Darum gehts
- FDP Zug fordert bessere Integration von Expats durch Sprache und Vereine
- Leserumfrage: 60 Prozent der Befragten befürworten verpflichtendes Erlernen der Landessprache
- 6 Prozent sprechen sich für freiwillige Integration aus
Mit all den nationalen und internationalen Firmen ist Zug der Schweizer Expat-Kanton schlechthin. Nach dem Nein zur 10-Millionen-Initiative will die Zuger FDP nun aber genau die ausländischen Arbeitskräfte angehen, welche sie zum Wirtschaftswunder machten. Die Freisinnigen fordern, dass Zuwanderinnen und Zuwanderer sich stärker an Schweizer Gepflogenheiten anpassen.
Genauer sollen nationale und internationale Firmen im Kanton die Landessprache bei Angestellten strikter einfordern. Auch sollen sie sicherstellen, dass sich Expats in lokalen Vereinen wie der Feuerwehr oder dem lokalen Schützenverein engagieren. Auch viele Leserinnen und Leser äussern ihre Frustration zu mangelhafter Integration.
Community-Mehrheit ist für bessere Integration
In einer Leserumfrage fordern 60 Prozent der Teilnehmenden Expats ebenfalls dazu auf, unsere Landessprache zu erlernen. Die Eingliederung von Zuwanderern in Vereine und in die Gemeinschaft ist weiteren 34 Prozent ein wichtiges Anliegen.
Hingegen sind nur die verbleibenden 6 Prozent der Meinung, Integration solle auf freiwilliger Basis stattfinden. Auch in der Kommentarspalte aktiviert das Anliegen der FDP die Leserschaft. Dort gehen die Meinungen deutlich stärker auseinander.
«Man kommt sich als Schweizer fremd vor»
In Sachen Sprachkompetenz stimmen viele Leserinnen und Leser mit den Liberalen überein. Imos Roller kommentiert etwa: «Schon vor 15 Jahren wurde man in den Läden in Zug in Englisch angesprochen. Daran muss sich etwas ändern!» Pius Muff berichtete ebenso: «In Zug reden sehr viele wie selbstverständlich Englisch. Man kommt sich als Schweizer fremd vor.»
Für Verena Winterberg ist es eine Sache des Anstandes: «Natürlich muss ich mich in einem anderen Land anpassen und selbstverständlich deren Sprache lernen! Dies ist der Mindestrespekt gegenüber dem Land, in dem ich mich als Gast aufhalte.»
Auch Peter Althaus unterstreicht: «Wer in einem Land lebt, sollte zumindest der Landessprache mächtig sein!»
«Damit vergrault man die Arbeitskräfte nur»
Andere Kommentierende nehmen eine eher skeptische Haltung ein, vor allem bei der Vereinseinbindung. René Widmer fragt sarkastisch: «Was erwartet die FDP? Müssen jetzt alle Expats jodeln, Alphorn blasen und in den Schwingklub?» Florian Meier zweifelt ebenfalls: «Warum soll ein Expat einem Verein beitreten? Wenn er das nicht will, kann man ihn auch nicht dazu zwingen.»
Auch Ursi Kuster schreibt: «Dass sie sich in einem Verein engagieren müssen, geht dann doch zu weit. Mittlerweile haben auch viele Schweizer darauf keine Lust mehr. Vereinsmitglied sein sollte Spass machen und nicht aufgezwungen werden.»
Johann Kroiss hebt zudem hervor: «Expats leben ein paar Jahre dort und ziehen weiter. Lasst sie in ihrem Mikrokosmos. Wozu sollen sie in solche Traditionsvereine wie zu den Schützen oder den Schwingern? Damit vergrault man die Arbeitskräfte nur.»