ESAF-Hauptsponsor spaltet Fans
«Es ist kaum erträglich, wie die Schweiz ihre Identität verwässert!»

Ein Fast-Food-Riese als Königspartner des Schweizer Nationalsports? Der Entscheid des ESAF 2028, McDonald's ins Boot zu holen, sorgt für heftige Reaktionen. In der Community ist die Sorge gross, dass der Traditionsanlass dem Kommerz geopfert wird.
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Das McDonald's-Logo wird in zwei Jahren am Eidgenössischen in Thun zu sehen sein.
Foto: IMAGO/Zoonar

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • McDonald's wird Königspartner des Eidgenössischen Schwingfests 2028 in Thun
  • Das Unternehmen gehört nun zu den wichtigsten Sponsoren des Grossanlasses
  • Blick-Leser kritisiert: «Eine der letzten Urschweizer-Traditionen wird also jetzt auch noch verkauft»
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Die Liste der Königspartner des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (ESAF) bestand bisher vor allem aus bekannten Schweizer Unternehmen. Nun gehört auch McDonald's zum exklusiven Kreis der wichtigsten Hauptsponsoren des Schwingfests 2028 in Thun. Laut OK-Präsident Matthias Glarner ist die Partnerschaft ein wichtiger Baustein, um den Grossanlass überhaupt finanzieren zu können. Zudem sieht er gemeinsame Werte wie das «gemeinsame Geniessen». Wie genau McDonald's am ESAF 2028 in Thun in Erscheinung treten wird, ist noch offen. Bisher gibt es lediglich erste Ideen – etwa einen eigenen ESAF-Burger.

Mit der Partnerschaft reiht sich McDonald's in eine kleine, aber wachsende Gruppe internationaler Unternehmen ein, die sich im Schwingsport engagieren. Auch Lidl und Aldi sind inzwischen etablierte Partner des Nationalsports. Beim ESAF 2025 in Mollis trat zudem der japanische Autohersteller Suzuki als Königspartner prominent in Erscheinung.

Fast-Food-Riese sorgt für Diskussionen

Die Partnerschaft sorgt bei den Blick-Leserinnen und -Lesern für gemischte Reaktionen. In einer Umfrage mit über 9000 abgegebenen Stimmen lehnen 40 Prozent den Einstieg von McDonald's als Königspartner ab. Für sie passt ein Fast-Food-Konzern nicht zum traditionellen Schwingsport. 30 Prozent begrüssen die Partnerschaft und finden, sie stärke den Schwingsport. 29 Prozent zeigen sich gelassen: Für sie ist entscheidend, dass der Sport authentisch bleibt, unabhängig vom Sponsor.

In der Kommentarspalte fällt das Urteil ebenfalls kritisch aus. Viele Leserinnen und Leser sehen in der Partnerschaft ein Symbol für die zunehmende Kommerzialisierung eines Sports, der stark mit Schweizer Brauchtum verbunden ist. Leser Edi Rey bringt diese Sorge auf den Punkt: «Eine Sportart nach der anderen muss kommerzialisiert werden, so geht Kapitalismus. Tradition, Volkssport? Alles von gestern.»

Noch deutlicher formuliert es Marco Paganini: «Eine der letzten Urschweizer-Traditionen wird also jetzt auch noch verkauft. Es ist kaum erträglich, mit ansehen zu müssen, wie die Schweiz ihre Identität verwässert. Es muss jemand nur mit dicken Geldbündeln wedeln, und schon hat er in der Schweiz freie Hand.» Für ihn droht der Schwingsport durch die Partnerschaft einen Imageschaden zu erleiden.

Auch Richi Schaffhauser kritisiert den Entscheid. Er zieht dabei einen Vergleich zu bisherigen internationalen Sponsoren: «Aldi und Lidl gehen gerade noch, aber McDonald's als Hauptsponsor ins Boot zu holen, ist total daneben. Erst recht, wenn man bedenkt, wie die derzeitige US-Regierung mit der Welt umgeht.»

Neue Chance für den Schwingsport?

Es gibt jedoch auch Leserinnen und Leser, die den Entscheid verteidigen. Sie argumentieren, dass ein Anlass von der Grösse des ESAF ohne starke Sponsoren kaum realisierbar wäre. So schreibt Theo Rist: «Solange es am ESAF nicht nur noch McDonald's zu futtern gibt, gibt es dagegen nichts einzuwenden. Ich hoffe, es lohnt sich für das ESAF auch richtig!»

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Marco Weber kritisiert den unterschiedlichen Umgang mit internationalen Unternehmen: «Zwei internationale Konzerne wie Aldi und Lidl gehen noch, aber beim dritten internationalen Konzern zieht man dann die Grenze?» Auch auf die Kritik am Verlust der Tradition reagiert er ironisch mit einem Vergleich zu bisherigen Partnern: «Mit Aldi und Lidl wird die urchige Schweizer Tradition ja hochgehalten – und mit Suzuki erst recht ...» Zudem erinnert er daran, dass ein Anlass dieser Grösse auf finanzkräftige Sponsoren angewiesen sei.

Für Urs Morgenthaler ist der neue Partner sogar eine Chance für die Zukunft des Sports: «Der Schwingsport hat sich in den letzten Jahren von einem verkrusteten Image gelöst.» Dazu passe auch ein Sponsor wie McDonald's, der die Jungen anspreche. «Durch solche Sponsoren kann der Schwingsport auch in Zukunft junge Sportler ansprechen und entsprechend finanziell unterstützen!»

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