Darum gehts
- Migros verkauft Tegut in Deutschland, 340 Filialen betroffen
- Verlust von 570 Millionen CHF sorgt für heftige Kritik
- 90 Prozent einer Umfrage sehen Tegut als teuren Managementfehler
Die Migros hat sich einen teuren Fehler geleistet. Deren Bio-Kette Tegut im deutschen Nachbarland wird aufgegeben und verkauft. Über 7400 Angestellte in 340 Filialen sind betroffen. Zudem hat die Genossenschaft damit einen Verlust von 570 Millionen Franken.
Patrik Pörtig (46), Chef der Migros Zürich, macht unter anderem die Konkurrenz in Deutschland verantwortlich. Als regionaler, mittelständischer Anbieter habe Tegut nicht mithalten können. In seinen Worten ist Tegut «langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig». Ungeachtet der Gründe für das Fiasko üben unsere Leserinnen und Leser deutliche Kritik an dem Discounter-Riesen.
Community übt Kritik
Eine Leserumfrage mit über 4500 Teilnehmern zeigt, dass ganze 90 Prozent das Scheitern von Tegut als einen klaren und obendrein teuren Fehler wahrnehmen.
Dementgegen sind nur 10 Prozent der Meinung, dass solche Risiken schlicht zum Geschäft gehören. Auch in den Kommentaren dominieren die kritischen Stimmen gegenüber der Migros.
«Einmal mehr ein Migros-Flop des unfähigen Managements»
Die Mehrheit der Leserschaft ist unzufrieden mit dem Detailhändler. Michael Wichtermann blickt auf weitere Fehltritte zurück: «Das erinnert stark an andere Fehlschläge wie Alnatura, Hotelplan und das Einstampfen von Eigenmarken. Der Wurm ist drin.» Emi Samunar stimmt zu: «Die Migros macht so ziemlich jeden Fehler, den man machen kann. Ich war früher einmal ein Migros-Kind.»
Manche sehen den Schaden vor allem bei sich selbst als Kunden. Martin Uebelhart beanstandet: «Seit Jahren verliert die Migros Millionen, und die Kunden zahlen die Verluste indirekt mit.» Auch Juan Carlos Schoch hebt hervor: «Kein Wunder, sind die Lebensmittel von der Migros so teuer. Der Konsument muss alle diese Abenteuer bezahlen.» Beat Meier schreibt klar: «Tegut hätte man schon vor vielen Jahren abschieben müssen. Einmal mehr ein Migros-Flop des unfähigen Managements.»
«Da sollten mindestens zehn Leute sofort zurücktreten»
Für viele Leserinnen und Leser herrscht klar Handlungsbedarf in der Chefetage der Migros. Renato Horisberger fragt etwa: «Nach den vielen Fehlern frage ich mich: Warum wird die oberste Führungsspitze nicht zur Rechenschaft gezogen?» Dieter Schürer ist ähnlicher Meinung. Er ergänzt: «Migros ist eine Genossenschaft. Aber die Herren des Managements verhalten sich nicht so. Sie benehmen sich, als sei es ihre eigene private Firma.»
Peter Saladin fordert: «Da sollten mindestens zehn Leute sofort zurücktreten. Von Juristen bis zum Projektleiter. Alle weg.» Und Roland Lichtsteiner zweifelt daran, dass es trotz des Fehlerausmasses grosse Konsequenzen geben wird: «Verantwortung tragen und geradestehen, das wird auch dieses Mal niemand müssen.»