Leser zu Kleiderregeln für Mädchen
«Oben ohne fordert man nur noch mehr Übergriffe heraus!»

GLP-Kantonsrätin Sandra Bienek fordert, dass für Männer und Frauen die gleichen Kleidervorschriften gelten. Ihr geht es unter anderem darum, dass auch Mädchen oben ohne am Schwimmunterricht teilnehmen dürfen. Mit ihrem Anliegen versetzt sie unsere Community in Aufruhr.
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Am Montag hat der Zürcher Kantonsrat ein Kopftuchverbot an Schulen gefordert – mit dem Argument, Mädchen und Jungen müssten gleichberechtigt sein.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • GLP-Kantonsrätin Sandra Bienek fordert Oben-ohne-Schwimmen für Mädchen in Zürich
  • Umfrage: 67 % der 10'500 Befragten lehnen dies wegen Sicherheitsbedenken und Anfeindungen ab
  • 33 % befürworten gleiche Kleiderregeln für Mädchen und Jungen in der Öffentlichkeit
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Alessandro KälinRedaktor Community

Während Jungs nur in der Badehose durchs Schwimmbecken kraulen, tragen Mädchen Bikini oder Badeanzug. Was für viele ein gesellschaftlich gewohnter Anblick ist, nimmt Zürcher GLP-Kantonsrätin Sandra Bienek (47) als Ungleichheit wahr. Sie ist der Überzeugung, es sollte Mädchen freistehen, oben ohne zu schwimmen, sofern sie wollen. Sie fordert grundsätzlich, dass im öffentlichen Raum die gleichen Bekleidungsregeln für Jungen und Mädchen gelten.

«Mädchen sollen sich gleich frei wie Buben im Kanton Zürich bewegen können», schreibt die Kantonsrätin in einer schriftlichen Anfrage an den Regierungsrat. Laut ihr ist jede Ungleichbehandlung der Geschlechter ein Ausdruck bestehender Machtverhältnisse. In unserer Community herrschen zu dem Tabuthema klare Meinungen.

So steht die Community zu freien Frauenoberkörpern

In einer Leserumfrage mit knapp 10'500 Teilnehmern stellen sich ganze 67 Prozent gegen Bieneks Forderung. Sie befürchten, Mädchen und Frauen setzen sich mit freiem Oberkörper sozialen Anfeindungen und sexuellen Übergriffen aus.

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Dementgegen sehen 33 Prozent kein Problem, wenn Frauen lieber nur in Badehosen schwimmen. Sie sind ebenso der Ansicht, in der Öffentlichkeit sollten die gleichen Kleiderregeln für Mädchen gelten wie für Jungen. Auch in den Kommentaren spaltet sich unsere Community in die beiden Lager auf.

Welches Mädchen möchte denn bitte vor der Klasse die Brüste zeigen?

Viele Leserinnen und Leser empören sich über Sandra Bienek und ihre Argumentation. Linda Breitenmoser rügt etwa: «Das ist völlig realitätsfremd. Welches Mädchen möchte denn bitte vor der ganzen Klasse die Brüste zeigen? Frau Bienek schafft neue Probleme, statt welche zu lösen.» Claudia Schärer merkt an: «Die meisten Mädchen würden sich oben ohne vermutlich nicht wohlfühlen. Vor allem wegen gaffenden Buben.»

Sarah Keller fragt zynisch: «Sind Frau Bienek die sekundären Geschlechtsmerkmale bekannt? Offenbar nicht, sonst wüsste sie, dass sie jungen Frauen mit solchen Vorschlägen nur schadet.» Für Rudolf Ogi ist klar: «Das geht gar nicht! Der Körper ist nun mal nicht genderneutral. Mögliche Anfeindungen und sexuelle Übergriffe sind Grund genug, um dem einen Riegel vorzuschieben.»

Auch Peter Jörg ist aufgebraucht: «Wer soll dann alle diese Mädchen oder Frauen schützen? Oben ohne fordert man nur noch mehr Übergriffe heraus!» Nice Vega hebt zudem dringlich hervor: «Die körperliche Integrität und Intimsphäre von Kindern muss hier an erster Stelle stehen. Der Vorschlag schafft unnötig mehr Möglichkeiten für Spanner oder Pädophile, Kinder zu beobachten.»

«Männern steht es auch frei, ein T-Shirt zu tragen oder nicht»

Trotzdem gibt es in den Kommentaren auch einige Stimmen, die Bieneks Anliegen unterstützen. Christoph Jost kommentiert etwa: «Sofern die Frauen das wollen, sehe ich keinen Grund dafür, wieso sie nicht oben ohne schwimmen und joggen dürfen.» Sabine Müller fragt: «Wo liegt das Problem, wenn andere Frauen das auch möchten? Männern steht es auch frei, ein T-Shirt zu tragen oder nicht.»

Auch Ruedi Minder schreibt: «Von mir aus können alle Leute so herumlaufen und baden, wie sie möchten.» Werner Meyer berichtet: «In den 80ern sah man in den Schwimmbädern oder an den Ferienstränden genug junge Frauen oben ohne. Sehe nicht ein, dass es heute ein Problem ist.»

Marina Müller hebt zudem hervor: «Viele fürchten sich davor, dass junge Männer dadurch provoziert werden. Die Frage ist doch, werden sie provoziert oder lassen sie sich provozieren?» Fabio Martins stimmt ihr zu und ergänzt: «Erzieht eure Söhne! Dann wäre das überhaupt kein Problem.»

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