«Mein ganzes Gesicht war kaputt»
8:57
Opfer von häuslicher Gewalt:«Mein ganzes Gesicht war kaputt»

Leser zu häuslicher Gewalt
«Neben neuen Frauenhäusern braucht es mehr Abschiebungen»

Eine neue Statistik zu häuslicher Gewalt zeigt: Sogar ausländische Frauen seien gewalttätiger als Schweizer Männer. Allen voran sind ausländische Männer ein Problem. Sowohl in der Politik, als auch in unserer Kommentarspalte wird darüber diskutiert.
Kommentieren
1/5
2024 wurden in der Schweiz über 21'000 Fälle häuslicher Gewalt verzeichnet. Dabei wurden verhältnismässig mehr Ausländer beschuldigt als Schweizer.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Häusliche Gewalt-Debatte: SVP fordert strengere Migrationspolitik, SP betont psychische Hintergründe
  • Ausländische Frauen häufiger gewalttätig als Schweizer Männer
  • 33,3 ausländische Männer pro 10'000 häuslicher Gewalt beschuldigt
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Ausländische Frauen schlagen mehr zu als Schweizer Männer? SVP-Nationalrat Pascal Schmid (49, TG) verlangte im Zuge der Parlamentsdiskussion zum Frauenschutz im vergangenen Dezember genaue Zahlen vom Bundesrat. Konkret: Wie häufig ist die Kriminalität von Schweizern und Ausländern im Bereich häuslicher Gewalt, auch nach Geschlecht? Nun sind die Zahlen da

Im Jahr 2024 wurden von 10'000 ausländischen Männern 33,3 der häuslichen Gewalt beschuldigt. Bei Schweizer Männern sind es 12,6. Was auffällt: Ausländische Frauen werden mit 13,2 Fällen mehr beschuldigt als Schweizer Männer. Bei Frauen aus der Schweiz ist die Zahl mit 4,4 am tiefsten. Nebst der Erkenntnis, dass Männer im Schnitt gewalttätiger sind, wird klar: Ausländer sind deutlich gewalttätiger als Schweizer.

Pascal Schmid und die SVP fordern nun härtere Massnahmen bei der Migrationspolitik. Offizialdelikte im häuslichen Bereich sollten immer in einem Landesverweis resultieren. SP-Nationalrätin Tamara Funiciello (35) hält dagegen. Sie betont die Komplexität des Themas, vor allem auf psychischer Ebene. Oft sei häusliche Gewalt an eigene Erfahrungen in der Kindheit gebunden. 

«Es sind vermehrt Ausländer, also muss man dort durchgreifen»

Auch in der Kommentarspalte zeigt sich, wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist. Einige Leserinnen und Leser sehen die Statistik des Bundes als Weckruf. Pedro Conzales ist einer davon: «Diese Statistik sollte endlich einmal als Massstab gelten, um den Hebel am richtigen Ort einzusetzen.» Peter Moser schliesst sich an: «Endlich haben wir objektive Zahlen. Auch wenn es nicht allen passen wird, es braucht neben neuen Frauenhäusern auch mehr Abschiebungen.»

Viele befürworten die vorgeschlagenen Massnahmen der SVP. Hansruedi Ilg schreibt: «Wir müssen das Problem gesamthaft angehen. Es sind vermehrt Ausländer, also muss man dort auch durchgreifen.» Das heisse aber nicht, dass andere Gruppen nicht auch angegangen werden sollten. 

Christian Schulthess wünscht sich ebenfalls, dass hierzulande härter durchgegriffen wird: «Landesverweis beim ersten Strafbefehl! Wenn Schweizer im Ausland Mist bauen, werden wir auch rausgeschmissen.» Und Rolf Gurtner hebt hervor: «Die Straftäter rauszuwerfen, würde demnach massiv mehr bewirken als zehn neue Beratungsstellen.» 

«Schweizer als ungefährlich hinzustellen, ist eine Schande»

Doch nicht alle in der Leserschaft stimmen der SVP zu. Ein Teil der Leserschaft kritisiert die präsentierte Statistik. Alex Müller ist der Meinung, es wird zu wenig auf psychische Hintergründe eingegangen: «Wir reden immer nur von physischer Gewalt. Diese aber resultiert aus psychischer Gewalt – und wird nie thematisiert!» Kurt Meier stimmt zu: «Es ist klar, warum junge Ausländer viel häufiger ein Gewaltproblem zeigen. Psychische Hintergründe, etwa aus der Erziehung.»

Auch sozialer Status ist für viele ein Faktor, den man nicht vernachlässigen dürfe. So fragt Martin Moser: «Warum wird immer nur nach Herkunft und Geschlecht kategorisiert, aber nie nach sozialem Status?» Tanja Salathe fügt an: «Die Dunkelziffer ist nicht erfasst. Schweizer nun als ungefährlich hinzustellen, ist eine Schande. Fragt mal die Schweizer Frauen, die schweigen. Die finanzielle Macht der Männer ist viel zu gross.»

So argumentiert auch Urs Forster: «Die Statistik zeigt nur gemeldete häusliche Gewalt.» Diejenigen, die nicht gemeldet wurden, sehe man nicht. Er fügt an: «Das betrifft, denke ich, eher schweizerische Ehen. Bei ausländischen und gemischten Ehen wird schnell mal die Polizei alarmiert.»

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen