Darum gehts
- VW ID. Polo nach Verkaufsstart ausverkauft, Wartezeit bis zu zehn Monate
- Über 30'000 Bestellungen europaweit, Nachfrage übertrifft Erwartungen deutlich
- Preise starten bei rund 25'000 Euro, auch Schwestermodelle stark nachgefragt
Die Negativ-Schlagzeilen rund um den kriselnden Volkswagen-Konzern reissen nicht ab. Vergangene Woche hat der Aufsichtsrat des deutschen Autogiganten den Sanierungsplan des Vorstands um CEO Oliver Blume einstimmig durchgewunken. Mit ihm sollen nicht nur Zehntausende Arbeitsplätze und Überkapazitäten abgebaut werden, es könnte schlimmstenfalls sogar zu Werksschliessungen an den deutschen Standorten Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau kommen.
Dass VW – wie zu erwarten war – die spanische Traditionsmarke Seat in den kommenden drei Jahren verschwinden lassen will und stattdessen nur noch auf deren Sporttochter Cupra setzt, wie die «Wirtschaftswoche» unter Berufung auf einen Vorstandsbeschluss berichtete, sorgt ebenfalls nicht gerade für Ruhe im Konzern (auch interessant: An diese Seat-Modelle werden wir uns erinnern).
Wartezeit von bis zu 10 Monaten
Da dürfte diese aktuelle Meldung wie Balsam auf die Seelen der VW-Verantwortlichen sein: Laut dem Fachblatt «Automobilwoche» soll der neue Elektro-Kleinwagen VW ID. Polo bereits kurz nach dem Verkaufsstart auf Monate hinweg ausverkauft sein. «Beim ID. Polo ist die gesamte Reihe ausverkauft. Die Wartezeit liegt bei mindestens zehn Monaten», wird der Chef einer grossen VW-Autohausgruppe in einem Bericht zitiert.
Eine Sprecherin von VW bestätigte gegenüber der Zeitung, dass es europaweit schon mehr als 30'000 Bestelleingänge gebe. Damit übertreffe der ID. Polo die «ursprünglichen Erwartungen insbesondere in Deutschland deutlich». Die langen Wartezeiten würden dabei aber nur individuell konfigurierte Fahrzeuge betreffen. Vorkonfigurierte Modelle sollten deutlich schneller verfügbar sein.
Preise ab 25'000 Euro
Die hohe Nachfrage nach kleinen Stromern beschränkt sich laut «Automobilwoche» aber nicht nur auf den ID. Polo. Auch bei der Ende November startenden SUV-Variante ID. Cross und dem aufgefrischten ID. 3 Neo komme es aufgrund der hohen Nachfrage zu längeren Lieferzeiten.
Und auch die wie der ID. Polo auf der MEB+-Plattform basierenden Schwestermodelle Cupra Raval und Skoda Epiq würden auf reges Kundeninteresse stossen: «Der Skoda Epiq ist derzeit ebenfalls auf Monate ausverkauft, genauso wie der Cupra Raval», bestätigt der Chef einer anderen grossen Autohausgruppe im Bericht. Laut Skoda seien für den Epiq schon mehr als 35'000 Bestellungen eingegangen. Der Händler lobt: «Auf diese Autos hat der Markt gewartet», und bezieht sich damit insbesondere auf deren Preise ab rund 25'000 Franken, die die E-Autos auch für breite Käuferschichten erschwinglich machen.
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