Darum gehts
- Roche und Novartis fordern höhere Medikamentenpreise in der Schweiz wegen USA-Preisdruck
- Bundesrat uneinig, Gesundheitsministerin droht bei Weitergabe vertraulicher Daten an USA
- Pharmaindustrie zählt zu den grössten Steuerzahlern, Leser fordern härteres Vorgehen
Stecken die Pharmaindustrie und Trump heimlich die Köpfe zusammen? Aus Angst vor möglichen Preissenkungen in den USA fordern Roche und Novartis höhere Medikamentenpreise in der Schweiz. Ob die US-Administration bereits über die effektiven Preise in der Schweiz im Bilde ist, wollen sie jedoch nicht preisgeben. Sollten die beiden Konzerne diese vertraulichen Informationen, die nicht einmal der Bundesrat kennt, an die USA weitergegeben haben, will Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider (62, SP) Konsequenzen ziehen.
Doch unsere Bundesräte präsentieren keineswegs eine einheitliche Front. Finanzministerin Karin Keller-Sutter (62, FDP) will ebenfalls nicht, dass die Schweizer Bevölkerung weiter für die Preise der USA aufkommt. Bundesrat Martin Pfisters (62, Mitte) Draht zur Pharmaindustrie ist wiederum so eng, dass er den Roche-Lobbyisten Samuel Lanz (42) als VBS-Generalsekretär gewinnen wollte. Für viele in der Community ist der Fall klar.
«Auf die Forderungen des Erpressers Trump darf man gar nicht eingehen»
Die Mehrheit der Leserinnen und Leser stellt sich gegen die Pharmakonzerne. Linus Sennrich ist einer von ihnen: «Auf jeden Fall muss der Bundesrat der Pharmaindustrie auf die Finger klopfen! Dass hier manche anscheinend mehr als ein offenes Ohr für die Pharmaindustrie haben, ist inakzeptabel!» Bruno Gasser schliesst sich an: «Diese Firmen haben zu viel Macht, die sollte man viel mehr an die Leine nehmen. Steuervorteile haben diese Riesen sicher auch noch, was eine Frechheit ist.»
Für Theo Märki ist klar: «Einfach nicht dem Druck der Pharmalobby nachgeben. Wir zahlen jetzt schon viel zu viel für unsere Medikamente. Und auf die Forderungen des Erpressers Trump darf man gar nicht eingehen.» Gianni Del Santo schlägt vor: «Einfach mal die Entwicklungssubventionen und Steuervorteile streichen. Schliesslich zahlen wir Steuerzahler und Medikamentenkonsumenten mit den überhöhten Preisen, nicht die USA.»
Werner Bangerter schreibt: «Ich wünsche mir von unserer Regierung einfach in jeder Beziehung viel mehr Härte, Charakter und Courage. Bei der Pharmalobby muss man durchgreifen!» Beat Oberholzer richtet sich direkt an die Konzerne: «Liebe Roche und Novartis. Trump wird gehen. Die Schweiz bleibt. Überlegt euch gut, ob ihr diesen schlechten Weg gehen wollt. Wir werden es nicht vergessen!»
«Baume-Schneider sollte sich zuerst die Lobbyisten im Parlament zur Brust nehmen»
Eine Lesergruppe hat allerdings wenig Hoffnung, dass der Bundesrat im Falle einer Absprache handeln wird. Urs Götz ist einer von ihnen: «Der Bundesrat droht der Pharmaindustrie. Das wird wohl ausser einem müden Lächeln nichts bewirken.» Ronnie Simeon ist amüsiert: «Ich muss immer lachen, wenn der Bund droht. Bei den Amis macht er sich in die Hose, aber gegen Firmen verschiesst er nur Luftblasen.»
Laut Peter Zemp ist der Bund auf dem Holzweg: «Baume-Schneider sollte sich zuerst die Lobbyisten im Parlament zur Brust nehmen, bevor sie gegen einen so grossen Steuerzahler Drohungen ausspricht.» Auch Ryan Kand hebt zudem hervor: «Hier haben viele offensichtlich noch nicht realisiert, dass die Schweizer Pharmaindustrie zu den wichtigsten Steuerzahlern in der Schweiz gehört. Da tut sich gar nichts.»