Gibts das nicht in der Schweiz?
Armee bestellt Apfelmus im Ausland – Obstverband irritiert

Die Schweizer Armee bezieht ihr Apfelmus aus Italien – trotz heimischer Obstproduktion. Der Obstverband sieht das kritisch.
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Hörnli und Gehacktes mit Apfelmus ist ein Klassiker bei der Armee. Doch so schweizerisch ist das Gericht dort gar nicht: Das Apfelmus kommt aus Italien.
Foto: Fabien Goubet

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Schweizer Armee bezieht ihr Apfelmus aus Italien
  • Bei den letzten Ausschreibungen erfüllte nur der italienische Anbieter Melinda die Ausschreibungskriterien
  • Der Schweizer Obstverband sieht die Vergabe an ausländische Anbieter kritisch, will mit Armee sprechen
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Patrick GerberRedaktor Politik

Ghackets mit Hörnli und Apfelmus – ein typisches Gericht der Schweizer Armee, gekocht aus heimischen Zutaten. Doch das stimmt nur begrenzt: Die Armee bezieht das Apfelmus aus Italien. Vor einigen Tagen hat sie dem Hersteller einen weiteren Zuschlag erteilt. Der Obstverband sieht das kritisch – und will das Gespräch suchen.

In Waffenplatzküchen wird Apfelmus meist nicht selbst hergestellt, sondern von externen Anbietern bezogen. Im Februar war es wieder so weit: Das Bundesamt für Rüstung Armasuisse schrieb einen Auftrag zur Belieferung aus. Bewerbungen gab es lediglich zwei – eine davon von der italienischen Vertreiberin Melinda. Diese machte dann auch das Rennen um den 670'000 Franken starken Auftrag. Sie habe «als einzige Anbieterin ein gültiges Angebot eingereicht», schreibt die Armee.

Obstverband will «Gespräch mit der Armee suchen»

Der Schweizerische Obstverband hat dazu eine klare Meinung: «Die Vergabe eines solchen Auftrags ins Ausland ist kritisch zu beurteilen – insbesondere bei Produkten wie Apfelmus, die grundsätzlich auch aus Schweizer Rohstoffen hergestellt werden können», schreibt er auf Blick-Anfrage.

Gerade bei der Verpflegung solle der Fokus auf einer möglichst hohen Inlandsversorgung liegen. Das stärke die Versorgungssicherheit, reduziere die Abhängigkeit von Importen und sei auch besser fürs Klima. Zudem halte die Armee auf ihrer Website selbst fest, dass sie regionale und saisonale Produkte berücksichtige. «Dieses Bekenntnis sollte aus unserer Sicht auch für verarbeitete Obstprodukte wie Apfelmus gelten.»

Der Obstverband teilt gegenüber Blick mit, dass er nun auch selbst aktiv werden wolle. «Wir werden die Vergabe zum Anlass nehmen, das Gespräch mit der Armee zu suchen, um die Gründe für die geringe Anzahl eingereichter Angebote besser zu verstehen.» Mögliche entscheidende Faktoren seien wohl Preisunterschiede und Ernteschwankungen, die sich auch auf die verfügbaren Mengen auswirken könnten. Diese Kriterien allein sollten aus Sicht des Obstverbandes aber nicht ausschlaggebend sein.

«Der Zuschlagsempfänger ist unser langjähriger Lieferpartner»

Gegen diese Kritik wehrt sich Armasuisse. Lebensmittel würden nach den Regeln des öffentlichen Beschaffungsrechts eingekauft, schreibt Daniela Renzo, stellvertretende Leiterin Kommunikation, auf Anfrage. «Entscheidend sind Qualität, Preis, technische Anforderungen und die Einhaltung der Ausschreibungskriterien.» Wo möglich und wirtschaftlich vertretbar würden Produkte aus der Schweiz und Europa bezogen. 

Eines der zwei Angebote habe die «technischen Spezifikationen» nicht erfüllt. Das andere – jenes von Melinda – sei hingegen gültig gewesen und habe deswegen den Zuschlag erhalten. Armasuisse beschaffe zudem schon länger Produkte von Melinda: «Der Zuschlagsempfänger ist unser langjähriger Lieferpartner.»

Dass es nur zwei Angebote gegeben habe, sei bei Lebensmitteln, die in grossen Mengen und nach klar definierten Spezifikationen beschafft werden, nicht ungewöhnlich. Die Anzahl hänge stark vom Markt und vom Produkt ab. «Entscheidend ist, dass die Ausschreibung offen und transparent erfolgt.»

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