Darum gehts
- Die Grünen kritisieren Umweltminister Rösti und fordern schärfere Klimamassnahmen
- Leser werfen den Grünen Bevormundung, Verbote und teure Forderungen vor
- Viele für Klimaschutz, aber gegen grüne Blockadepolitik
Für die Grünen bleibt das Klima auch nach dem Hitzesommer ein Brennpunkt. Parteipräsidentin Lisa Mazzone (38) und Kollegenschaft kritisieren Umweltminister Albert Rösti scharf für seine Klimapolitik. Sie fordert, dass dem Bundesrat das Umweltdepartement entzogen wird und dass deutlich griffigere Massnahmen gegen die Klimaerwärmung ausgearbeitet werden.
Neben einem eigenen Staatssekretariat für Klimaschutz fordert die Zürcher Nationalrätin Marionna Schlatter (45) den endgültigen Abbau fossiler Energien. Fraktionschefin Greta Gysin (42) spricht zudem von einer grossen Hitzedebatte im Parlament, die im Herbst geführt werden soll: «Wenn der Bundesrat nicht handelt, muss es halt das Parlament.» In unserer Community stehen allerdings die wenigsten auf ihrer Seite. Stattdessen rechnet unsere Leserschaft mit der Grünen Partei ab.
«Eure Verbotspartei brauchen wir nicht!»
Manchen Leserinnen und Lesern werden die andauernden Forderungen der Grünen zu viel. Stephan Trutmann ist einer von vielen: «Ich habe langsam genug davon, dass die uns vorschreiben, wie wir zu leben haben.» Stephan Wyss kritisiert ebenso: «Fordern, verbieten und unnötige Ämter schaffen. Viel mehr scheint den Grünen zur Klimapolitik nicht mehr einzufallen. Kaum ist ein Sommer heiss, wird in Bundesbern die nächste Hitzeschlacht ausgerufen.»
Markus Fäh spricht sich gegen ein Staatssekretariat für Klimaschutz aus: «Natürlich, noch eine teure Behörde zwecks Beschäftigung von Parteigenossen! Gehts noch?» Thomas Lutz vermutet gar: «Ich denke, es geht nur darum, weitere Steuern zu erfinden und sich selbst mit lukrativen Posten auszustatten.»
Marcel Ferrat kritisiert: «Die Grünen fordern wieder einmal und bezahlen sollen es wie immer wir Bürger. Genug!» Peter Habluetzel richtet sich direkt an die Politikerinnen und Politiker: «Eure Verbotspartei brauchen wir nicht! Hoffentlich kommt die Quittung bei den nächsten Wahlen.» Für Klaus Müller ist klar: «Die Zeit der Grünen ist vorbei – trotz Hitzesommer.»
«Mit ihrer kompromisslosen Haltung schaden die Grünen sich selbst»
Viele Kommentierende stehen weiterhin hinter dem Klimaschutz, haben aber schlicht das Vertrauen in die Grünen verloren. Gemäss Michael Ronner hat die Partei ihre Chancen bei der Wählerschaft vertan. Er führt aus: «Mit ihrer kompromisslosen Haltung schadet sich die Partei selbst. Wer in einer Demokratie niemandem entgegenkommt, wirkt auf viele Stimmbürger schlicht zu weit vom Alltag entfernt.»
Michael Ronner schreibt: «Viele Bürger sind für den Umweltschutz. Aber sie wollen gleichzeitig eine starke Wirtschaft, bezahlbare Lebenskosten und weniger Bürokratie. Diese Menschen verliert man mit starrer Blockadepolitik.» Marcel Pfister fügt hinzu: «Die Abwahl der Grünen aus dem Ständerat hat gezeigt, wo die Stimmbevölkerung die Grenze zwischen pragmatischer Politik und reiner Ideologie zieht.»
Rolf Benedetti merkt in Bezug zur Kritik an Rösti an: «Die Grünen sollten sich nicht auf dieses Niveau herabbegeben. Der Umweltschutz ist eine gemeinsame Bemühung, kein Kampf. Einen Bundesrat so zu kritisieren, ist der falsche Weg.»