Darum gehts
- Mercedes plant mögliche Schliessung zweier deutscher Werke wegen hoher Kosten
- Manager Schiebe: «Alle verträglichen Massnahmen» zur Senkung der Produktionskosten nötig
- Werkserweiterung in Ungarn soll günstige Produktion sichern
Nicht nur VW kämpft mit den hohen Produktionskosten in Deutschland. Auch der Stuttgarter Autobauer Mercedes muss sparen. Nun machte Top-Manager und Vorstandsmitglied Michael Schiebe (43) bei der Betriebsversammlung im Werk Sindelfingen klar: Die Kosten müssen rasch sinken!
«Gelingt uns dies nicht, werden wir ein deutsches Aufbauwerk sowie ein deutsches Powertrainwerk schliessen müssen», sagte Schiebe laut der deutschen «Bild»-Zeitung. Man werde sich mit den Mitarbeitern auf «alle verträglichen Massnahmen» einigen müssen, um billiger zu produzieren. Der Konzern bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Stuttgarter Zeitung» gegenüber der Agentur DPA.
Druck aus China
Das Problem ist offensichtlich: Gegen die billigere Konkurrenz aus China haben die deutschen Automacher kaum eine Chance. Die Lohnkosten sind um ein Vielfaches höher. Auch VW sucht für vier Werke in Deutschland nach Lösungen.
Mercedes baut derweil die Kapazität in Kecskemét (Ungarn) massiv aus. Die Werkserweiterung schafft eine kostengünstige Alternative zur immer unwirtschaftlicheren Produktion in Deutschland.