Darum gehts
- Burkini-Debatte im Wallis: Schwimmbad in Les Marécottes erlaubt Ganzkörper-Badeanzüge
- Genfer Justiz stoppte Anfang 2026 erlassenes Burkini-Verbot wegen Kritik
- Im Wallis scheiterte 2023 ein Burkini-Verbot, neue Initiative geplant
Die Schweiz schwitzt, die Badis sind voll. Im Wallis wird die dortige Bekleidung jetzt zum Politikum. Genauer gesagt der Burkini, der Ganzkörper-Badeanzug für muslimische Frauen.
SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor (62) ist dieser ein Dorn im Auge, wie der «Walliser Bote» berichtet. Der Burkini gehöre in der Schweiz verboten. Stein des Anstosses ist, dass das Schwimmbad von Les Marécottes VS das Tragen eines Burkinis erlaubt. Gegenüber dem Radiosender Rhône FM sagt der Gemeindepräsident, es habe immer wieder Anfragen aus Genf oder Frankreich gegeben.
«Was bleibt, ist eine Gemeinde, die einer inakzeptablen, gemeinschaftsbezogenen Forderung nachgibt», schrieb Addor gegenüber der Zeitung.
Genfer Verbot wird gekippt
Ein schweizweites Burkini-Verbot gibt es nicht. Doch Anfang Jahr hat der Grosse Rat im Kanton Genf ein solches erlassen. Es sei eine «Frage der Hygiene und der Sicherheit», hiess es in der Begründung. Der Entscheid führte zur Kritik der Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz. Der Entscheid könne dazu führen, dass gewisse Frauen ausgeschlossen werden. «Es gibt keine belastbaren Hinweise darauf, dass Burkinis ein Hygieneproblem darstellen.» Mittlerweile hat die Genfer Justiz das Verbot vorerst gestoppt.
Und auch im Kanton Wallis dürfen weiterhin alle schwimmen. Im Kanton Wallis scheiterte ein Vorstoss für ein Verbot 2023. Wie «Le Nouvelliste» schreibt, plant ein SVP-Grossrat nun eine Neuauflage. Doch die Chancen sind ungewiss.