Darum gehts
- Schweizer Armee kauft Apfelmus für 670'000 Franken von italienischer Firma
- Obstverband kritisiert, dass Schweizer Äpfel nicht verwendet werden
- Auch Leser empört über Auslandseinkauf des Bundes
Ghackets mit Hörnli und Apfelmus gehört für viele zum kulinarischen Alltag in der Schweizer Armee. Doch ausgerechnet beim Apfelmus setzt die Armee nicht auf Schweizer Äpfel: Der Zuschlag für die kommenden Jahre ging an die italienische Firma Melinda. Der Auftrag hat ein Volumen von 670'000 Franken – und sorgt nun für Diskussionen.
Der Schweizer Obstverband kritisiert, dass ein Produkt wie Apfelmus grundsätzlich auch mit Schweizer Rohstoffen hergestellt werden könnte. Die Armee hingegen verweist auf das öffentliche Beschaffungsrecht: Ausschlaggebend seien Kriterien wie Preis, Qualität und die Erfüllung der Ausschreibung. Zudem gingen für den Auftrag lediglich zwei Bewerbungen ein. Davon habe die italienische Firma «als einzige Anbieterin ein gültiges Angebot eingereicht», schreibt die Armee.
Apfelmus erhitzt die Gemüter
Auch in der Community sorgt der Apfelmus-Import für Gesprächsstoff. Viele Leserinnen und Leser kritisieren, dass die Armee nicht stärker auf Schweizer Produkte setzt. «So wird unsere heimische Obstwirtschaft untergraben!», schreibt etwa Leser Heini Töni.
Auch Günther Rüegg stört sich an einem aus seiner Sicht widersprüchlichen Vorgehen des Bundes: «Der Bund kauft Verpflegung für die Armee im Ausland. Aber dem Bürger wird die Zollfreigrenze für Einkäufe im Ausland reduziert. Das ist ja wirklich der Hammer und ein Tritt in den Allerwertesten des Volkes!»
Andy Meier kritisiert den Entscheid ebenfalls, sieht die Verantwortung aber nicht bei der Armee: «Da muss man keine Gespräche mit der Armee suchen, und es ist auch nicht die Armee schuld! Es wäre einmal mehr die Politik gefragt, die Änderungen beispielsweise mit Inland-Vorzug beschliessen müsste!»
«Hauptsache, es schmeckt»
Andere Leserinnen und Leser sehen den Import weniger kritisch. Sie argumentieren, dass am Ende vor allem Preis und Qualität entscheidend seien. «Ist doch egal, woher das Apfelmus kommt. Hauptsache, es schmeckt. Darüber hinaus hat der inländische Anbieter ein nicht korrektes Angebot eingereicht», schreibt etwa Stefan Thun.
Ähnliche Worte findet Robert Wyss: «Es ist doch nicht entscheidend, ob das Apfelmus aus der Schweiz oder aus Italien kommt.» Viel wichtiger sei, dass die Armee ein gutes Produkt zu einem fairen Preis erhalte. «Wenn ein ausländischer Anbieter die Ausschreibung besser erfüllt, spricht nichts dagegen, diesen zu berücksichtigen.»