Darum gehts
- VW stellt die Marke Seat bis 2029 ein
- Seat baute zunächst Lizenzfertigungen des Fiat-Konzerns
- Die VW Gruppe will nun voll auf die Schwestermarke Cupra fokussieren
VW zieht bei Seat den Stecker. Spätestens Ende 2029 ist Schluss für die spanische Traditionsmarke. Der Schritt kommt mit Ansage: VW setzt schon länger voll auf die Sport-Tochter Cupra.
Zum Abschied präsentiert Blick die Meilensteine aus fast 80 Jahren Firmengeschichte – vom Fiat-Lizenzhersteller zur VW-Tochter.
Seat 1400 (1953)
Die Sociedad Española de Automóviles de Turismo (kurz Seat) ist ein Projekt von Diktator Francisco Franco (1892-1975). Er will für Spanien eine eigene Autoindustrie.
Am 13. November 1953 läuft der erste Wagen im staatlichen Automobilwerk in Barcelona vom Band. Der Seat 1400 ist eine Lizenzfertigung des Fiat 1400 und wird aus angelieferten Teilesätzen montiert.
Seat 600 (1957)
Auch der Seat 600 entspricht zunächst genau dem zwei Jahre vorher lancierten Fiat 600. Er wird zu Spaniens «Volkswagen» – dem ersten Auto vieler spanischer Familien. 1963 kommt der Seat 600 – anders als das italienische Vorbild – auch als Viertürer heraus und wird so zum grossen Erfolg.
Seat Ibiza (1984)
Adiós Italia! Der Ibiza ist das erste selbständig entwickelte Modell der Spanier. Der Kleinwagen mit Schrägheck setzt auf modifizierte VW-Motoren. Es ist der Anfang einer neuen Partnerschaft: 1986 übernehmen die Deutschen Seat als Tochtermarke.
Seat Leon (1999)
Den endgültigen internationalen Durchbruch schafft Seat mit dem Leon. Der schnittige Kompaktwagen verkauft sich weltweit mehr als zwei Millionen Mal. 2001 kommt die Sportversion Leon Cupra mit 204 PS. Cupra steht für «Cup Racer». Die Bezeichnung erhält bald darauf ein Eigenleben.
Seat Cupra Formentor (2020)
Mit dem Formentor lanciert die Sporttochter Cupra 2020 ihr erstes eigenständiges Modell. In den folgenden Jahren überholt Cupra die Schwestermarke deutlich. Im ersten Halbjahr 2026 werden nur noch 130'000 Fahrzeuge der Marke Seat ausgeliefert, aber bereits 170'000 von Cupra. Auch deshalb plant VW nun den vollen Fokus auf die neuere Marke.