Leser zu Wildcampern
«Gratisübernachtungen sind kein Menschenrecht!»

Solothurn hat an der Aare Verbotsschilder gegen Wildcamping aufgestellt. Ein beliebter Platz wird entgegen der Regeln immer wieder als Übernachtungsort missbraucht. Einen offiziellen Campingplatz gibt es in der Stadt nur einen. Die Massnahme spaltet unsere Community.
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Die Stadt Solothurn hat am Ritterquai aufgrund von «Rückmeldungen und Reklamationen aus der Anwohnerschaft» ein Verbotsschild aufgestellt.
Foto: Lucien Fluri

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Stadt Solothurn verbietet Wildcamping am Ritterquai wegen Anwohner-Reklamationen
  • Einziger TCS-Campingplatz kostet 59 bis 103 Franken pro Nacht
  • Community fordert günstigere Alternativen für Camper in der Schweiz
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Alessandro KälinRedaktor Community

Am Ritterquai in Solothurn wird dem Wildcamping der Riegel geschoben. Die Stadt hat aufgrund von Reklamationen aus der Anwohnerschaft Verbotstafeln auf dem beliebten Platz an der Aare aufgestellt. Campieren war dort gemäss einer Sprecherin schon immer verboten. Die Schilder sollen laut ihr lediglich über die Bestimmungen informieren, da diese laufend ignoriert würden. Immer wieder würden Camper dort übernachten.

Die einzige Alternative ist in der Stadt aktuell der TCS-Campingplatz. Dort beläuft sich ein Stellplatz zur aktuellen Jahreszeit auf 59 bis 103 Franken pro Nacht. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Gemeinde gegen Wildcamper vorgeht. Die Gemeinden Frutigen BE, Wildhaus SG, Obergoms und Goms VS haben bereits ähnliche Verbote erlassen. In unserer Community löst der Fall in Solothurn eine hitzige Diskussion aus. 

«Die denken wohl, alles im Leben ist gratis»

Viele Leserinnen und Leser können die Massnahme der Stadt nachvollziehen. Marcel Ammon ist einer von vielen, die kritisch gegenüber Wildcampern sind: «Es ist längst überfällig, gegen diese Low-Budget-Urlauber vorzugehen, die überall gratis übernachten und ihren Müll nicht entsorgen. Die sollen offizielle Campingplätze benutzen, oder zu Hause bleiben!» Heini Töni ist aufgebracht: «Unmöglich, diese Wildcamper! Die denken wohl, alles im Leben ist gratis.»

Georg Blaser tadelt: «Man sollte halt vorausplanen und das eigene Geld nicht nur für den Camper verpulvern. Alle anderen müssen auch für Stellplätze bezahlen.» Ulrich Hirter fordert noch drastischere Massnahmen: «Warum reagieren nur diese Gemeinden? Meines Erachtens sollten alle Kantone gegen sowas vorgehen. Mit Patrouillen, beispielsweise.» Auch Hans Meyer kommentiert: «Gratisübernachtungen sind kein Menschenrecht!»

«Unglaublich, wie immer gegen die Camper gehetzt wird»

Andere stehen klar auf der Seite der Camper. Theodor Weber beanstandet etwa: «Unglaublich, wie immer gegen die Camper gehetzt wird. Ist doch wirklich nicht schlimm, wenn jemand eine Nacht an der Aare übernachtet.» Stefan Emmenegger bedauert: «Eigentlich sollte erlaubt sein, was nicht wirklich stört. Aber weil ein paar wenige sich nicht an die Regeln halten, wird eine Hexenjagd gegen alle betrieben. Von Toleranz und Anstand keine Spur.» 

Auch Hans Meier kritisiert: «Typisch Bünzliland Schweiz. Aber Hauptsache, die Kassen der Campingplatzbetreiber und der Stadt sind voll.» So fragt auch Andi Karrer: «Was ist daran so schlimm, auf einem leeren Platz zu übernachten? Denen geht es wieder nur ums Geld!»

Community fordert bezahlbare Alternativen

Eine weitere Lesergruppe sieht die Ursache für die vielen Wildcamper anderorts. Mikael Matthey fragt etwa schockiert: «103 Franken für eine Nacht auf einem Stellplatz? Sorry, das sollte nicht sein.» Auch für Luisa Schmid ist klar: «Ich glaube, die Preise sind hier das wahre Problem.» Daniele Lenzo hebt hervor: «Wenn ein Stellplatz 103 Franken kostet, landet man halt irgendwo. Das ist kein Charakterfehler, das ist ökonomisches Denken. Verbotstafeln lösen das Problem nicht, sie verschieben es nur.»

Christoph Mati relativiert: «Wildcampen ist nicht okay und muss verboten werden. Aber es muss dafür auch Infrastruktur erstellt werden und zu vernünftigen Preisen angeboten werden.» Auch Norbert Koller sieht nur eine Lösung: «Wenn Wildcampen eingeschränkt wird, braucht es auch bezahlbare Alternativen. Genau daran fehlt es in der Schweiz.»

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