Darum gehts
- Das Zuger Parlament berät am Donnerstag über 15-Millionen-Darlehen für Privatschule
- SVP kritisiert Luxus-Schule mit Gebühren von bis 40'000 Franken jährlich
- Geplante Erweiterung kostet 66 Millionen, 15 Millionen sollen aus Kantonshilfe kommen
Bürgerliche stören sich daran, dass einmal mehr «reiche Expats» profitieren sollen. Die Zuger Bevölkerung aber habe nichts davon. Die Kantonsregierung dagegen spricht von einer Stärkung der Standortattraktivität für internationale Fachkräfte. Am Donnerstag berät das Parlament über ein 15-Millionen-Franken-Darlehen für die International School of Zug and Luzern (ISZL).
Die Privatschule plant eine Erweiterung. Geplant ist der Neubau eines Middle-School-Schulhauses am heutigen Standort in Hünenberg, inklusive Cafeteria, Einstellhalle und Mehrzweckgebäude. Gesamtkosten: 66 Millionen Franken.
«Schweizer Kinder praktisch nicht anzutreffen»
Das aber könne die Schule nicht alleine stemmen. Der Kanton Zug soll daher mit einem Darlehen bis 15 Millionen Franken in die Bresche springen. Die Regierung ist für das Vorhaben. Die solide Finanzlage des Kantons ermögliche die Unterstützung, berichtet Zentralplus. Zudem könnten Teile der Gebäude öffentlich genutzt werden.
Die Kritik an der Finanzspritze aber ist gross: «Die ISZL ist eine private Luxus-Schule mit Jahresgebühren von 26'000 Franken im Kindergarten bis zu 40'000 Franken in der Highschool – fast ausschliesslich für Kinder von vermögenden ausländischen Familien», so SVP-Kantonsrat Alex Haslimann in einem Leserbrief. «Schweizer Kinder sind dort praktisch nicht anzutreffen.»
Integration würde zu massiven Platzproblemen führen
Expats hätten im Kanton schon heute viele Privilegien: steuerliche Sonderregeln, überdurchschnittliche Einkommen, oft grosszügige Arbeitgeberbeiträge an Mieten oder Schulkosten. Steuergelder gehörten in die Volksschulen und nicht «in die Taschen einer elitären Minderheit», zitiert «Zentralplus» den SVP-Mann. Und Haslimann ist nicht der einzige Kritiker.
Schon in der vorberatenden Kommission war das Geschäft umstritten. Dabei ging es etwa um die Frage, warum der Kanton Zug die Rolle einer Bank übernehme. Positiv bewertet worden sei, dass die ISZL die Gemeindeschulen massiv entlaste. Eine Integration dieser Schüler würde zu massiven Platzproblemen und hohen Kosten führen.
So kam die Kommissionsmehrheit zum Schluss, dass ein Darlehen im öffentlichen Interesse liege. Auch sei das Risiko für den Kanton gering. Im Parlament wird dennoch mit einer hitzigen Debatte gerechnet.