Darum gehts
- Zeekr 7GT: Neuer Elektro-Kombi aus China ab 46'490 Franken in der Schweiz
- Mit 646 PS von 0 auf 100 km/h in 3,3 Sekunden
- Reichweite 540 km, Ladezeit am 350-kW-Lader von 18 bis 80 Prozent in 13 Minuten
Nebst einer Handvoll anderer Chinamarken wie BYD, Denza und Xpeng feierte im letzten Sommer auch Zeekr den Schweizer Markteintritt. Anfangs schmückten die elektrischen Modelle X, 001 und der grössere SUV 7X die Showrooms. Seit wenigen Wochen ergänzt der 7GT das Portfolio: ein Elektro-Kombi, der technisch im Umfeld der grösseren Premiummodelle Audi A6 E-Tron und BMW i5 Touring angesiedelt ist.
Vor der Fahrt
Edel schaut der 7GT schon mal aus. An der Front zieht sich eine schwarze Maske zwischen den Scheinwerfern – ähnlich wie bei den Ferrari-Modellen F80 oder 849 Testarossa. Zeekr gehört wie Volvo, Polestar und Lotus zum China-Konzern Geely. Gebaut wird der Zeekr zwar in China, das Design stammt aber aus Göteborg (Schweden). Die Türen öffnen auf Knopfdruck elektrisch und stoppen automatisch, sobald ein Hindernis im Weg steht. Innen wartet Zeekr mit hübschen Materialien, einer top Verarbeitung und einem wohligen Duft auf. «Helsinki-Schnee» heisst das Raum-Parfüm, das sanft über das Gebläse im Fahrzeuginnenraum verteilt wird – herrlich.
Auf der Strasse
Abfahrt im 4,82 Meter langen Elektro-Kombi: Der 7GT gleitet schön, dämpft komfortabel ab, ohne zu weich zu wirken, und reagiert etwas träge auf Gasstösse – zumindest im Normalmodus. Schalten wir in den Sportmodus, werden 646 PS (475 kW) frei: Dann katapultiert uns der 2,4-Tonnen-Stromer in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Zum Vergleich: Das sind nur 0,3 Sekunden mehr als ein Porsche 911 GTS! Kurvenfahrten machen allerdings nur begrenzt Spass, denn auch wenn die in Rüsselsheim (D) an europäische Bedürfnisse angepasste Luftfederung grosse Schwankungen unterbindet, würden wir uns von der leichtgängigen Lenkung mehr Feedback wünschen. Für den Alltag passt sie jedoch prima und fügt sich ins komfortable Gesamtbild des 7GT ein.
Das war gut
Was den Innenraum noch wohliger macht, sind Komfort-Features wie Sitzheizung, -lüftung und -massage – mittlerweile in fast jedem China-Auto serienmässig an Bord. Aussergewöhnlich finden wir jedoch die Musikanlage: Die 23 Lautsprecher lassen sich alle individuell einstellen, das Einstellungsmenü gleicht der Entwicklungsabteilung eines Lautsprecherherstellers. Cooles Feature, aber könnte einen gewöhnlichen Nutzer überfordern.
Antrieb: Zwei E-Motoren, 646 PS (475 kW), 710 Nm, 1-Gang-Getriebe, Allradantrieb
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 3,3 s, Spitze 210 km/h, Batteriegrösse (netto) 94 kWh, max. Ladeleistung AC/DC 22/480 kW, Reichweite WLTP/Test 558/540 km
Masse: L/B/H = 4,82/1,91/1,46 m, Leergewicht 2405 kg, Anhängelast gebremst/ungebremst 1600/750 kg, Kofferraum 456 – 1390 l + Frunk 32 l
Umwelt: Verbrauch WLTP/Test 19,4/17,3 kWh/100 km, Energieeffizienz C
Preis: ab 59'990 Franken, Basisversion «Core RWD» mit 421 PS ab 46'490 Fr.
Antrieb: Zwei E-Motoren, 646 PS (475 kW), 710 Nm, 1-Gang-Getriebe, Allradantrieb
Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 3,3 s, Spitze 210 km/h, Batteriegrösse (netto) 94 kWh, max. Ladeleistung AC/DC 22/480 kW, Reichweite WLTP/Test 558/540 km
Masse: L/B/H = 4,82/1,91/1,46 m, Leergewicht 2405 kg, Anhängelast gebremst/ungebremst 1600/750 kg, Kofferraum 456 – 1390 l + Frunk 32 l
Umwelt: Verbrauch WLTP/Test 19,4/17,3 kWh/100 km, Energieeffizienz C
Preis: ab 59'990 Franken, Basisversion «Core RWD» mit 421 PS ab 46'490 Fr.
Nach unserer Testfahrt pendelte sich der Verbrauch bei 17,3 kWh/100 km ein – das sind 2,1 kWh unter Werksangabe! Somit käme der Zeekr rund 540 Kilometer weit – in Anbetracht der Leistung ein Topwert. Die Ladezeit ist ohnehin absolute Spitze: An der 350-kW-Schnellladestation lädt der Akku von 18 auf 80 Prozent in nur 13 Minuten – Zeekr gibt dieselbe Zeit für den Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent an, jedoch mit gewaltigen 480 kW.
Das war schlecht
Ausbaufähig sind hingegen die Assistenzsysteme für Autobahnfahrten. Bei aktiviertem Autopilot (Abstandstempomat und Spurhalten) müssen wir extrem am Lenkrad zerren, um die Spur zu wechseln. Zudem nervt die Temporegelung: Gibt ein langsameres Auto vor uns die Spur frei, sprintet der Stromer ohne Rücksicht auf Verluste los – obwohl 100 Meter weiter vorne schon das nächste langsamere Auto folgt und der Zeekr dann wieder abrupt abbremsen muss. Und auch das Navi schwächelt: Ankunftszeit und Restakku stimmen zwar, doch die Routenführung ruckelt permanent. Das passt nicht zum sonst extrem schnell reagierenden Display.
Das bleibt
Bezüglich Komfort und Effizienz sowie Ladegeschwindigkeit zieht der Zeekr 7GT seinen europäischen Premiumkonkurrenten davon. Vor allem, wenn man den Preis betrachtet: Die von uns getestete Allradversion kostet 59'990 Franken. Abzüge gibts für die schon erwähnten Assistenzsysteme und fürs Platzangebot im Kofferraum. Zwar bietet der Elektro-Kombi in der zweiten Reihe reichlich Bein- und Kopffreiheit, unter der elektrisch aufschwingenden Heckklappe kann der Zeekr allerdings mit 456 bis 1390 Litern für seine Grösse nicht ganz brillieren. Dennoch bekommt man beim 7GT viel Auto fürs Geld.
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