Darum gehts
- Alessandra Keller fährt in Lenzerheide mit 32-Zoll-Rädern aufs Podest
- Drei Schweizer Frauen in den Top 6: Blöchlinger starke Zweite
- Dario Lillo bei den Männern Fünfter, Colombo und Püntener ebenfalls vorne
Es ist die grosse Geschichte dieses Weltcup-Wochenendes in Lenzerheide: die neuen 32-Zoll-Räder, die der Schweizer Hersteller Thömus als erste Marke im Weltcup an den Start brachte. Und ausgerechnet beim ersten Renneinsatz sorgt Alessandra Keller (30) damit gleich für einen Exploit.
Die Weltmeisterin bestimmt das Rennen im Shorttrack lange mit und setzt sich vier Runden vor Schluss zusammen mit Puck Pieterse (24) ab. Dahinter halten mit Nicole Koller (29), Sina Frei (28) und Ronja Blöchlinger (25) gleich mehrere Schweizerinnen den Kontakt zur Spitze.
Dann wird es dramatisch. In der Schlussrunde greift Blöchlinger an und zieht zusammen mit der Amerikanerin Savilia Blunk (27) an Keller vorbei. Blunk behält in einem hoch spannenden Sprint die Oberhand und siegt vor Blöchlinger. Keller komplettiert als Dritte das Podest.
«Heute sage ich, ich bin prädestiniert für 32 Zoll», sagt Keller nach dem Rennen gegenüber Blick. Die Nidwaldnerin gehört zu den grösseren Fahrerinnen im Feld und sieht in den Riesenrädern einen klaren Vorteil. «Es ist irgendwo begrenzt mit der Länge der Beine», erklärt sie mit Blick auf kleinere Konkurrentinnen.
Das Debüt mit dem neuen Material gelingt auf Anhieb: Keller fährt beim ersten Weltcup-Einsatz mit 32 Zoll gleich aufs Podest. Und nach dem gelungenen Einstand steht für die Weltmeisterin fest: «Ich bleibe jetzt bei den 32.» Auch am Sonntag im Cross-Country-Rennen wird sie in Lenzerheide mit den Riesenrädern an den Start gehen.
«Ich habe trotzdem mit 29 Zoll gewonnen»
Blunk kann sich nach ihrem Sieg einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. «Ich habe trotzdem mit 29 Zoll gewonnen», sagt die Amerikanerin mit einem Lachen im Interview mit Blick. Blöchlinger freut sich derweil über Rang zwei. Gleich drei Schweizerinnen klassieren sich in den Top 6, Koller wird Vierte, Frei Sechste.
Auch Nino Schurter (40), der den Weltcup inzwischen als SRF-Experte verfolgt, sieht grosses Potenzial. «Ein grösseres Rad rollt einfacher über Hindernisse, hat besseren Grip und eine grössere Auflagefläche», erklärt der zehnfache Weltmeister. Eigentlich sei sogar geplant gewesen, bereits an den Olympischen Spielen 2024 in Paris auf 32 Zoll zu setzen. Die schwierige Lage der Bike-Industrie während der Coronazeit habe die Entwicklung aber gebremst, führt der Olympiasieger von 2016 weiter aus.
Während andere Hersteller noch testen, nutzt Thömus die Gunst der Stunde. Parallel zum ersten Weltcup-Einsatz lanciert die Berner Firma das neue Bike bereits als limitierte Vorserie für Kunden.
Erneut gutes Resultat bei den Männern
Auch die Schweizer Männer zeigen ein starkes Rennen. Dario Lillo (24) fährt lange an der Spitze mit und wird am Ende Fünfter. Filippo Colombo (28), der zwei Runden vor Schluss sogar kurz die Führung übernimmt, klassiert sich als Siebter. Mit Fabio Püntener (26) auf Rang elf schaffen es drei Schweizer in die Top 11. Den Sieg holen die Franzosen Adrien Boichis vor Luca Martin, Dritter wird der Amerikaner Bjorn Riley.