Leser stehen für Reform ein
«Glarner und Gutjahr sollten für einen Monat im Spital arbeiten!»

Obwohl die Pflegeinitiative vom Volk klar angenommen wurde, stellen sich die bürgerlichen Parteien in vielen Belangen gegen die Reform. Der Nationalrat will auf viele Massnahmen zugunsten der Pflegekräfte verzichten. Unsere Community lässt das nicht durchgehen.
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«Mit dieser Umsetzung fühlen wir uns betrogen», sagt Pflegefachfrau Tanja Ringgenberg.
Foto: SBK

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nationalrat lehnt zentrale Pflegeinitiativen-Massnahmen ab, trotz Volksabstimmung mit 61 Prozent.
  • Bürgerliche Parteien schmälern Arbeitszeit-Reduktion und 25 % Lohnzuschlag bei Überzeit.
  • Pflegekräfte empört: 50-Stunden-Woche und fehlende Wertschätzung sorgen für Protest.
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Alessandro KälinRedaktor Community

Die Pflege kassiert einen herben Rückschlag im Nationalrat. Obwohl die Pflegeinitiative mit einem überwältigenden Mehr vom Volk angenommen wurde, schmettern die bürgerlichen Parteien am Dienstag viele der Umsetzungsmassnahmen ab. Allen voran geht der Vorschlag des Bundesrates für SVP-Nationalräte Andreas Glarner (63) und Diana Gutjahr (42) zu weit. «Das Gesetz liest sich wie ein Gewerkschaftsprogramm», so Glarner.

Die bürgerliche Mehrheit lehnte die Reduktion der Höchst- und Normalarbeitszeit ab. Auch der gewünschte Lohnzuschlag von 25 Prozent bei Überzeitarbeit ist ihnen zu hoch. Obwohl die Parlamentarier den Pflegekräften bei den Überstunden und frühzeitigen Dienstplänen entgegenkommen, verzichten sie auch auf viele geplante Massnahmen oder schwächten sie ab. Unsere Leserschaft ist mehr als empört.

«Der Fachkräftemangel ist hausgemacht!»

Für viele Leserinnen und Leser unterstreicht die Entscheidung des Nationalrats eine mangelnde Wertschätzung für unsere Pflegekräfte. Alex Bollmann ist einer von ihnen: «So viel zum Corona-Applaus für die Pflegekräfte. Die Politik hat immer noch nichts verstanden. Frage mich, wo all das Krankenkassengeld hinfliesst?» Melanie Karrer schliesst sich an: «Eine Bekannte aus der Gesundheitsbranche sagte es sehr gut. Der Fachkräftemangel ist hausgemacht!»

Ursula Häni kann nicht nachvollziehen, wieso das Parlament auf harte Arbeitszeiten beharrt. «Die Löhne sind gut, aber 50 Stunden Höchstarbeitszeit ist zu viel. Wo bleibt da die eigene Lebenszeit?»

Margrit Arnold ist selbst Pflegefachkraft. Sie hat sich nun entschieden: «Nach 37 Jahren Pflege sage ich Tschüss. Mein Körper hat schwer gelitten und von meiner Seele rede ich gar nicht erst. Schäm dich, Nationalrat! Ich weiss jetzt aber mit Sicherheit, welche Parteien ich nie mehr wählen werde.»

«Das Volk kriegt von den Bürgerlichen den Schuh serviert»

Der Ärger gegenüber der SVP und den übrigen bürgerlichen Parteien ist bei vielen gross. Daniel Roth kommentiert resigniert: «Wieder einmal ziehen die Bürgerlichen die Handbremse. Überall kriegt das normale Volk von denen den Schuh serviert.» Auch Daniel Luescher ist nicht überrascht: «Typisch SVP. Gegen die Abstimmung, die zu 61 Prozent angenommen wurde. Die SVP tritt die Demokratie mit den Füssen!»

Michel Urben beanstandet: «Hier entscheiden natürlich wieder jene, welche vom Pflegeberuf keine Ahnung haben.» Ähnliche Worte findet Peter Rösler: «Glarner und Gutjahr sollten für einen Monat in einem Spital abarbeiten, dann wüssten sie, über was sie Plaudern im Saal.» Und auch Markus Scheller hat denselben Vorschlag: «Jeder im Parlament sollte Arbeit in einem Pflegeberuf leisten. Vielleicht merken sie dann, was von denen geleistet wird.»

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