Kein Alkohol an Parteianlässen
«In der Politik soll es nicht darum gehen, wer am meisten Gläser kippt!»

Soll Gratisalkohol an politischen Veranstaltungen verboten werden? Der Antrag von SP-Mitglied Benjamin Kobelt polarisiert in unserer Community.
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An den Parteiversammlungen wird gern Alkohol ausgeschenkt.
Foto: PKP/Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ein Zürcher Ex-SP-Kandidat fordert ein Verbot von Gratisalkohol bei Parteianlässen
  • 47 Prozent der 2300 Umfrageteilnehmer unterstützen Gratisalkohol, 34 Prozent sind dagegen
  • SP Zürich entscheidet im Juli über den Antrag, Leitung empfiehlt Ablehnung

Alkohol gehört an Apéros und Veranstaltungen in der Schweiz oft ganz selbstverständlich dazu – auch bei politischen Parteien. Doch genau dieser lockere Umgang mit Bier und Wein sorgt nun für Diskussionen. Ein SP-Mitglied aus Zürich fordert, dass seine Partei künftig keinen Gratisalkohol mehr ausschenkt.

Benjamin Kobelt (35), der nach eigenen Angaben eine Vergangenheit mit Alkoholmissbrauch hat und heute abstinent lebt, begründet den Vorstoss mit seiner eigenen Erfahrung. Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagt er, Parteianlässe sollten auch für suchtkranke Menschen ein sicherer Ort sein. Bereits im Juli entscheidet die Zürcher SP über seinen Antrag. Die Geschäftsleitung der SP Zürich hat allerdings bereits beschlossen, den Antrag abzulehnen.

Apéro-Kultur spaltet Leserschaft

In unserer Community sorgt der Vorstoss für Gesprächsstoff. Eine Leserumfrage mit über 2500 Teilnehmenden zeigt ein gemischtes Meinungsbild: 47 Prozent finden, Gratisalkohol gehöre zu Parteiveranstaltungen dazu. 34 Prozent sind dagegen und der Meinung, Alkohol habe in der Politik nichts verloren. Weitere 19 Prozent wünschen sich einen Mittelweg, etwa einen eingeschränkten Ausschank.

Befürworter wollen Gläser streichen

Die Diskussion setzt sich in der Kommentarspalte fort. Leser Jürg Wüthrich gehört zu den Befürwortern und schreibt: «Wer bezahlt das alles? Warum müssen Politiker während ihrer Arbeitszeit überhaupt Alkohol trinken? Fragen über Fragen.»

Auch Leser Silvan Wyss unterstützt die Forderung: «Ich finde den Vorstoss absolut richtig. Alkohol hat an Parteiveranstaltungen nichts zu suchen, schon gar nicht als Gratisangebot. In der Politik sollte es um Inhalte gehen und nicht darum, wer am meisten Gläser kippt. Man sollte aufhören, Alkohol als Selbstverständlichkeit zu behandeln.» 

Patricia Böni teilt diese Meinung: «Finde ich einen super Vorstoss. Sollte man bei allen Parteien so machen – Sparen ist angesagt. Hahnenwasser ist günstiger.»

Alkohol bleibt persönliche Entscheidung

Gegen den Vorstoss regt sich ebenfalls Widerstand. So schreibt George Müller: «Herr Kobelt kann ja gern verzichten. Allerdings anderen Personen sowie Institutionen den Ausschank und die Konsumation zu verbieten, wäre eine Bevormundung und ist absolut nicht akzeptabel.» 

Auch Rolf Meyer meint: «Ich kann nachvollziehen, dass es für ihn schwierig ist, wenn er mal ein Alkoholproblem hatte und dann in Versuchung gerät, wenn Alkohol ausgeschenkt wird.» Als ehemaliger Raucher kenne Meyer das Gefühl selbst: Wenn man nach einem Grillabend zusammensitzt und andere sich eine Zigarette anzünden, sei die Versuchung präsent. «Das ist aber mein Problem und nicht das der anderen. Es ist nicht der richtige Weg, den einen etwas zu verbieten, nur damit es die anderen einfacher haben.» 

Leserin Sandra Lieli argumentiert ähnlich: «Erwachsene Menschen können selbst entscheiden, ob sie an einem Apéro Alkohol trinken oder nicht.» Ein Verbot von Gratisalkohol löse keine echten Probleme, sondern verlagere sie höchstens. «Wer nicht trinken will, muss das auch heute schon nicht tun. Dafür braucht es keine neuen Regeln oder Einschränkungen für alle anderen!»

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