Darum gehts
- Gewinn pro Auto bei 15 Herstellern sank im ersten Halbjahr 2026 um 16 Prozent
- Mercedes und BMW verdienen mit 3875 und 2954 Franken am meisten pro Fahrzeug
- Mazda, Nissan und Stellantis sind nach Verlusten im Vorjahr wieder leicht profitabel
Weltweit leidet die Autoindustrie. Nun zeigt eine Auswertung schwarz auf weiss: Die grossen Autobauer verdienen mit ihren Fahrzeugen immer weniger Geld. Im Durchschnitt sank der Gewinn pro verkauftem Auto bei 15 untersuchten Herstellern im ersten Halbjahr 2026 um 16 Prozent, wie das Center of Automotive Management (CAM) in Deutschland errechnet hat.
Demnach sank der durchschnittliche Konzerngewinn pro Fahrzeug von 1325 auf 1116 Franken. Nicht berücksichtigt wurden die chinesischen Autokonzerne. Für diese lagen laut dem CAM keine vergleichbaren Halbjahreszahlen vor. Es ist aber bekannt, dass Hersteller wie BYD in China ihre Autos teilweise zu Dumpingpreisen abgeben, um den Marktanteil zu steigern.
Mercedes und BMW als Krösusse
Auch ohne die China-Hersteller sind die Unterschiede zwischen den Firmen gross: Mercedes und BMW bilden mit 3875 und 2954 Franken Gewinn pro Fahrzeug das Spitzenduo und können ihre Position als Premiumhersteller trotz Einbussen halten. GM, Toyota, Hyundai-Kia, Volkswagen, Tesla und Ford bewegen sich alle innerhalb von 1236 bis 1593 Franken.
Unterhalb des Durchschnitts folgen Suzuki, Renault, Mazda, Mitsubishi, Nissan und Stellantis. Immerhin schaffen es Mazda, Nissan und Stellantis dieses Jahr aus der Verlustzone. Honda verbuchte im ersten Halbjahr hingegen einen Milliardenverlust wegen Abschreibungen und Umbaukosten durch die Abkehr von den bisherigen Elektro-Zielen.
Sorge um die Zukunft
Generell ist das Fazit des ersten Halbjahres alarmierend: «Wenn der Gewinn zwölfmal so stark einbricht wie der Umsatz, verliert die Branche nicht Marktanteile, sondern Ertragskraft», sagt CAM-Direktor Stefan Bratzel (59). Das ist die Fähigkeit einer Firma, langfristig Gewinne zu erwirtschaften.
Die Gründe für die Probleme sind vielfältig. «Besonders unter Druck stehen Unternehmen, die zugleich stark vom chinesischen Markt abhängig sind und hohe Investitionen in Elektromobilität, Software und neue Produktionsstrukturen stemmen müssen», so Bratzel.
Konzerne müssen weiter sparen
Besserung ist nicht in Sicht. US-Zölle und der Preiskampf in China belasten die Autobauer weiter. Die Folge: Neue Sparpakete und Massenentlassungen sind programmiert.
«Entscheidend wird künftig weniger die reine Absatzgrösse sein als die Fähigkeit, Komplexität zu reduzieren, Kosten zu kontrollieren und technologisch attraktive Fahrzeuge mit ausreichender Preisdurchsetzung anzubieten», sagt Bratzel.