Blick gibt Spartipps für die Pharmaindustrie
Damit die Medikamente für uns nicht teurer werden

Wegen Donald Trump drohen in der Schweiz deutlich höhere Medikamentenpreise. Geht gar nicht, findet Blick! Big Pharma soll erst das Sparpotenzial ausnützen.
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Donald Trump will die Medikamentenpreise in den USA senken.
Foto: imago/MediaPunch

Darum gehts

  • Roche und Novartis erzielten 2025 Milliardengewinne
  • Wegen Donald Trump könnten die Medikamentenpreise in der Schweiz steigen
  • Blick findet: Big Pharma soll sparen und nicht die Prämienzahler noch mehr belasten
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Christian KolbeRedaktor Wirtschaft

Big Pharma hat geliefert. Sowohl Roche als auch Novartis haben im letzten Jahr Milliardengewinne eingefahren. Längst spielt die Musik in der Schweizer Wirtschaft eher am Rhein als an der Limmat, wo die letzte Schweizer Grossbank ihren Sitz hat. Die Pharmabranche ist der mit Abstand wichtigste Pfeiler der Schweizer Exportindustrie, beschäftigt Zehntausende Menschen und zahlt Milliarden an Steuern.

Kurz gesagt: Ohne Pharma hätte die Schweiz ein Problem.

Was aber gar nicht geht: Erpressung! Thomas Schinecker (50) von Roche und Vas Narasimhan (49) von Novartis drohen immer unverhohlener damit, Arbeitsplätze zu verlagern oder innovative Medikamente in der Schweiz nicht mehr anzubieten.

Hintergrund: Donald Trump (79) will um jeden Preis die hohen Medikamentenkosten in den USA drücken. Dieser Missstand ist nicht neu, doch der aktuelle US-Präsident ist der erste, der mit seiner Holzfällerart Big Pharma unter Druck setzt, endlich zu handeln.

Der Deal: Die US-Preise werden mit anderen Ländern verglichen – auch der Schweiz. Der Mechanismus ist für uns verhängnisvoll: Damit die Preise in den USA nicht zu stark sinken, müssen bei uns die Preise rauf. Das würde sich in steigenden Krankenkassenprämien niederschlagen. 

Deshalb hat Blick ein paar Spartipps für die Branche, damit das Portemonnaie der Prämienzahler nicht noch mehr belastet wird. 

Runter mit dem Lohn

Vor allem beim Jahressalär von 25 Millionen Franken von Novartis-CEO Narasimhan gibt es Sparpotenzial. Denn die positive Entwicklung des Aktienkurses ist nicht allein auf seine Führungsqualitäten zurückzuführen, sondern hat vor allem mit dem Trumpschen Aktienboom zu tun.

Zudem: Wem zu einer grundlegenden Änderung am Geschäftsmodell im wichtigsten Absatzmarkt USA nicht mehr einfällt, als die Preise in anderen Ländern zu erhöhen, der sollte sich fragen, ob er sein Geld wert ist. 

Teure Architektur

Der Novartis-Campus gilt als ein Mekka der modernen Architektur: Wie gut es Roche geht, ist an der Höhe der beiden Türme in Basel abzulesen. Anstatt in teure Architekten zu investieren, liesse sich beim Ausbau der Firmensitze mit herkömmlichem Büro- und Labor-Design Geld sparen und das eine oder andere Medikament finanzieren. 

Tiefere Gewinnmargen

Gerade bei den innovativen Medikamenten kann die Gewinnmarge schnell einmal bei 50 oder mehr Prozent liegen – davon können andere Branchen nur träumen. Klar: Darin sind auch die Risiken eingepreist – etwa für teure Forschung, die zu keinem neuen Medikament führt. Trotzdem gibt es hier aus Sicht der Patienten grosses Sparpotenzial. 

Weniger für Aktionäre

Jahr für Jahr erhöhen Roche und Novartis die Dividende. Das freut die Aktionäre, bringt aber weder der Forschung noch den Patienten etwas. Etwas mehr Bescheidenheit täte gut und würde Gelder für Forschung und Entwicklung freispielen. Das gilt auch für das Aktienrückkaufprogramm von Novartis. Der Konzern will bis Ende 2027 für bis zu 15 Milliarden Franken eigene Aktien zurückkaufen. 

Weniger Lobbying

In der Schweiz vertreten vier Verbände die Interessen der Pharma-Branche, versuchen die Politik davon zu überzeugen, dass die Medikamentenpreise in der Schweiz schon jetzt zu tief sind: Interpharma, Intergenerika, Vips und Scienceindustries. Dabei zeigt jeder Besuch in der Apotheke, wie hoch die Preise im Vergleich mit dem Ausland sind. Das gilt nicht unbedingt für neuentwickelte Medikamente, doch günstig sind diese in der Schweiz auch nicht.

Der Blick-Spartipp: Aus vier mach zwei – je ein Verband für Pharma und Generika.

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