Leser rügen Sekundenfalle
«Es geht nicht darum Schwarzfahrer zu erwischen, sondern ums Abkassieren!»

Wenige Sekunden kommen Marco Wyss teuer zu stehen. Im Stress hat er sein Billett erst kurz nach Zugabfahrt gelöst. Die Kontrolleure haben kein Erbarmen. Die 130 Franken werden für Wyss zum Ärgernis. Auch vielen Leserinnen und Lesern ist die Busse ein Dorn im Auge.
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Marco Wyss löste das Zugbillett 17 Sekunden nach Abfahrt.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Marco Wyss zahlt 130 Franken Strafe wegen Ticketbuchung nach Abfahrt
  • Schweizer ÖV kontrollierte 2 Stationen nach Abfahrt, keine Kulanz gezeigt
  • Leser kritisieren Strenge der Behörden, nennen Busse überrissen
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Alessandro KälinRedaktor Community

Marco Wyss (32) muss im ÖV satte 130 Franken blechen. Und das lediglich wegen 17 Sekunden. In Solothurn rannte er mit seiner Freundin auf den Zug nach Bern. Ihr Easy-Ride-Ticket lösten sie unglücklicherweise erst kurz nach der Abfahrt. Gerade mal zwei Stationen später schwingen die zugestiegenen Kontrolleure den Bussenhammer

Dass der junge Mann büssen muss, obwohl klar kein Versuch des Schwarzfahrens vorlag, kann er nicht nachvollziehen. Trotz mehrerer Mailanfragen bleiben die Behörden in dem Fall hart. «Wenn wir wollen, dass die Leute den ÖV nützen, muss er attraktiv sein. Mit solchen Erlebnissen vergrault man Leute», erklärt Wyss. Er kann die Entscheidung nicht nachvollziehen. In unserer Community pflichten ihm viele bei.

«So sollen wir überzeugt werden, vom Auto auf den ÖV umzusteigen?»

Die Mehrheit der Leserinnen und Leser ordnet die Busse als überrissen ein. Darunter auch Jürgen Bach: «Der Fahrgast hat das Billett mehrere Stationen vorher gelöst. Absichtliches Schwarzfahren war das hier ganz klar nicht. Busse ist okay, aber doch nicht in voller Höhe. Also bitte.» Tobias Kammer stimmt zu: «Das Ticket wurde gelöst, eigentlich sollte das schon das Ende der Diskussion sein!» Beat Studer ist ebenfalls aufgebraucht: «Das ist einfach nur Abzocke. Da geht es nicht darum, Schwarzfahrer zu erwischen, sondern einfach ums Abkassieren!»

Susanne Beerli berichtet von sich selbst: «Ist mir auch schon wegen weniger Sekunden passiert. Wenn der ÖV aber selber verspätet ist, bekommen wir kein Geld zurück.» Roland Sommer fragt hierzu: «Und wenn der Zug zu spät abfährt, gibt es dann eine Busse an die Zuggesellschaft oder wird einem das Billett zurückerstattet? Wohl kaum.»

Fabio Burkler beanstandet: «Immer teurer werden, immer mehr Verspätungen, wenig Kulanz gegenüber Kunden. So sollen wir überzeugt werden, vom Auto auf den ÖV umzusteigen?» Andreas Augsburger stimmt der Kritik zu und ergänzt: «Deswegen fahren immer noch viele Auto. Ich hoffe für den ÖV, dass sie irgendwann wieder einmal wirklich attraktiv werden und so den Strassenverkehr und die Umwelt wirklich entlasten.»

«Ist es so schwer, den Button auf der SBB-App nach rechts zu ziehen?»

Trotzdem gibt es noch einige Leserinnen und Leser, welche die Entscheidung der Behörden unterstützen. Markus Zarn schreibt eindeutig: «Sehr richtige Entscheidung. Zu spät ist nun mal zu spät. Die Busse ist gerechtfertigt.» Hans Ulrich fährt dieselbe Linie. Er fragt: «Ist es so schwer, vor dem Einsteigen den Button auf der SBB-App nach rechts zu ziehen?» Andreas Matter vergleicht: «Wenn du ins Kino gehst, brauchst du auch ein Ticket, bevor der Film anfängt. Das ist im ÖV nicht anders.»

Die Zeitspanne zwischen Einstieg und Ticketbuchung ist für Misel Maksimovic irrelevant: «Ich verstehe die Aufregung nicht. Jeder muss sich an die Regeln halten, egal ob 5 Sekunden oder 17 Sekunden. Zu spät ist zu spät.» Ueli Schwaller pflichtet bei: «Genau, 17 Sekunden sind noch okay. Und 18? Oder vielleicht dann 19? – irgendwo muss eine Grenze sein, die zählt. Es wird immer jemanden geben, der noch eine Sekunde später kommt.» 

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