Leser sind geteilter Meinung
«Bin Fan – aber die SRG hat sich leider zu sehr aufgeblasen»

Manche Stimmen werfen der SRG vor, mit ihrem neuen Zuschauerformat «Beizentour» die Halbierungsinitiative beeinflussen zu wollen. Frank A. Meyer hält dagegen. Das sagt die Community.
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Die SRG geht auf «Beizentour». Sie diskutiert mit Zuschauern und Zuhörern unter anderem darüber, was ihnen am Programm missfällt.
Foto: SVEN THOMANN

Darum gehts

  • SRG diskutiert öffentlich über Programmkritik und Halbierungsinitiative in «Beizentour»
  • Meyer verteidigt SRG und sieht Gefahr für Meinungsvielfalt durch Initiative
  • Kommentarspalten zeigen geteilte Meinungen: Unterstützung, Kritik und Vorschläge für Reformen
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Alessandro KälinRedaktor Community

Versucht die SRG, mit ihrer «Beizentour» die eigene Haut zu retten? In der neuen Serie diskutiert die SRG mit Zuschauern und Zuhörern. Unter anderem auch darüber, was am Programm missfällt. Manche Stimmen wollen die SRG-Aktion jedoch unterbinden. Das Unternehmen nutze dieses Format als Kampagne gegen die Halbierungsinitiative. In seiner Kolumne geht Frank A. Meyer auf die Anschuldigungen ein

Aus seiner Sicht ist es das gute Recht der Radio- und Fernsehmitarbeitenden, sich gegen die existenzgefährdende Initiative wehren zu dürfen. Er hebt die SRG als Gemeinschaftswerk, sowie als verbindendes Mediennetz der Schweizer Regionen hervor. Die SRG gehöre allen Schweizerinnen und Schweizern, auch wenn man es im Journalisten-Handwerk nicht allen recht machen könne.

Meyer steht klar auf der Seite der Öffentlich-Rechtlichen. Doch wie kommentiert unsere Leserschaft seinen Argumentation? Wir haben einen genaueren Blick in die Kommentare geworfen. 

«Die SRG gehört allen? Dann verkaufe ich meine Anteile»

Eine Aussage von Meyer wird besonders ins Visier genommen: «Der Satz ‹die SRG gehört uns allen› taucht in der Debatte immer wieder auf», kommentiert sie Peter Otto. Er führt aus: «Er klingt warm, solidarisch und demokratisch. Doch hält er der Prüfung nicht stand. Wir zahlen, haben aber keine direkte Mitsprache über Strukturen, Inhalte oder Verantwortliche.» 

Hans Haller argumentiert aus derselben Ecke: «Wenn SRG und SRF uns allen gehört, dann dürfen wir auch darüber bestimmen, wie viel wir dafür bezahlen möchten. Ist doch logisch, oder?» Markus Gruber schreibt: «Die SRG gehört allen? Bezahlt mich bitte aus, ich verkaufe meine Anteile.»

Auch dass sich viele SRG-Angehörige gegen die Initiative aussprechen, sehen im Gegensatz zu Meyer viele als Problem. Klaus Müller schreibt: «Die SRG ist quasi eine Staatsbehörde und sollte neutral bleiben. Sie darf nicht gegen eine Abstimmungsvorlage ins Feld ziehen.» Hans Läuchli will Meyer seine Meinung nicht aberkennen. Trotzdem behauptet er: «Die SRG finanziert ihre hauseigene Nein-Kampagne zu 100 Prozent aus Gebührengeldern. Das ist ein Riesenproblem.»

«Da hat bei Meyer wohl die linke Denkweise mitgeschrieben»

Auch Meyers Aussage, dass es die SRG nicht allen recht machen könne, geht vielen gegen den Strich. Winny Lechner findet die SRG einseitig: «Da hat bei Meyer wohl die linke Denkweise mitgeschrieben, was bei der SRG nach wie vor zum Grundton gehört.» Auch Jan Huber schliesst sich an: «Die politisch neutrale SRG, von der er spricht, würde ich unterstützen. Neutral ist sie aber nicht.» 

Marcel Egger schreibt: «Die SRG ist ‹kunstvoll ausgewogen›, heisst es von Meyer. Wie er wohl zu dieser unausgewogenen Beurteilung kommt?» Für diese Stimmen ist die Halbierungsinitiative unausweichlich. Doch es gibt einige Leserinnen und Leser, die dagegen halten.

«Wir brauchen eine starke, vielfältige SRG»

Nicht wenige teilen Frank A. Meyers Sicht. Jean-Marie Zogg nimmt die SRG in Schutz: «Vielen Dank, Herr Meyer, für Ihre befreiende Analyse. Der Generalangriff auf die SRG verfolgt nur ein Ziel: die Unterbindung der Meinungsfreiheit.»

Auch Albert Bürgin schliesst sich an: «Genauso, wie Sie das beschrieben haben. Wir brauchen eine starke, vielfältige SRG. Den Initianten geht es ums Zerschlagen der Meinungsvielfalt.» Kurt Pfeffer hofft, «dass sich intelligente Schweizer nicht vom SRG-Bashing anstecken lassen.»

«Bin Fan – aber die SRG hat sich leider zu sehr aufgeblasen»

Andere stehen zwar auf der Seite der SRG, sehen aber trotzdem eine Verbesserungsmöglichkeit in der Initiative. Reto Leutenegger kommentiert dazu: «Ich bin Fan von SRF und SRG, aber leider hat sich der Sender zu sehr aufgeblasen. Eine Fokussierung auf den wirklichen Service public ist richtig.»

Auch Erich Mueller schreibt als aktiver Zuschauer: «Ich nutze das Angebot von SRF regelmässig. Trotzdem bin ich überzeugt, dass die SRG ein Effizienzproblem hat und sich in zu viele Bereiche verzettelt hat.» Matthias Neuenschwander stimmt diesen Punkten zu. Trotzdem schreibt er: «Man braucht nicht links zu stehen, um die Initiative abzulehnen. Eine bessere Kontrolle der SRG reicht.»

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