Darum gehts
- Über 670 Tote nach Sturzfluten in Nepal und China am Samstagabend
- Video von zerstörtem Grenzübergang in China zensiert, berichtet BBC
- Mehr als 3000 Vermisste, Rettungsarbeiten weiterhin im Gange
Mehr als 670 Tote und noch immer über 3000 Vermisste. Das ist die traurige Bilanz der verheerenden Sturzfluten und Schlammlawinen in Nepal und China am Samstagabend. Die Rettungsarbeiten dauern auf beiden Seiten der Grenze noch immer an.
Besonders ein Video der Naturkatastrophe vom Mittwoch ging um die Welt. Es zeigte, wie die Sturzflut aus Wasser, Eis und Geröll einen Grenzübergang zwischen Nepal und der chinesischen Region Tibet erfasste. Fliehende Menschen, ganze Reisebusse und ein riesiger Gebäudekomplex werden auf den Aufnahmen der chinesischen Überwachungskameras verschluckt.
Die Szenen vom Grenzübergang verbreiteten sich über die sozialen Medien auf der ganzen Welt – ausser in China. Lediglich ein einziges Standbild wurde vom staatlichen Nachrichtensender des Landes ausgestrahlt, wie die BBC berichtet. Auch im chinesischen Internet sei das Video praktisch unauffindbar.
Zensur wegen Tibet
Das virale Sturzfluten-Video scheint Chinas Zensurmaschine zum Opfer gefallen zu sein. Generell würden nur sehr wenige Informationen zur Naturkatastrophe im Südwesten des Landes zur Bevölkerung durchsickern. Abgesehen von täglichen Updates zu den laufenden Rettungsaktionen herrsche in den chinesischen Medien grösstenteils Funkstille.
Laut der BBC liegt das am Ort des Geschehens. Allein der Name Tibet ziehe in China die Zensur auf sich. Die Provinz, die Peking in den 1950er Jahren annektierte, hatte sich lange der Herrschaft der Kommunistischen Partei Chinas widersetzt. Die Proteste wurden von der Regierung, teils gewaltsam, niedergeschlagen.