Darum gehts
- Daniel Jositsch tritt per sofort aus der Zürcher SP aus
- Er kandidiert 2027 als Parteiloser für den Ständerat, bleibt politisch aktiv
- SP wird kritisiert; Jositsch erhält breite öffentliche Unterstützung
Scheidung im Hause der Sozialdemokraten. Nachdem die Zürcher SP ihn letzte Woche als Ständerat aus dem Rennen nahm, erteilt Daniel Jositsch der Partei nun die endgültige Abfuhr. Der Politiker hat sich entschieden, per sofort aus der SP auszutreten. In einer Pressekonferenz erklärt er, wie es zu der Entscheidung kam.
Mit der Parteileitung sei er transparent gewesen: «Wenn ihr mich wollt, dann habt ihr mich, aber dann auch mit den Positionen, die ich vertrete.» Mit dem Entscheid der Delegierten ist für Jositsch klar, dass seine sozialliberale Linie nicht mehr erwünscht ist. Daher der Austritt. Für die Wahl 2027 wird Jositsch trotzdem noch kandidieren, allerdings als Parteiloser.
So steht die Leserschaft zu Jositschs Parteiaustritt
Eine Leserumfrage mit über 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigt, dass eine Mehrheit von 50 Prozent Jositschs Schritt für mutig hält. Weitere 42 Prozent sind davon überzeugt, dass die SP sich mit dieser Aktion ein klares Eigentor geschossen hat.
Gerade mal 3 Prozent stehen in diesem Fall zur Linie der SP. 2 Prozent sind der Meinung, Jositsch spaltet mit seiner Kandidatur die Linke. Die verbliebenen 3 Prozent sind indes überzeugt, der Streit schadet beiden Seiten.
«Als Parteiloser kann er mehr bewegen»
Auch in den Kommentaren erntet Jositsch für seine Entscheidung überwältigende Zustimmung. Stefan Nadler ist einer von vielen Gratulanten: «Der einzige fähige SP-Politiker verlässt die Partei. Bravo, Herr Jositsch! Sehr vernünftiger Entscheid.» So auch Sven Müller: «Super, Herr Jositsch, Sie zeigen Charakter. Sie waren ein wichtiger Pfeiler in dieser Partei, dort wird man sie noch vermissen.»
Auch Christoph Lauder zollt dem Politiker seine Anerkennung: «Gute Entscheidung! Ich fand Jositsch immer schon super. Nicht weil er rechter stand in der SP, sondern weil er für alle Schweizer politisiert.» Heinz Schmid kann nur zustimmen: «Dass Jositsch die SP verlässt, ist eine Bereicherung für die Politik. Als Parteiloser kann er mehr bewegen als in einer Linkspartei.»
Für die nächste Ständeratswahl räumen ihm viele bereits gute Chancen ein. Georg Huber ist überzeugt: «Auch als Parteiloser wird der problemlos im Ständerat bleiben.» Heiri Meier kann nur zustimmen: «Jositsch wird locker das Rennen machen, weil er mit seiner Politik im Ständerat nicht für die Zürcher Juso politisiert.»
Kritik an der SP
Die SP muss sich in der Kommentarspalte wiederum einiges gefallen lassen. Mario Bruzzano rügt die Partei: «Wer nicht strikt der SP-Ideologie folgt, wird ausgegrenzt. Da muss man ja fast austreten. Und ich dachte, das sei eine tolerante Partei.»
Auch Claudia Schärer kritisiert: «Es ist beunruhigend, wenn in einer Partei immer weniger Platz für eigenständiges Denken bleibt und nur noch die Parteilinie zählt. Unterschiedliche Ansichten sollten eine Stärke sein und kein Grund für Ausgrenzung.»
Georg Blaser kommentiert: «Jositsch ist zu gut für diese Partei. Mit Ideologie alleine lässt sich nichts gewinnen. Das wird die SP irgendwann auch wieder begreifen.» Jürg Meier-von Allmen bläst ins selbe Horn: «Die SP hat Jositsch einfach nicht verdient! Mir hätte es schon viel früher den Deckel gelupft.»