Darum gehts
- E-Autos in Basel-Stadt wegen mehr als 5 Prozent Marktanteil bald ohne Steuerbonus
- 53 Prozent der 4900 Befragten fordern komplettes Ende der Steuervorteile
- Kantone Solothurn, Zürich und St. Gallen planen ähnliche Steuererhöhungen
E-Autofahrer könnten in Basel-Stadt schon bald zur Kasse gebeten werden. Bisher profitierte dort jeder mit E-Auto in der Garage von einer 50 Prozent tieferen kantonalen Motorfahrzeugsteuer. Dies allerdings nur, solange der Anteil an klimafreundlichen Fahrzeugen weniger als 5 Prozent des Gesamtverkehrs ausmacht. Letztes Jahr wurde dieser Wert erstmals überschritten, weswegen es bald Steuererhöhungen hageln könnte.
Alle Kantone regeln ihren Steuerbonus für E-Autos anders. Die steuerliche Annäherung an die Verbrenner ist jedoch nicht nur in Basel ein Thema. In Solothurn, Zürich und St. Gallen gibt es ebenfalls Pläne, E-Autohalter künftig mehr zur Kasse zu bitten. Zudem will Verkehrsminister Albert Rösti (58, SVP) Elektrofahrzeuge auf Bundesebene mit einer neuen Steuer belegen. Für viele in unserer Community ist dieser Schritt schon lange überfällig. Das zeigt unsere Umfrage deutlich.
Die Mehrheit der Leserschaft hat genug von den Steuerrabatten
Von den über 4900 Umfrageteilnehmern geben ganze 53 Prozent an, dass die Steuerrabatte für E-Autos vollkommen verschwinden sollen. Sie erhoffen sich dadurch steigende Steuereinnahmen, die für öffentliche Aufgaben genutzt werden können.
34 Prozent halten wiederum an den steuerlichen Vorteilen für Stromer fest, um den Umstieg auf klimafreundliche Fahrzeuge zu fördern. Laut den verbliebenen 12 Prozent sollten die Steuerabgaben für E-Autos grundsätzlich neu geregelt werden, um besonders klimafreundliche oder innovative Fahrzeuge gezielter fördern zu können. Die E-Auto-Gegner haben auch in den Kommentaren die Oberhand.
«E-Autos benutzen die Strassen genauso wie Verbrenner»
Viele Kommentierende nehmen die Steuervorteile, die Elektroautos aktuell noch gegenüber Verbrennern haben, als unverhältnismässig wahr. So fragt etwa Anton Meier: «Elektroautos belasten die Strassen ebenfalls, warum sollten diese also steuerlich bevorzugt werden?» Heiri Rickli schliesst sich an: «Die gleichen Steuern für E-Autos wie für alle anderen auch!» Judith Ilo hebt zudem hervor: «E-Autos benutzen die Strassen genauso wie Verbrenner, also sollten sie gleich besteuert werden. Die Batterien sind – so weit ich weiss – auch alles andere als umweltfreundlich.»
Für Beat Oberholzer kommt der Umschwung auf Kantonsebene wenig überraschend: «Ist ja logisch. Wie sonst soll künftig der Autobahnunterhalt bezahlt werden, wenn die Mehrheit der Autos E-Autos sind?» Giuseppe Grimaldi fügt an: «Dass Bund und Kantone anfänglich durch ein Anreizsystem die E-Autos fördern, um den Klimazielen näher zu kommen, ist legitim. Dass diese Anschubfinanzierung nun zurückgefahren wird, finde ich richtig.»
«Klimawandel und Umweltschutz sagt euch wohl allen nichts»
Andere Leserinnen und Leser sind überzeugt, Bund und Kantone würden damit einen Fehler begehen. Peter Saladin richtet sich direkt an die Leserschaft: «Klimawandel und Umweltschutz sagt euch wohl allen nichts, oder? Einfach traurig.» Simon Grossen kommentiert: «Ich verstehe das ideologische Festhalten an Verbrennerautos einfach nicht. Warum sollten wir uns für fossile Brennstoffe weiterhin in anderen Ländern abhängig machen?»
Thomas Meier plant, den Stromern trotzdem treu zu bleiben: «Interessiert mich null. Es könnte auch das Vierfache kosten. Dennoch würde ich im Leben nie mehr unsere zwei E-Renner für einen lahmen Dino-Verbrenner hergeben!» Theo Metis ist wiederum weniger von den Zukunftsaussichten begeistert: «Seit 2019 fahre ich Elektroauto. Wenn ich nun aber schlussendlich mehr bezahle als ein Benziner, wechsle ich eben wieder. Schade für die Umwelt.»