Darum gehts
- SVP-Nationalrat Addor fordert Burkini-Verbot wegen Hygiene
- Über 2000 Teilnehmer stimmen in Leserumfrage zur Badebekleidung ab
- 82 Prozent der Leser sehen Burkinis als Einschränkung für Frauen
SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor (62) regt sich über Bademode auf. Genauer macht er sich ein schweizweites Verbot von Burkinis stark, den Ganzkörper-Badeanzügen für muslimische Frauen. Auslöser für seine Forderung ist ein Schwimmbad im Wallis, welches die umstrittene Badebekleidung im Becken erlaubt.
Anfang dieses Jahres hat das Kantonsparlament in Genf bereits versucht, ein Burkini-Verbot durchzubringen. Dem Grossen Rat waren vor allem die Hygiene und Sicherheit in den Badis ein Anliegen. Nachdem die Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz Kritik äusserte, wurde das Verbot jedoch auf Eis gelegt. Auch in unserer Community schlägt die Diskussion um Burkinis Wellen.
Mehrheit der Community will Burkinis verbieten
Eine Leserumfrage mit über 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigt, ganze 82 Prozent nehmen Burkinis in Schwimmbädern als problematisch wahr. Für sie ist der Badeanzug eine Einschränkung und eine Abwertung der Frau.
Demgegenüber finden 10 Prozent Burkinis vollkommen in Ordnung. Diese Gruppe stützt sich auf die Religionsfreiheit. Die verbliebenen 8 Prozent akzeptieren das muslimische Badekostüm ebenfalls, sofern es nur im Schwimmbad getragen wird. In den Kommentaren sind die beiden Lager wesentlich ausgeglichener. Auf beiden Seiten herrschen klare Meinungen.
«Anpassung fängt bei der Sprache und der Kleidung an»
Viele Leserinnen und Leser teilen die Meinung des SVP-Nationalrats. Trisha Mathys geht es ebenfalls um die Sauberkeit im Pool: «Das ist sehr wohl ein Hygieneproblem, wenn Frauen mit solchen Staubfängern in ein Bad gehen. Sofort verbieten.» Alex Müller stimmt voll und ganz zu: «Es ist ekelhaft, wenn jemand so angezogen schwimmen geht! Ich springe auch nicht voll bekleidet in einen öffentlichen Pool.»
Laut Bianca Conzett handelt es sich um eine Grundsatzfrage: «Für mich hat das mit Integration zu tun. Anpassung fängt bei der Sprache und der Kleidung an. Wenn das schon nicht funktioniert, dann will man sich nicht integrieren.» Roland Lichtsteiner fügt an: «In einem fremden Land sollte man sich anpassen. Umgekehrt würden wir das ja auch tun.» Für Martin Tobler ist klar: «Unser Land, unsere Regeln. Wer was dagegen hat, kann in ein anderes Land.»
«Speedos und knappe Bikinis sind okay, nur bedeckt nicht?»
Die Opposition steht für die Burkini-Trägerinnen ein. Eva Betschart schreibt etwa: «Burkinis sind nicht weniger hygienisch als klassische Badebekleidung. Ausserdem schützen sie vor der Sonne. Wieso sollte man so was verbieten?» Mary Meier hebt hervor: «Wenn es hier um die Sauberkeit geht, muss auch ein Unterhosenverbot im Schwimmbecken umgesetzt werden. Das ist ein echtes Hygieneproblem!»
Jorg Hechter spricht von Doppelmoral: «Speedos und knappe Bikinis sind okay, nur bedeckt nicht? Das macht doch keinen Sinn!» Peter Haldemann bläst ins selbe Horn: «Die einen haben zu wenig Stoff am Körper, die andere zu viel. Wir haben wirklich wichtigere Probleme.» Martha Kubli tadelt: «Die SVP faselt dauernd von Freiheit, jetzt will sie Kleidervorschriften.»