Studie kritisiert EU-Politik
Warum E-Autos nicht automatisch sauber sind

Eine Studie der TU München deckt Schwächen in der EU-Klimastrategie auf. Die Forscher kritisieren insbesondere die Einstufung von E-Autos als «klimaneutral».
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Wie klimafreundlich sind E-Autos? Eine deutsche Studie heizt die Diskussion ums Verbrenner-Aus neu an.
Foto: VW Schweiz

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Studie der TU München kritisiert EU-Regelung zu E-Auto-Emissionen scharf
  • E-Autos stossen laut Studie im Schnitt 41 Prozent weniger Kohlendioxid aus als Verbrenner
  • TU München fordert breiteren Ansatz als reinen Fokus auf E-Autos
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Gabriel KnupferRedaktor News

Für die EU sind E-Autos komplett emissionsfrei. Eine aktuelle Studie der Technischen Universität (TU) München kritisiert diese Einstufung nun heftig. Die Forscher betonen: Auch batterieelektrische Fahrzeuge stossen CO2 aus.

Der Vorwurf: Die EU konzentriert sich bei der Klima-Regulierung von Autos einzig auf den CO2-Ausstoss der Fahrzeuge im Betrieb. Dabei übersieht sie alle anderen Faktoren, die den tatsächlichen CO2-Fussabdruck bestimmen.

«Fehlsteuerung» der EU

Was ist mit den Klimagas-Emissionen bei der Produktion von Stahl, Aluminium und Batterien? Oder dem Strommix, mit dem E-Autos betrieben werden? Das alles spielt in der CO2-Verordnung der EU für Personenwagen keine Rolle.

TU-München-Präsident Thomas Hofmann wirft der EU eine «Fehlsteuerung der Klimastrategie» vor. «Wenn sie ihre eigenen Ziele ernst nimmt, darf sie sich nicht länger nur auf die Auspuffmessung verlassen», sagt der Professor.

Unterschiedlicher Klimaeffekt

Die TU München wertete 19 Studien und 47 Szenarien zur Elektromobilität aus. Resultat: Von der Herstellung bis zur Verschrottung reduzierten E-Autos in 92 Prozent der Fälle die Emissionen. Im Schnitt stiessen E-Autos dabei 41 Prozent weniger CO2 aus als Verbrenner. Doch die Spannweite reichte von minus 89 Prozent bis plus 21 Prozent.

Für die Forscher ist deshalb klar: Der tatsächliche Effekt hängt vom Produktionsstandort, dem Material und der Energiequelle ab. Zwei Autos können von der EU die gleiche Bewertung erhalten, obwohl ihr CO2-Fussabdruck völlig unterschiedlich ist.

Forscher fordern breiten Ansatz

Die Folge: Der einseitige Fokus gefährdet die Klimaziele der EU. Autobauer erhalten so keinen Anreiz, in sauberen Stahl oder grünere Batterien zu investieren. Gerade europäische Firmen, die viel in dem Bereich unternehmen, werden von der EU nicht mit einem besseren CO2-Flottenwert belohnt.

Die Lösung ist ein breiterer Ansatz: CO2-arme Materialien, erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft müssen Teil des Compliance-Rahmens werden. «Ein Regulierer, der seine Klimaziele ernst nimmt, kann sich nicht auf einen einzigen Hebel verlassen», so die TU München.

In Deutschland befeuert die Studie erneut die Diskussion um das Verbrenner-Aus. Doch eine Erkenntnis tasten die Wissenschaftler der TU München nicht an: Im Schnitt sind E-Autos klimafreundlicher als Verbrenner.

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