. Was für die einen längst überfällige Transparenz ist, sehen andere als unnötige Bürokratie. Die neue Deklarationspflicht spaltet die Blick-Community.
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Bäckereien und Gastrobetriebe müssen heute angeben, woher die feilgebotenen Brote und Backwaren im Offenverkauf stammen.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Seit 1. Februar 2025 gilt Deklarationspflicht für Herkunft von Backwaren in der Schweiz
  • Im Kanton Aargau wurden bereits 350 Verstösse gegen die Regelung registriert
  • 57 Prozent von 8900 Umfrageteilnehmenden bevorzugen Schweizer Backwaren beim Einkauf
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Ob Gipfeli aus der Bäckerei, Sandwich vom Beck oder das Brotkörbli im Restaurant: Seit dem 1. Februar 2025 muss bei offen verkauften Backwaren gut sichtbar angegeben werden, in welchem Land sie hergestellt wurden. Mit der neuen Deklarationspflicht will der Bund mehr Transparenz schaffen. Denn viele Konsumentinnen und Konsumenten gehen davon aus, dass Brot und Feinbackwaren aus Schweizer Produktion stammen, obwohl in den vergangenen Jahren deutlich mehr Backwaren importiert wurden.

Die Kontrollen zeigen jedoch: Zahlreiche Betriebe halten sich nicht an die Vorschriften. Allein im Kanton Aargau wurde die fehlende Deklaration der Brotherkunft in rund 350 Fällen beanstandet. Betriebe müssen die Mängel beheben, bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstössen sind je nach Sachverhalt sogar strafrechtliche Konsequenzen möglich.

Herkunft spaltet die Leserschaft

Die Diskussion um die Herkunft von Brot und Backwaren bewegt auch die Blick-Community. In einer Umfrage mit über 9000 abgegebenen Stimmen zeigt sich: Für eine Mehrheit ist das Produktionsland entscheidend. 57 Prozent der Teilnehmenden geben an, beim Kauf von Brot, Gipfeli und Co. immer auf Schweizer Backwaren zu achten.

Weitere 13 Prozent achten zumindest manchmal darauf – etwa bei besonderen Backwaren. Für fast ein Drittel hingegen ist die Herkunft weniger wichtig: 29 Prozent sagen, das Produktionsland sei ihnen egal, entscheidender sei der Preis.

Kritik an «Deklarationswahnsinn»

Auch in der Kommentarspalte gehen die Meinungen auseinander. Einige Leserinnen und Leser begrüssen die neue Transparenz, andere sehen darin vor allem zusätzlichen Aufwand und unnötige Bürokratie. So schreibt Leser Reto Stork: «Wer hat denn dieses sinnlose Bürokratiemonster geschaffen? Mich interessiert nicht, woher etwas kommt, sondern wie es hergestellt wurde. Schweizer Herkunft ist nicht mit Qualität gleichzusetzen.»

Leserin Danielle Helen Enz kann der Regelung ebenfalls wenig abgewinnen. «Bei Fleisch kann ich die Deklarationspflicht verstehen, wegen der Tierhaltung und möglichen Antibiotika im Fleisch. Aber ob das Stück Brot, das ich zum Salat im Restaurant esse, aus der Schweiz oder aus Frankreich stammt, ist mir piepegal.»

Kritisch äussert sich zudem Karin Sutter. Sie hinterfragt, welchen Weg die Schweiz mit solchen Vorschriften eigentlich einschlagen wolle. «Die Politik macht uns all diese Vorschriften bezüglich Deklaration, aber vernetzt die Schweiz auf der anderen Seite weltweit: EU-Verträge, Freihandelsabkommen etc. Was wollen sie jetzt eigentlich mit diesem Deklarationswahnsinn bezwecken? Zweigleisig fahren? Die eigene Wirtschaft unterstützen, aber auch so viel wie möglich importieren?»

«Längst überfällig»

Doch die neue Regelung erhält in der Community nicht nur Gegenwind. Leser Peter Stutz hält die Deklarationspflicht für «längst überfällig». Konsumentinnen und Konsumenten hätten ein Recht darauf, zu wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. «So können wir Schweizer Produktionsstandorte und lokale Bäckereien gezielt unterstützen.»

Auch Rolf Stäheli hält den Vorwurf eines unnötigen Bürokratiemonsters für falsch. «Das Gesetz verlangt keine komplexen Zertifizierungen.» Der kleine administrative Aufwand wiege den Nutzen auf. Er verhindere, dass billige, im Ausland industriell gefertigte Teiglinge intransparent als vermeintlich lokales Handwerk verkauft werden. «Dies schützt die hiesige Wirtschaft vor unfairem Wettbewerb», ergänzt er.

Ähnlich argumentiert Peter Gerber. Ohne Deklaration könnten Konsumentinnen und Konsumenten kaum eine bewusste Entscheidung treffen. «Wie soll ich als Konsument etwas beurteilen, wenn es keine Deklaration gibt? Zum Glück gibt es noch Konsumenten, die ihre Verantwortung für Umwelt, Tiere und Schweizer Arbeitsplätze wahrnehmen wollen», schreibt er.

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