Höhere Velo-Bussen überzeugen
«Gleiche Regeln, gleiche Konsequenzen für alle!»

Das Handy am Lenker könnte für Velofahrer bald teurer werden: Das Astra prüft höhere Bussen. Bei den Blick-Lesern stösst die geplante Verschärfung auf grosse Zustimmung. Doch die Forderungen gehen noch deutlich weiter.
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Schon ein kurzer Blick aufs Smartphone kann auf dem Velo gefährlich werden.
Foto: Getty Images/Westend61

Wer auf dem Velo ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, muss heute 40 Franken Busse bezahlen. Das könnte sich bald ändern: Das Bundesamt für Strassen (Astra) kann sich vorstellen, die Busse zu erhöhen. Hintergrund sind unter anderem die Unfallzahlen: 2025 wurden in der Schweiz 671 Velofahrerinnen und Velofahrer schwer verletzt, 20 kamen ums Leben. Bei den E-Bikes gab es 586 Schwerverletzte und 24 Todesopfer.

Die geplante Verschärfung sorgt für Kritik. Pro Velo wirft dem Bund vor, die Verantwortung zu stark bei den Velofahrenden zu suchen. Stattdessen müsse man vor allem bei der Infrastruktur, den Geschwindigkeiten und den immer grösseren Fahrzeugen ansetzen.

Mehrheit für höhere Bussen

Das Vorhaben sorgt auch bei unseren Leserinnen und Lesern für Diskussionen. Unsere Leserumfrage zeigt ein klares Bild: 92 Prozent der Teilnehmenden finden die geplante Verschärfung sinnvoll und versprechen sich davon mehr Sicherheit im Strassenverkehr. Nur 8 Prozent halten höhere Bussen für übertrieben und finden, dass die bisherigen Strafen ausreichen.

Entsprechend ähnlich fallen die Reaktionen in den Kommentaren aus. So schreibt Leser Hans Peter: «Die neuen Bussen sind notwendig und hoffentlich auch durchsetzbar. Ich selber fahre auch Velo und kann mir nicht vorstellen, wie man sich auf den Verkehr konzentrieren kann mit dem Handy in der Hand oder mit dem Kopfhörer auf dem Kopf. Es ist traurig, aber immer mehr Velofahrer sind rücksichtslose Verkehrsteilnehmer und setzen ihr Leben oder ihre Gesundheit fahrlässig aufs Spiel.»

Kontrollschilder für Velos gefordert

Auch Stefan Fankhauser spricht sich für strengere Massnahmen aus. «Gleiche Regeln, gleiche Konsequenzen für alle!» Er bezeichnet es als widersinnig, wenn verschiedene Verkehrsteilnehmergruppen für dieselben Vergehen ungleiche Strafen zahlen. «Noch unverständlicher ist die gefühlte Narrenfreiheit», schreibt er. Mit mehr Kontrolldruck und der Möglichkeit, fehlbare Velofahrende über ein Nummernschild zu identifizieren, liesse sich die Sicherheit aus seiner Sicht deutlich erhöhen.

Ähnlich sieht es Bruno Castro, der selbst Radfahrer ist. Er beobachte zunehmend rücksichtsloses Verhalten auf dem Velo, etwa das Überfahren von roten Ampeln oder Stoppschildern. «Ich frage mich oft, warum da nicht mehr passiert», schreibt er. Kontrollschilder für Fahrräder würde er ebenfalls begrüssen. «Ich bin sehr dafür, dass Vergehen auch auf dem Velo stärker geahndet werden!»

Auch E-Scooter in der Pflicht

Eine weitere Forderung: Die strengeren Regeln sollen nicht nur für Velofahrende gelten. Max Schaufelberger nimmt auch E-Scooter und E-Trottinetts in die Pflicht. Er befürwortet den «Regel-Hammer», warnt aber davor, nur Velofahrer ins Visier zu nehmen. «Bitte nicht wieder nur auf Velofahrer eindreschen. Wenn schon neue Bussen, dann bitte konsequent für alle Verkehrsteilnehmer auf zwei Rädern. Sicherheit kennt keine Ausnahmen – entweder gelten die Regeln für alle, oder man kann sich den ganzen Regel-Hammer sparen», schreibt er.

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