Darum gehts
- TCS-Test: Kein Kinderhelm erreicht 2026 das Urteil «sehr empfehlenswert»
- Testsieger Nutz 2.0 KinetiCore überzeugt mit 56 Punkten und 248 Gramm
- 404 Kinder verletzten sich 2024 bei Velounfällen in der Schweiz
Kindervelohelme sollen schützen. Doch der aktuelle Test des Touring Club Schweiz TCS zeigt ein düsteres Resultat. 16 Modelle wurde geprüft – und kein einziger Helm schaffte das TCS-Prädikat «sehr empfehlenswert». Ein Rückschritt! Denn noch 2022 erreichten gleich fünf Modelle diese Bestwertung. Offenbar sind in der Industrie in den letzten Jahren echte Innovationen ausgeblieben.
Dabei wäre das Thema wichtig, denn die Unfallzahlen sprechen eine deutliche Sprache. Vor zwei Jahren (aktuellere Zahlen für die ganze Schweiz gibts noch nicht) verletzten sich 404 Kinder und Jugendliche bei Velounfällen in unserem Land. Umso ernüchternder daher die Resultate beim diesjährigen Kinder-Velohelmtest.
Testsieger: Preiswert und leicht
Noch am besten unter den 16 geprüften Kinderhelmen schnitt der Nutz 2.0 KinetiCore von Lazer ab – mit 56 von möglichen 100 Punkten. Er punktet vor allem durch sein leichtes Gewicht (248 Gramm), den soliden Komfort und den attraktiven Preis (49 Franken). Aber auch der Testsieger hat Schwächen: Seine Gurte lassen sich nur umständlich einstellen und beim Verschluss droht sogar Haut einzuklemmen – das finden Kinder alles andere als angenehm.
Auffällig sind die grossen Unterschiede beim Gewicht der getesteten Helme. Während der Span von Bell mit 397 Gramm ziemlich schwer auf dem Kopf liegt, wirkt der Scamp II von Giro mit lediglich 205 Gramm geradezu federleicht. Gerade für Kinder im Wachstum ist das entscheidend: Zu schwere Helme belasten die Nackenmuskulatur und mindern den Tragekomfort – und damit natürlich oft auch die Bereitschaft, den Helm überhaupt zu tragen.
Teuerstes Modell als Schlusslicht
Die Mehrheit der getesteten Kinderhelme – 13 von 16 – erhalten immerhin das TCS-Urteil «empfehlenswert». Zwei Helme fallen allerdings deutlich ab: Das Modell YouDrop von Abus und der Urban-Active von Melon schaffen mit nur 38 Punkten nur ein «bedingt empfehlenswert». Sie zeigen beim Test Schwächen beim Schutz der Schläfen sowie komplizierte Verschlusssysteme. Besonders brisant, dass der nur bedingt empfehlenswerte YouDrop von Abus mit 107 Franken das teuerste Modell aller geprüften Kinderhelme ist.
Fazit der TCS-Tester: Kinder brauchen unbedingt bessere Kopfschütze – insbesondere im sensiblen Schläfenbereich. Auch reflektierende Elemente für bessere Sichtbarkeit und benutzerfreundlichere Gurtsysteme wären dringend von Nöten. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Industrie diese ernüchternden Testresultate zu Herzen nimmt und künftig wieder innovativere und vor allem sicherere Systeme auf den Markt bringt. Und Eltern sei geraten: Vor dem Kauf den Kinderhelm immer individuell anprobieren. Und nach einem Sturz (oder Herunterfallen) konsequent ersetzen. Denn auch wenn äusserlich keine Schäden sichtbar sind, kann die innere Schaumstoffstruktur gebrochen sein.
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