Leser zu «Armeerössli»
«Im Drohnen-Zeitalter besitzt unsere Armee Pferde und Maultiere?»

Die 51 Armeepferde kosten den Bund jährlich Millionen, Tendenz steigend. Das führt im Parlament immer wieder zu Diskussionen. Eine Reduktion beim Bestand steht im Raum. Die Community ist gespalten.
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Das Nationale Pferdezentrum in Bern kostet den Bund rund 3,4 Millionen Franken pro Jahr.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 51 Armeepferde kosten die Schweiz jährlich 3,4 Millionen Franken
  • 63 Prozent der rund 5700 Umfrageteilnehmenden wollen die Pferde behalten
  • Letzte Tarifanpassung vor 20 Jahren, Zusatzkosten wegen Inflation nötig
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Eva KunzSenior Community Editorin

51 Armeepferde stehen geschniegelt für Paraden bereit und begleiten Offiziere durch die Schweiz. Was idyllisch klingt, hat seinen Preis: Rund 3,4 Millionen Franken pro Jahr gibt die Armee aktuell für Haltung, Ausbildung und Personal aus.

Doch Futter, Streu, Hufeisen und Medikamente für Pferd und Maultier sind deutlich teurer geworden – ebenso die Löhne des Fachpersonals. Laut Armasuisse, dem Bundesamt für Rüstung, reichen die bisherigen Beiträge deshalb nicht mehr aus, zumal die Tarife in den letzten 20 Jahren nicht angepasst worden sind. Daher muss der Bund nun zusätzliche Millionen nachschiessen.

Seit Jahren stehen die hohen Kosten des Nationalen Pferdezentrums in der Kritik. Bereits 2015 hielt die Finanzkontrolle fest: Die Pferde sind zu selten im Einsatz, und der Bestand könnte kleiner sein.

Community zeigt Herz für die «Armeerössli»

Unsere Community sieht dies mehrheitlich anders und sympathisiert mit den «Armeerössli», wie unsere nicht repräsentative Umfrage zeigt. Wir haben unsere Leserschaft gefragt: «Soll die Armee ihre Reitpferde behalten?» Von den insgesamt rund 5700 Teilnehmenden haben 63 Prozent Ja gestimmt. Dem gegenüber stehen 37 Prozent, die auf Dienströsser in der Armee verzichten könnten.

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Auch in der Kommentarspalte haben rund 150 Leserinnen und Leser ihre Meinung zu den Armeepferden abgegeben. Viele aus der Community sehen in den Pferden einen unersetzlichen Nutzen. «Wir brauchen die Pferde in der Armee», schreibt Andrea Wohler. «Ein besseres Fortbewegungsmittel im Gelände gibt es nicht.»

Dieser Meinung ist auch Martin Kuhn: Die Pferde seien vielleicht nicht mehr so wichtig, «aber trotzdem notwendig». Sie würden etwa bei Naturkatastrophen in unwegsamem Gelände helfen, wo Helikopter gerade bei schlechter Witterung nicht immer hinkommen. «Dann ist man froh, dass man noch Pferde und Maultiere hat – auch aus Nostalgie und Tradition.»

Leser Tarro Tanner ist ebenfalls pro Armeegestüt: «Brauchen kein Benzin, kein Diesel und keinen Strom. Tag und Nacht einsatzbereit bei jedem Wetter und in jedem Gelände.»

«Da lachen sich ja potenzielle Angreifer einen Ast ab!»

«Im Zeitalter von Drohnen besitzt unsere Armee Pferde und Maultiere? Da lachen sich ja potenzielle Angreifer einen Ast ab!», kommentiert Erika Witzig derweil zynisch.

Leser Stephan Zaugg zielt in dieselbe Richtung und gibt einen Fingerzeig an die Landesverteidigung, dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). «Ein Synonym für professionelle Inkompetenz», schreibt er. «Das Geld der Allgemeinheit aus dem Fenster zu werfen, ist nun wirklich keine Kunst. Egal ob Kampfjets, Drohnen oder Pferde. Fachkompetenz Fehlanzeige.» Chris Hoss geht da mit: «Sparen ist in der Armee ein Fremdwort beziehungsweise ein Unwort. Dort wird richtig viel Geld verbraten.»

«Fokus Armeepferde wirkt wie eine Nebelpetarde»

Ebenfalls contra Reitpferde in der Armee ist Tobias Wägli: «Der Fokus auf die Armeepferde wirkt etwas wie eine Nebelpetarde. Wichtiger wäre aus meiner Sicht eine sachliche Debatte über die zentralen Fragen rund um das VBS und die sicherheitspolitische Lage der Schweiz.»

Diplomatisch hält Ernst Schütz seinen Kommentar: «Und wie ist es bei den Fliegern F35? Dort sind die Finanzen auch ausser Kontrolle. Daher sollte es möglich sein, diese Pferde inklusive Betreuung aufrechtzuerhalten.»


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