Leser zum SRF-Unterhaltungsprogramm
«Zu teuer, für das, was abgeliefert wird»

Bedeutet die Halbierungs-Initiative das Aus für die Unterhaltung bei SRF? Viele Kritiker fordern, dass der Sender bei Formaten wie «Landfrauenküche» und «Happy Day» sparen soll. Das sieht die Community nicht anders und schlägt eine Alternative vor.
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Die Unterhaltungssendungen von SRF stehen in der Kritik – gleichzeitig feiern Sendungen wie «Happy Day» grosse Erfolge.
Foto: SRF/Gian Vaitl

Darum gehts

  • SRG-Abstimmung steht bevor, erste Couverts eingereicht
  • Kritiker fordern Abschaffung teurer Formate
  • SRF-Befürworter betonen Programmvielfalt
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Alessandro KälinRedaktor Community

Ein SRF-Programm ganz ohne Unterhaltung? Was unvorstellbar scheint, ist aktuell der zentrale Schwerpunkt der Debatte rund um die Halbierungs-Initiative. Im Kampf um möglichst tiefe Serafe-Gebühren knöpfen sich die Befürworter der Initiative nun auch das Unterhaltungsprogramm vor. Am Pranger stehen Unterhaltungssendungen wie «Landfrauenküche» und «Happy Day».

Das gefällt Manuela Diethelm, Abteilungsleiterin Unterhaltung bei SRF, ganz und gar nicht. Sie hält damit dagegen, dass die Vorgabe der SRG sei, ein breites Publikum zu erreichen. Das aktuelle Unterhaltungsprogramm helfe dabei, verschiedene Bevölkerungsschichten anzusprechen und zu verbinden. Für sie ist klar: «Das Gegenteil von Unterhaltung ist nicht Information, sondern Langeweile.» Viele Leserinnen und Leser sind anderer Meinung. 

«Zu teuer, für das, was abgeliefert wird»

Die Mehrheit der Leserschaft kritisiert Diethelms Aussagen. Einzelne Formate stehen besonders hart in der Kritik. Tanja Berger beanstandet: «Genau wegen ‹Happy Day›, ‹Landfrauenküche› und ‹Hüttengeschichten› bin ich für die Initiative! Unterhaltung, ja, aber bitte kein solcher Blödsinn!» Philipp Krick schliesst sich an: «Wenn solche Sendungen als Top-Formate bezeichnet werden, ist alles über diesen Sender gesagt.» Für Thomas Perler sind die besagten Formate schlicht «zu teuer, für das, was abgeliefert wird».

Luise Sindrella schreibt im Allgemeinen: «Es braucht keinen aufgeblähten Medienapparat mit Dauer-Sport, seichter Unterhaltung und künstlicher Identitätsstiftung.» Der Staat solle sich auf verlässliche Krisenkommunikation und sachliche Informationen beschränken. «Unterhaltung gehört nicht in eine Zwangsgebühr.»

«Sollen diejenigen zahlen, welche sowas konsumieren»

Für viele wären Unterhaltungsformate besser in einem freiwilligen, zahlungspflichtigen Umfeld aufgehoben. Oskar Fischer gehört dazu: «All diese teuren Eigenproduktionen braucht es wirklich nicht. Wenn die SRG drauf beharrt, können die mit einem separaten Abo angeboten werden.»

Niels Bachmann schliesst sich an: «Das SRF-Unterhaltungsprogramm ist seit Jahren für die Tonne. Sollen diejenigen zahlen, welche sowas konsumieren.» Auch Stephan Trutmann schreibt deutlich: «Wer das will, kann das selber bezahlen. Pay-TV heisst das Zauberwort.»

«Die SRG muss ein vielfältiges Programm für alle anbieten»

Doch nicht alle wollen die Unterhaltung beim SRF missen. Stefan Kottmann hebt hervor: «Die SRG muss ein vielfältiges Programm für alle anbieten. Die einen wollen Sport, andere wollen mehr Kultur. Wieder andere wollen eben mehr Unterhaltung.»

Auch Carolina Mut ist klar für die Vielfalt: «Jeder mag andere Sendungen. Meines Erachtens sollte SRF für alle etwas anbieten, sei dies ‹Happy Day›, ‹Sternstunde Philosophie›, ‹Arena› oder Sport. Dafür bezahle ich gern.»

Giuseppe Leone fragt: «Was es wohl kostet, wenn alle Leistungen der SRG, Information, Sport und Unterhaltung, in Zukunft nur noch per Einzel-Abos zu sehen sind? Da sind die aktuellen 300 Franken ein Spottpreis.» Auch Denis Rutz sieht es nicht anders: «Ein weiterhin sehr gutes Programm fordern, gleichzeitig aber die Hälfte aller Geldmittel streichen wollen – genau mein Humor.»

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