Abstand zu Verbrenner schmilzt
E-Autos lohnen sich trotz höherer Unfallkosten

Laut einer Auswertung kosten Unfälle mit E-Autos bis zu 20 Prozent mehr. Hauptgrund ist die komplexe Technologie. Doch der Kostenunterschied zum Verbrenner schmilzt.
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Stromer sind zuverlässiger als Verbrenner. Doch bei einem Unfall wird es schnell teuer. Im Bild: Crashtest des Versicherers Axa.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schadenkosten von E-Autos 2021 bis 2023 laut GDV 15 bis 20 Prozent höher
  • Reparaturen teurer wegen Spezialwerkzeugen und höheren Stundensätzen
  • Dafür: Pannenhäufigkeit bei fünfjährigen E-Autos 40 % geringer als Verbrennern
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Gabriel KnupferRedaktor News

Es gibt gute finanzielle Gründe, die für ein E-Auto sprechen: Treibstoff und Wartung sind in der Regel massiv günstiger als beim Verbrenner. Anders sieht es bei den Schadenbilanzen der Stromer aus: Unfälle mit E-Autos sind noch immer teurer, wie eine Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherer (GDV) vom vergangenen Jahr nahelegt.

Konkret waren laut GDV die Vollkasko-Schäden von E-Autos in den Jahren 2021 bis 2023 15 bis 20 Prozent höher als bei ähnlichen Verbrennern. Allerdings ist diese Zahl umstritten. Die Prüfgesellschaft Dekra kam 2024 auf einen Unterschied von nur zehn Prozent bei wirklich vergleichbaren Autos.

Der Grund: Die Gesamtflotte der E-Autos ist deutlich jünger als diejenige der Verbrenner. Das verzerrt die Auswertung, denn die moderne Technik treibt die Reparaturkosten unabhängig des Antriebs in die Höhe.

Reparaturen können schwieriger sein

Aber warum sind die Unfallkosten bei Stromern überhaupt höher? Viele Betriebe rechnen für E-Autos höhere Stundensätze ab, berichtet «Autobild». Die Beschäftigten brauchen zusätzliche Qualifikationen, und für die Reparaturen sind spezielle Prüfgeräte und Werkzeuge nötig. In einigen Fällen muss das Fahrzeug auch spannungsfrei geschaltet werden.

Dazu kommt: Arbeiten an einer beschädigten Antriebsbatterie und der Austausch von Hochvoltkomponenten sind aufwendig und teuer. Bei den meisten kleineren Schäden spielt das aber keine Rolle. (Auch interessant: Warum der Mechaniker beim E-Auto fast arbeitslos wird.)

Preisvorteil der Verbrenner schmilzt

Positiv für alle E-Auto-Fahrer: Trotz der Auswertung des GDV, die Stromer eher zu teuer veranschlagt, schmilzt der Preisvorteil der Verbrenner. In der vorherigen Auswertung der Jahre 2020 bis 2022 hatte der Unterschied noch 20 bis 25 Prozent betragen.

Und für die Stromer spricht noch ein Punkt: Verbrenner sind deutlich pannenanfälliger als E-Autos, wie eine neue Auswertung des ADAC zeigt. Bei fünfjährigen E-Autos lag die Pannenhäufigkeit um 40 Prozent tiefer als bei Verbrennern im gleichen Betriebsalter. Unter dem Strich bleibt der Betrieb eines Stromers deshalb günstiger – trotz höherer Unfallkosten. Und egal, ob nun die Zahlen des GDV oder der Dekra genauer sind.

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