Darum gehts
McDonald's wird Königspartner am ESAF in Thun 2028. Das irritiert. Weil der Fast-Food-Riese so gar nicht zum gewohnten Bild passt. Der Schwingsport war lange eine andere Welt: bodenständig, ländlich, überschaubar. Ein Kommerz-Koloss aus den USA? Undenkbar. Nun steht das goldene M in einer Reihe mit Migros, Feldschlösschen und der Mobiliar.
Man kann darüber die Nase rümpfen. Man kann den Verlust von Tradition beklagen. Beides greift zu kurz. Internationale Konzerne investieren nicht aus Heimatliebe. Sie investieren dort, wo sie Aufmerksamkeit bekommen. Dass McDonald's den Weg ins Sägemehl sucht, ist deshalb vor allem ein Kompliment für den Schwingsport.
Lidl und Aldi machen McDonald's Hoffnung
Der Deal entlarvt aber auch das Selbstbild der Schwing-Bosse. Sie betonen regelmässig, ihr Sport sei anders. Diese Darstellung bröckelt. Der Schwingsport zieht in Fussballstadien um, setzt auf internationale Konzerne und professionalisiert sich immer stärker.
Alles gute und nachvollziehbare Schritte. Gleichzeitig verliert der Nationalsport damit aber ein Stück seiner Eigenständigkeit. Was bleibt von der Schwing-DNA, wenn sich der Sport immer mehr an Fussball, Hockey oder Ski annähert?
Lidl und Aldi haben gezeigt, dass sich die Schwing-Szene an neue ausländische Sponsoren gewöhnen kann. Doch ist McDonald's wirklich mit ihnen vergleichbar? Gut möglich, dass das goldene M in einigen Jahren genauso normal wirkt. Noch tut es das aber nicht.