Darum gehts
- SP-Sozialministerin Baume-Schneider plant IV-Revision wegen steigender Neurenten bei Jungen
- 2'800 Neurenten 2024, geplante Integrationsleistung: 1008 Franken monatlich
- 68 Prozent der 6'800 Umfrageteilnehmer unterstützen die Reformpläne
Bei der IV wird das Geld knapp. SP-Sozialministerin Elisabeth Baume-Schneider (62) plant deswegen eine grosse IV-Revision. Sie will den massiven Anstieg an Neurenten, besonders bei Personen im Alter von 18 bis 24, entgegenwirken. In dieser Gruppe gab es 2024 alleine rund 2'800 Neurenten, ein Grossteil wegen psychischer Erkrankungen.
Baume-Schneider will daher bei jungen IV-Bezügern die Eingliederungsmassnahmen in den Arbeitsmarkt fördern. Auch an den Zahlungen soll geschraubt werden. Für Versicherte von 18 bis 25 Jahren soll die unbefristete Rente in eine temporäre Integrationsleistung von 1008 Franken im Monat umgewandelt werden. In unserer Leserschaft befürworten viele das neue Modell.
Die Mehrheit begrüsst den neuen IV-Ansatz
Wie eine nicht repräsentative Umfrage mit über 6'800 Teilnehmern zeigt, sind ganze 68 Prozent klar für die geplante Revision. Ihnen ist es wichtig, dass möglichst viele junge Menschen richtig in die Arbeitswelt integriert werden.
Dem entgegen ist es 19 Prozent wichtig, dass die Art der Unterstützung individuell entschieden wird, nicht anhand der Altersgruppe. Die verbleibenden 13 Prozent sind klar gegen die Verschärfung. In den Kommentaren verläuft die Diskussion ähnlich.
«Auch mit psychischen Problemen kann man etwas arbeiten»
Ein Grossteil der Leserinnen und Leser spricht sich für Baume-Schneiders Plan aus. Etwa Jeannette Huber: «Es ist wichtig, den Jungen mit psychischen Problemen zu helfen, damit sie ein gesundes Leben führen und in den Arbeitsmarkt integriert werden können.» Ein Leben lang Rente beziehen bedeute auch ein Leben lang mit wenig Geld auskommen und auf andere angewiesen sein.
Andere Befürworter ärgern sich über für die jungen IV-Bezügerinnen und -Bezüger. Stefan Amsler hebt etwa hervor: «Psychische Probleme hat man schnell. Solche Fälle gehören genau geprüft. Es wird viel zu schnell und zu grosszügig IV genehmigt.» Markus Bachmann schreibt klar: «Junge Menschen mit psychischen Problemen sollten keine IV erhalten, sondern an Arbeitsprogrammen teilnehmen. Auch mit psychischen Problemen kann man etwas arbeiten.» Björn Gerber beanstandet: «Gilt arbeitsscheu sein jetzt auch schon als psychische Erkrankung?»
«Psychisch kranke Jugendliche müssen geschützt werden»
Andererseits gibt es auch Gegenstimmen, welche die jungen Rentenbezieher verteidigen. Dominik Bamert ist einer von ihnen: «Wenn man wegen Invalidität nicht mehr arbeiten kann, braucht es eine gute Rente. Ganz klar auch bei psychischen Problemen.» Auch Curdin Pünchera unterstreicht: «Wer eine IV-Rente braucht, soll sie auch bekommen!»
Rita Wespi hebt hervor: «Menschen, bei denen man nicht von aussen erkennt, dass etwas kaputt ist, sollten nicht bestraft werden! Keiner sieht in einen Menschen hinein.» Dominik Bamert stimmt zu: «Es gibt psychisch kranke Jugendliche. Diese müssen geschützt werden. Wenn eine Krankheit vorhanden ist, muss der Staat anständige Renten zahlen!»