Darum gehts
- Staus in der Schweiz nahmen 2025 um 22 Prozent zu, 68'040 Stunden registriert
- Hauptgrund: Autobahnverkehr und Kapazitätsgrenzen, Diskussion über Infrastruktur und Umwelt
- 87 Prozent der Leser finden Massnahmen des Bundes unzureichend
Die Staubelastung in der Schweiz hat stark zugenommen: 2025 wurden rund 68’040 Staustunden gezählt – ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut dem Bundesamt für Strassen ist das starke Wachstum des Verkehrs auf den Autobahnen der Hauptgrund. Das Nationalstrassennetz stösst dadurch immer häufiger an seine Kapazitätsgrenzen, was zu längeren und unberechenbaren Staus führt.
Politisch sorgt die Entwicklung für heftige Diskussionen. Während der Bund auf gezielte Ausbauten und bessere Verkehrssteuerung setzt, fordert die Autolobby mehr Infrastruktur. Umweltpolitiker warnen dagegen, dass zusätzlicher Ausbau langfristig noch mehr Verkehr und Emissionen verursachen würde.
Umfrage zeigt klare Meinung
Auch wenn in der Politik Uneinigkeit herrscht, zeigt sich in unserer Leserschaft vor allem eines: Der Wunsch nach mehr Handlungsbedarf. In einer Leserumfrage sind 87 Prozent der Ansicht, dass der Bund nicht genug gegen die zunehmenden Staus unternimmt. Nur 13 Prozent sehen die bisherigen Massnahmen als ausreichend an. Insgesamt wurden über 7500 Stimmen abgegeben.
«Selbst verschuldet» oder politische Fehlplanung?
In den Kommentarspalten wird stark über den Stauanstieg debattiert. Immer wieder fällt dabei der Hinweis, die Schweiz habe sich mit dem Nein zur 10-Millionen-Schweiz bewusst für diese Entwicklung entschieden. So schreibt Heidi Keller: «Wie am 14. Juni bestellt, so geliefert. Es wird noch schlimmer.»
Und auch Fritz Kunz meint: «Tja, die Mehrheit wollte es so. Mehr Einwohner, mehr Autos, mehr Stau, weniger Wohnraum, aber immerhin wachsen die Statistiken zuverlässig.» Dabei witzelt er: «Vielleicht löst sich das Wohnungsproblem ja bald, wenn alle im Stau übernachten.»
Infrastruktur, Transitverkehr und Co
In der Debatte fordern einige Leserinnen und Leser klar mehr Infrastruktur und langfristige Planung. So schreibt Leser Mario Bünzi: «Lassen wir für einmal die 10-Millionen-Initiative auf der Seite. Fakt ist, die Schweiz wächst. Also sollte doch auch klar sein, dass wir mehr und grössere Autobahnen brauchen und ein grösseres Zug-/Tramnetz.» Vorausschauende Planung sei nötig, nicht nur über fünf Jahre hinaus. Der Eindruck sei jedoch, dass meist nur reagiert statt agiert werde. «Geschwindigkeitsharmonisierung und Einfahrtsdosierungen verlagern das Problem lediglich nach hinten», doppelt er nach.
Auch kritische Stimmen zum Transitverkehr werden laut. Urban Renggli fordert höhere Kosten für Durchreisende und meint: «Die Vignette für alle, die nur durch die Schweiz durchfahren, müsste mindestens 100 Franken kosten. Für 40 Franken komme ich auf französischen Autobahnen von Genf gerade mal nach Valence! Wir Schweizer sind zu naiv.»
Wirtschaftliche Folgen stehen ebenfalls im Fokus. «Der tägliche Stau auf der A1 ist längst kein Ärgernis mehr, sondern ein politisches Versagen mit klaren wirtschaftlichen Folgen», schreibt User Ferdinand Blumentritt. Die 3. Gubriströhre habe Richtung Bern zwar kurzfristig entlastet, eine Lösung sei dies jedoch nicht. «Das Problem verschiebt sich, es verschwindet nicht. Tausende Arbeitsstunden gehen täglich verloren, Lieferketten werden unzuverlässiger, Unternehmen kalkulieren höhere Kosten ein. Am Ende bezahlt der Konsument.» Insgesamt sei dies das Resultat einer Verkehrspolitik, die der Realität hinterherfahre.