Darum gehts
- Das VBS plant ein riesiges Militär-Übungsgelände in der Schweiz
- 51 % der über 4000 Befragten befürworten das Projekt
- Gegner kritisieren Kosten und Platzmangel, Debatte spaltet die Leser
Das Schweizer Militär denkt nicht nur gross, sondern riesig. Nachdem unsere Armee 2025 in Österreich auf dem 157 Quadratkilometer grossen Gefechtsübungsplatz Allentsteig an einer Übung teilnehmen konnte, träumt das VBS von einer ähnlichen Anlage in der Schweiz. Ein Mega-Projekt, welches anhand der Vorlage in etwa die Grösse des Kantons Appenzell Innerrhoden haben könnte, ist tatsächlich möglich.
Die Unterstützung des Bundes hat die Armee bereits. In der Schweiz fehlt gemäss Rat ein Übungsplatz, der einem weitläufigeren städtischen Gebiet entspricht. Alle bestehenden Plätze seien zu klein. Auch im Nationalrat wurde ein Vorstoss von SVP-Nationalrat Thomas Burgherr (63) angenommen, um den Bau einer solchen Anlage zu ermöglichen. Auch wenn es bis zum potenziellen Gefechtsgelände noch ein weiter Weg ist, wird die Möglichkeit in unserer Leserschaft bereits rege diskutiert.
Das Trainingsgelände teilt die Community
Eine Leserumfrage mit über 4000 Teilnehmern zeigt, dass der Fall das Lager der Leserinnen und Leser in zwei Lager spaltet. Die knappe Mehrheit haben mit 51 Prozent die Befürworter. Sie halten es für wichtig, dass unser Militär auch in der Schweiz realistische Szenarien trainieren kann.
Die Gegenseite ist klar gegen das Übungsgelände und liegt mit 49 Prozent fast gleich auf. Laut ihnen sollen die bestehenden Plätze und Auslandsübungen absolut ausreichen. In den Kommentaren sind die Gegner jedoch am lautesten.
«Viel Spass bei der Standortsuche»
Viele Leserinnen und Leser reagieren negativ auf das Riesenprojekt. Christoph Kunz kann es nicht glauben: «In der kleinen Schweiz derartige Ambitionen zu hegen, das ist einfach nur Grössenwahn.» Bruno Pfeiffer fragt sarkastisch: «Und wo soll das hin? Wollt ihr den Zürichsee für eure grosse Spielwiese auffüllen?» Auch Markus Günter schreibt: «Viel Spass bei der Standortsuche, die lokale Bevölkerung wird sicher überall enthusiastisch reagieren.»
Pascal Scola teilt seine Enttäuschung über den Bundesrat: «Der Bund sagt immer, er muss sparen, aber dann hat er Geld für so einen riesigen Kinderspielplatz. Gehts noch?» Theo Märki schreibt: «Ich bin für die Armee. Aber das ist nicht nur viel zu teuer, in der Schweiz gibt es doch auch gar kein so grosses zusammenhängendes Gelände!»
Für Markus Eberhard ist klar: «Die sollen einen Vertrag mit Österreich abschliessen und dort üben. Alles andere macht keinen Sinn.» Silvan Kummer stimmt zu und ergänzt: «Es gibt genügend Waffenplätze, die gemeinsam in Europa genutzt werden können. Sowas brauchen wir sicher nicht!»
«Sicherheit muss an erster Stelle stehen»
Trotzdem lassen sich einige wenige Leserinnen und Leser finden, die sich für das Vorhaben aussprechen. Ernst Hugentobler kann die Ambitionen des VBS verstehen: «Bei der letzten Übung in Österreich haben sie halt gesehen, was wirklich möglich ist.» Alfred Neumann teilt seine Ansicht: «Auf lange Sicht effizienter. Auch solche Szenarien müssen regelmässig geübt werden.»
Rolf Gurtner hebt zudem hervor: «Dauernd ins Ausland reisen kostet auch! Vielleicht würden sich ja auch interessierte Nachbarländer beteiligen, um zusammen zu üben.» Ralf Wichter ist überzeugt: «Sicherheit muss an erster Stelle stehen. Aber das kommt in der Schweiz halt nicht gut an.»